Er macht den schönsten Kaffee

FLAWIL. Der Flawiler Micha Schranz zeichnet mit Milchschaum Blätter, Blumen und Vögel auf seine Kaffees. Am Wochenende fanden in St. Gallen die Schweizer Meisterschaften der Baristas statt, an der Schranz einen Titel zu verteidigen hatte.

Morena Barra
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Kunst aus Bohnen und Milch: Barista Micha Schranz hinter der Kaffeemaschine. An den Schweizer Meisterschaften war Perfektion gefragt. (Bild: mba.)

Kunst aus Bohnen und Milch: Barista Micha Schranz hinter der Kaffeemaschine. An den Schweizer Meisterschaften war Perfektion gefragt. (Bild: mba.)

Micha Schranz hält stolz den Pokal in den Händen. Der Flawiler steht in St. Gallen in der Olma-Halle 2.0, wo an diesem Wochenende die Schweizer Meisterschaften der Baristas ausgetragen werden (Wiler Zeitung vom Montag). «Dieser Sieg ist unglaublich», freut sich der Schweizer Meister. Er strahlt vor Freude. Ein Gefühl, welches er bereits einmal erleben durfte: Vor einem Jahr, als er den Titel zum ersten Mal holte. In seiner Spezialdisziplin «Latte Art» kann er seine Kreativität ausleben. Mit Milchschaum giesst und zeichnet er Blumen, Vögel, Herzchen und andere Muster in den Kaffee hinein. Eine Kunst, welche nicht jeder Kaffeeliebhaber zu Hause nachmachen kann. Das Geheimrezept liegt nämlich im Aufschäumen der Milch: «Der Milchschaum darf nicht zu viel Luft enthalten, ansonsten ist er nicht fein genug und es können keine Muster entstehen», erklärt er.

«Wie macht er das nur?»

Nebst dem feinen Milchschaum braucht der Barista aber auch einen Sinn für Ästhetik: «Das Auge isst nicht nur mit, sondern es trinkt auch mit. Einen Kaffee mit einem schönen Herzchen drauf kann man einfach mehr geniessen», sagte Micha Schranz.

Die Atmosphäre in der Olma-Halle ist aufgeladen. Die Besucher stehen um eine aufgebaute Kaffeebar und schauen dem Flawiler gespannt über die Schultern. «Wie macht er das nur?», fragt eine faszinierte Zuschauerin. Micha Schranz zeichnet mit locker rotierendem Handgelenk eine Blume in die heisse Milch. Perfektion ist gefragt: Der Schaum darf nie die Temperatur von 65 Grad überschreiten. Sonst wäre der Zauber nicht möglich, der Schaum würde in sich zusammenfallen.

An die WM nach Nizza

Aber nicht nur die Kunst wird bewertet. Juroren aus der ganzen Welt beobachteten auch das Auftreten der Baristas genau. Auch hier konnte der Flawiler punkten: «Er war sehr ruhig und seine Motive waren sehr präzise und schön», sagt Luzia Taschler, Jurorin «Latte Art». Sein Ziel, den Titel von 2012 dieses Jahr zu verteidigen, hat Micha Schranz erreicht. Jetzt freut er sich auf den Sommer – dann wird er die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Nizza vertreten. Und bis dahin: Nochmals üben – und stolz seinen zweiten Pokal betrachten.

Bild: MORENA BARRA

Bild: MORENA BARRA