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Erholung ist sein Erfolgsrezept: Ramon Kropf vom Badmintonclub Uzwil bringt Spitzensport und Job unter einen Hut

Der BC Uzwil setzt in der NLA verstärkt auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Einer davon ist Ramon Kropf. Am Samstag beginnt für den 25-Jährigen und die erste Mannschaft des Vereins die Meisterschaft.
Urs Nobel
Ramon Kropf hat sich zum zuverlässigen Doppel- und Mixed-Spezialisten entwickelt. (Bilder: Matthias Zindel)

Ramon Kropf hat sich zum zuverlässigen Doppel- und Mixed-Spezialisten entwickelt. (Bilder: Matthias Zindel)

Es geht wieder los: Am Wochenende startet der Badmintonclub Uzwil seine Mission erfolgreiche Titelverteidigung. Am Samstag trifft er auswärts auf den Meisterschaftszweiten Argovia, am Sonntag folgt das Heimspiel gegen St.Gallen-Appenzell. Das eigentliche Ziel ist allerdings zuerst einmal die Playoff-Qualifikation. Spieler Ramon Kropf weiss auch, warum:

«Es ist vor den ersten Runden schwierig, abzuschätzen, wie sich die Konkurrenten verstärkt haben.»

Ihr verjüngtes Team werde zudem damit zurechtkommen müssen, dass jeder Gegner Uzwil unbedingt bezwingen möchte, so Kropf weiter. «Als Schweizer Meister sind wir die Gejagten.»

Dachdecker mit positiver Körpersprache

Der 25-jährige Kropf hat sämtliche Nachwuchsstufen beim BC Uzwil durchlaufen. Auf Eigengewächse wie ihn setzen die Uzwiler ab dieser Saison in ihrer NLA-Mannschaft verstärkt. Aus gutem Grund: Bereits in einem Jahr dürfte sich die Ausländerregel so verschärfen, dass Schweizer Spieler eine noch wichtigere Rolle einnehmen.

Wie andere Teams werden auch die Uzwiler während der Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf Akteure verzichten müssen. Deshalb kommt dem eigenen Nachwuchs schon in dieser Meisterschaft grosse Bedeutung zu.

Kropf steht mit beiden Beinen auf dem Boden – als Dachdecker zwar meist auf den Dächern. Er macht dank seiner positiven Körpersprache sofort einen sympathischen Eindruck, zu dem man schnell einen Draht findet. Ein Gespräch mit ihm zu führen, ist allerdings nicht gerade einfach. Er ist alles andere als ein «Plauderi». Auf Fragen nimmt er sich genügend Bedenkzeit, um diese dann aber kurz und knapp zu beantworten.

Beim BC Uzwil hat er als Sechsjähriger begonnen

Der in Gossau wohnhafte Uzwiler ist ein Eigengewächs. «Ich spiele Badminton beim BC Uzwil, seit ich sechs Jahre alt bin.» Anfänglich noch gleichzeitig Fussball. Doch beides zusammen war ihm schliesslich zu viel und er entschied sich für Racket und Shuttle.

Obwohl er als Jugendlicher die Möglichkeit gehabt hätte, eine Sportschule zu besuchen, entschied er sich dagegen und lernte Dachdecker. Ein Beruf, den er heute noch zu 100 Prozent ausübt und mit dem Abendtraining verbindet. Er unterscheidet sich somit von den meisten Teamkolleginnen und -kollegen, die von auswärts kommen, sich auch tagsüber ausserhalb von Uzwil in Camps fit halten und meist nur für Turniere und Meisterschaftsspiele zum Team stossen.

Allfällige Fehlzeit im Job kompensiert er im Sommer

Beruf und Spitzensport ideal zu verbinden, sei nicht gerade einfach für ihn. Dies, obschon sein Arbeitgeber ihm die nötige Freizeit gewährt, solange die Arbeit erledigt ist und er allfällige Fehlzeit wieder kompensiert. «Dies ist vor allem in den Sommermonaten möglich, dann haben wir es in unserer Branche am strengsten.»

Obwohl er sich kräftig und fit fühlt, muss er zu Gunsten der eigenen Gesundheit manchmal auf das eine oder andere Training verzichten – wie zuletzt am Dienstag.

«Manchmal ist Erholung wichtiger als ein weiteres Training. Und ich bin halt wegen meiner strengen Arbeit oft müde.»

Drei Trainings in der Halle und eines im Fitnessraum gab es diese Woche trotzdem noch.

Noch wartet er auf die erste Medaille bei den Aktiven

An Elite-Einzelmeisterschaften schaffte es Kropf noch nie, eine Medaille zu gewinnen. Seine einzige holte er bisher als U17-Junior im Doppel. «Aber ich war oft nahe dran, erzielte etliche Spitzenränge im Einzel oder Doppel», sagt er.

Trotzdem schauen die Jugendlichen in der Halle zu ihm auf, wenn sie gleichzeitig mit ihm trainieren dürfen. «Sie fragen mich oft, wie ich dies oder das mache und versuchen, mich dann zu kopieren», sagt Kropf mit einem Schmunzeln. Einmal pro Woche leitet er ein Training für Kinder.

Gute Chancen auf Einsätze

Ob er am Wochenende zum Einsatz kommt, weiss er noch nicht. Er hat sich in der vergangenen Saison als Doppel- und Mixed-Spezialist bewährt und darf auf einen Einsatz hoffen. Auf jeden Fall ist er bei beiden Partien dabei.

Sollte er nicht spielen, wird er sich in den Dienst des Teams stellen. «Das gehört sich so und macht den wichtigen Teamgeist bei uns aus», sagt er.

Samstag: 16.00 Argovia – Uzwil. Sonntag: 14.00 Uzwil – St. Gallen-Appenzell (Berufs- und Weiterbildungszentrum, Niederuzwil)

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