Erfolgreiche Pioniere der Kleinkultur

MOGELSBERG. «Kultur in Mogelsberg» feiert dieses Jahr ihr 30-Jahr-Jubiläum. Doch Alternativkultur gibt es in Mogelsberg schon seit 37 Jahren. So lange auf dem Land Kulturveranstaltungen auf die Beine zu stellen, ist eine beachtliche Leistung. Zum Jubiläum gibt es ein reichbefrachtetes Programm.

Michael Hug
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Der nicht ganz vollständige Vorstand: Ursula Ehrler (von links), Claudia Weil, Elfie Wälly, Käthi Keller, Beatrice Sutter. (Bilder: Michael Hug)

Der nicht ganz vollständige Vorstand: Ursula Ehrler (von links), Claudia Weil, Elfie Wälly, Käthi Keller, Beatrice Sutter. (Bilder: Michael Hug)

MOGELSBERG. Der KiM, wie der Kulturverein Mogelsberg viel zu selten genannt wird – man spricht allzu sehr vereinfachend vom «Rössli Mogelsberg» – hat im Herbst viel vor. Im nächsten Frühling geht es dann ebenso reich befrachtet weiter. Der KiM feiert, und zwar seine 30jährige Existenz. 30 Jahre sind eine beachtenswerte Überlebensleistung, damit gehört der Verein unbestritten zu den Kleinkulturpionieren in der Schweiz – erst recht zu denen, die es in ländlichen Gegenden mit Alternativkultur versucht haben. Gar mancher Veranstalter mit grösserem Publikumspotenzial, in den Städten zum Beispiel, hat es nicht auf so viele wohlbemerkt ehrenamtliche Jahre gebracht.

«Space Schöttl» reaktiviert

Elfie Wälly, seit zwei Jahren mit der Präsidentin Käthi Keller verantwortlich für das Programm des KiM, verspricht: «Nebst den monatlichen Anlässen haben wir drei zusätzliche im Programm bis Ende Jahr.» Statt sechs Anlässen in sechs Monaten also neun.

Zu erwähnen ist dabei sicher das Jubiläumskonzert von Töbi Tobler und Ficht Tanner, die dafür extra ihr «Appenzeller Space Schöttl» reaktiviert haben. Ein Zusammentreffen nicht ohne Grund, wie Sabine Bertin, Wirtin im «Rössli» und einst Mitbegründerin der Kleinkulturtradition im Haus (siehe Kasten), meint: «Tobler und Tanner wohnten damals ganz in der Nähe, sie tauchten manchmal spontan im <Rössli> auf und unterhielten die Gäste, die grad da waren.» Erst später, als es das «Space Schöttl» gab, wurden sie vom KiM engagiert. Für Tobler und Tanner ist der Auftritt am 25. September nicht der erste im «Rössli», ebenso wenig wird Michel Gammenthaler mit seinem «Scharlatan» beim Saisonstart am Samstag, 29. August, zum ersten Mal in Mogelsberg sein.

Vielleicht ein Open Air

Mit «Züri West» hat es zum Jubiläum nicht geklappt, auch sie sind einst auf der Rössli-Bühne aufgetreten. «Es ist ein Wunsch und bleibt einer», sagt Käthi Keller. Perlen finden sich trotzdem im Jubiläumsprogramm: Tinu Heiniger und seine «Allstar Band» (19. September), ebenso das «Cargo Theater» (24. Oktober), eine Woche später James Gruntz solo (30. Oktober), dann «Federspiel» (14. November), «Ceól» (5. Dezember) und an der traditionellen Cuba-Night zum Jahresschluss «Luis Frank y Traditional Habana» (28. Dezember). Ein kleines Jubiläum mit zehn Jahren kann auch Nicole Langenegger mit ihrem «PhiloThea»-Figurentheater feiern. Die einheimische Figurenspielerin zeigt ihr Kinderstück «de chly Drache» am Samstagnachmittag, 9. November.

Damit ist das Jubiläumsprogramm noch nicht abgeschlossen. KiM-Programmjahre umfassen immer zwei Saisons. Für das erste Halbjahr 2016 versprechen die Programmmacherinnen des Kulturvereins nochmals eine reich beladene Liste mit diversen Überraschungen. Man wolle aber noch nicht viel darüber verraten, erklärt Elfie Wälly, weil noch nicht alle Verträge unterschreiben seien. Doch sie lässt durchblicken: «Vielleicht gibt es sogar ein Open Air.»