Er lebt für das Skifahren

UZWIL. Die grosse Leidenschaft von Marco Tribelhorn ist das Skifahren. Der Oberuzwiler Freerider lebt seit neun Jahren in den Bergen. Nun hat er einen Skifilm produziert. Am Dienstag zeigte er «Long Season Short Stories» im Kino City in Uzwil.

Angelika Hardegger
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Marco Tribelhorn im Kino City in Uzwil. «Ich habe noch viele Bekannte und Verwandte hier», sagt der gebürtige Oberuzwiler. (Bild: Angelika Hardegger)

Marco Tribelhorn im Kino City in Uzwil. «Ich habe noch viele Bekannte und Verwandte hier», sagt der gebürtige Oberuzwiler. (Bild: Angelika Hardegger)

«Nach der Lehre habe ich irgendwann einmal ausgerechnet, was es kosten würde, einen ganzen Winter nur auf den Ski zu stehen, ohne zu arbeiten», erzählt Marco Tribelhorn. Das Resultat seiner Rechnung: gar nicht so viel. Seither arbeitet der Oberuzwiler, der seit drei Jahren in Laax lebt, oft nur während den Sommermonaten. Den Winter über fährt er Ski. «In meinem Rekordwinter stand ich nur gerade drei Tage nicht auf den Ski», erinnert er sich. Seine Liebe zum Wintersport hat der Oberuzwiler nun in einem Film festgehalten. Am Dienstag zeigte er diesen Freunden und Verwandten im Kino City in Uzwil.

Aus dem Leben der Freerider

In 40 Minuten bietet «Long Season Short Stories» viel Ski- und Snowboardaction neben der Piste. Der Film erzählt in sechs Kurzgeschichten aus dem Alltag der Freeride-Gruppe um Tribelhorn, der Protagonist, Produzent, Regisseur und Kameramann in einem war. «Der Film soll zeigen, was der Winter für uns Freerider bedeutet», sagt der gelernte Automatiker. Dies zum Beispiel anhand der Geschichte von Ron Fischer, der im norwegischen Voss wohnt und vergangenen Winter mit seinem Kleinbus in die Schweiz fuhr, um in den Alpen snowboarden zu können. Fischer blieb zwei Monate in den Bergen und schlief die ganze Zeit über im Bus.

Mit seinem Film wolle er aber nicht nur Einblicke in das Leben der Freerider geben, sondern bei den Zuschauern auch die Lust auf das Ski- und Snowboardfahren wecken. «Oder hier unten in Uzwil nur schon die Lust auf den Winter», fügt Tribelhorn an. Er stand vor zwei Wochen erstmals in dieser Saison auf seinen Ski oben am Berg. «Da habe ich tief durchgeatmet und gedacht: Jetzt geht's los.»

Ein Skiunfall veränderte vieles

So richtig aufgekommen sei die Leidenschaft für den Free-Skisport in seiner Lehrzeit, erzählt der 31-Jährige. Damals hätte er fast mit dem Snowboarden begonnen. «Dann kamen die ersten Freestyle-Ski auf den Markt.» Wenig später entdeckte Tribelhorn das Freeriden. Eine Zeitlang habe er sogar von einer Profikarriere geträumt. «Aber so richtig glaubte ich eigentlich nie daran, dass es reichen könnte.»

Nach einem schlimmen Skiunfall im April 2009, bei dem er sich einen Rückenwirbel brach, gab er den Traum von der Profikarriere endgültig auf – und verwirklichte im Gegenzug andere Projekte: Tribelhorn reiste zum Skifahren nach Alaska, Kanada, Chile und Argentinien. Schon damals sei die Idee, einen Skifilm zu drehen, in seinem Kopf herumgeschwirrt. Konkrete Pläne entstanden daraus aber nicht.

Ein zweiter Film soll folgen

Bis vor einem Jahr. Da habe er sich an einen Tisch gehockt und ein Konzept geschrieben, erzählt der Freerider. «Im Dezember bin ich dann mit meinen Freunden los und wir haben angefangen, Schanzen zu bauen und die Sprünge zu filmen.»

Es folgten Dreharbeiten im Tessin, in Disentis, in Osttirol, im Bergün und im Engadin. Am Filmschnitt arbeitete Tribelhorn während viereinhalb Monaten an drei Abenden die Woche. Die Technik dazu brachte er sich selbst bei. Nun überlegt er sich, dieses Hobby zum Beruf zu machen. Entschieden sei aber noch nichts. Fest steht hingegen, dass sein nächstes grosses Projekt wieder ein Skifilm sein soll. Dieses Mal nicht über eine lange Saison, sondern über zwei Winter. Und dieses Mal möglichst ohne Skilifte, sondern «nur mit Fell».

«Long Season Short Stories» ist ab dem 6. Dezember kostenlos unter www.vollschnuez.ch zu sehen.