«Er ist kein Bauernopfer»

Die SVP sieht Chancen, doch noch einen Sitz im Wiler Stadtrat zu erobern, und nominierte Mario Schmitt für den zweiten Wahlgang. Im Kampf um das Stadtpräsidium unterstützt sie Armin Eugster.

Ursula Ammann
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Mario Schmitt (rechts neben Regierungsrat Stefan Kölliker) wird nochmals antreten. «Seine Chancen sind intakt», sagt Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger (links, stehend). (Bild: uam.)

Mario Schmitt (rechts neben Regierungsrat Stefan Kölliker) wird nochmals antreten. «Seine Chancen sind intakt», sagt Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger (links, stehend). (Bild: uam.)

WIL. «Es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein», resümierte Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger in seiner Wahlanalyse vor versammelter «SVP-Familie». Diese hatte sich am Mittwochabend im Restaurant Schäfli in Bronschhofen eingefunden, um über das weitere Vorgehen im zweiten Wahlgang zu beraten. Auf der Traktandenliste standen die Nominationen für das Stadtpräsidium und den Stadtrat. Die Nomination des Schulrats musste im Nachhinein traktandiert werden: Mit einer Nichtwahl von Albert Baumann hatte man nicht gerechnet. Dieses «Ärgernis», wie sich Klaus Rüdiger ausdrückte, konnte dem Optimismus aber keinen Abbruch tun. Zumindest was den Optimismus im Rennen um einen Stadtratssitz betrifft.

Wahlempfehlung für Eugster

Er werde am 4. November «nochmals in die Hosen steigen», erklärte Mario Schmitt. Immerhin hätten 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler seinen Namen angekreuzt. «Das ist mehr als ein Achtungserfolg.» Es gelte nun, «das Bürgerliche in der Stadt Wil zu zementieren», sagte Schmitt weiter. Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger erachtet es als realistisch, dass zwei Bürgerliche im Kampf um die Stadtratssitze das Rennen machen. Die Chancen von Mario Schmitt seien intakt. «Er ist kein Bauernopfer», betonte Klaus Rüdiger, der sich an jenem Abend nicht zum erstenmal dieses Schachjargons bediente, im Anschluss an die Versammlung.

Schmitts erneute Kandidatur wurde von den Anwesenden einstimmig gutgeheissen. Die Nomination des Stadtpräsidiumskandidaten gab hingegen etwas mehr zu reden. Im Namen des Vorstands schlug Klaus Rüdiger vor, eine Wahlempfehlung für Armin Eugster abzugeben. Daraufhin plädierte Schulratskandidat Albert Baumann – der im Übrigen nicht mehr antreten wird – dafür, einen SVP-Kandidaten zu stellen. Als solchen schlug er Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger vor. Dieser dankte für das Vertrauen, bekräftigte aber, er stehe nicht zur Verfügung. Mit 16 Ja-Stimmen (bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung) wurde der Vorschlag des Vorstands, Armin Eugster offiziell zu unterstützen, schliesslich besiegelt.

SVP im Stadtrat als oberstes Ziel

«Die Zeit ist reif für einen SVPler im Stadtrat», sagte Regierungsrat Stefan Kölliker, welcher der Versammlung beiwohnte. Deshalb habe es nun oberste Priorität, Mario Schmitt in den Stadtrat zu bringen. Klug geschmiedete Koalitionen sollten dies möglich machen, zeigte sich Kölliker überzeugt.

Verhandlungen im Gange

«Wir sind nicht blauäugig in diese Situation hineingegangen», betonte Rüdiger. Es seien Verhandlungen im Gange. «Mit guter Aussicht auf Erfolg», ergänzte Mario Schmitt anschliessend.

Details zu diesen Verhandlungen wollte die SVP aber im Beisein der Presse nicht kundtun.