Erfolgsmodell braucht Verstärkung: Die Uzwiler Freizeitwerkstatt sucht einen Schlosser oder Mechaniker

Zum ersten Mal in ihrer 71-jähren Geschichte musste die Werkstatt die Suche öffentlich machen.

Tobias Söldi
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In der Freizeitwerkstatt können Erwachsene und Jugendliche mit Holz und Metall arbeiten.

In der Freizeitwerkstatt können Erwachsene und Jugendliche mit Holz und Metall arbeiten.

Bild: PD

Man kann durchaus von einem Erfolgsmodell sprechen: Die Freizeitwerkstatt in Uzwil behauptet sich seit 1949 – und ist die einzige derartige Institution in der Region. In der Werkstatt in der Zentrumsüberbauung können Jugendliche und Erwachsene an drei Abenden der Woche unter Aufsicht von Fachpersonen kreativ mit Holz und Metall arbeiten.

Doch jetzt braucht das Erfolgsmodell Hilfe. Die Freizeitwerkstatt sucht für die Metallwerkstatt einen gelernten Schlosser oder Mechaniker, der an einem Abend pro Woche die Nutzerinnen und Nutzer instruiert, unterstützt und zusieht, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Im aktuellen Uzwiler Mitteilungsblatt hat die Werkstatt eine entsprechende Mitteilung publiziert. Grund dafür ist der Wegzug einer früheren Fachperson der Metallwerkstatt.

Stelle öffentlich erstmals ausgeschrieben

Die Suche gestaltet sich nicht ganz einfach, wie Rico Klingler, Präsident der Freizeitwerkstattkommission, auf Nachfrage erklärt:

«Der springende Punkt ist Zeit. Es ist schwierig, Leute dazu zu motivieren, am Abend zu arbeiten. Und wir wollen niemanden verknurren. Die Arbeit soll Freude machen.»

Im Bekanntenkreis habe man keine geeignete Person gefunden, weshalb die Werkstatt die Suche nun im Uzwiler Mitteilungsblatt öffentlich gemacht hat – ein Schritt, den die Werkstatt zum ersten Mal in ihrer 71-jährigen Geschichte machen musste.

Voraussetzung ist ein beruflicher Hintergrund im Metallbereich, der aber auch weiter zurückliegen kann, sowie ein Faible für den Umgang mit Laien. Die Freizeitwerkstatt-Fachperson ist von der Gemeinde Uzwil angestellt und bezahlt, muss aber nicht zwangsläufig aus der Gemeinde kommen.

Auch in Sachen Kursangebot gefordert

Klingler ist zuversichtlich, dass sich auf diese Weise jemand finden lässt. «Wir sind sehr gut eingerichtet und die Arbeit stellt eine schöne Abwechslung dar», ist er überzeugt. Und was, wenn die Suche trotzdem fruchtlos verläuft? «Eine nächste Idee wäre, die Stelle auch in den Mitteilungsblättern von Oberbüren und Oberuzwil zu publizieren», so der Präsident.

Gefordert ist die Freizeitwerkstatt auch in Sachen Kursangebot. Denn:

«Es mangelt an Kursleiterinnen und Kursleitern, die eine Idee für einen Kurs haben und diesen durchführen wollen.»

Ein Engagement sei – auch hier – oftmals eine Frage der Zeit.

Es hat noch Platz für mehr Leute

Auf diese Situation reagiert die Freizeitwerkstatt unter anderem damit, dass sie sich stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken versucht. Zwar besuchen jedes Jahr gegen 1500 Besucherinnen und Besucher die Werkstatt, doch Platz hätte es für mehr. Klingler:

«Es gibt immer noch viele Leute, die uns gar nicht kennen, zum Beispiel Neuzuzüger. Wir wollen bekannter werden.»

So sei etwa geplant, sich am Uzwiler Herbstmarkt zu präsentieren, zudem wolle man auch im Mitteilungsblatt der Gemeinde stärker präsent sein. «Eine Website alleine reicht nicht aus», sagt Klingler. Mindestens wichtig sei die Mund-zu-Mund- Propaganda.

Finanzierung der Freizeitwerkstatt

Hauptträgerin der Freizeitwerkstatt ist die Gemeinde Uzwil. Gemäss Budget 2020 unterstützt sie die Freizeitwerkstatt mit 93000 Franken. Daneben beteiligen sich auch die Nachbargemeinden Oberbüren (1700 Franken) und Oberuzwil (3000 Franken). Einwohner dieser drei Gemeinden dürfen die Werkstatt entsprechend unentgeltlich nutzen, Auswärtige zahlen 5 Franken pro Abend beziehungsweise 60 Franken pro Jahr. (tos)