Er holt das Leben aufs Papier

Rafael Koller aus Rossrüti hat den Master of Arts in Design an der Hochschule Luzern erfolgreich beendet. In seiner Abschlussarbeit widmete er sich dem Thema Gewalt. Vorerst möchte der 27-Jährige als Selbständiger tätig sein.

Ursula Ammann
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Rafael Koller kennt sich sowohl mit wissenschaftlicher als auch mit freier Illustration aus. (Bilder: pd)

Rafael Koller kennt sich sowohl mit wissenschaftlicher als auch mit freier Illustration aus. (Bilder: pd)

ROSSRÜTI. Rafael Koller bezeichnet sich ungern als Designer oder Künstler. Vielmehr sei er ein Gestalter, sagt der 27-Jährige. Vor viereinhalb Jahren zog es den Rossrüter nach Luzern. An der Hochschule Luzern absolvierte er zuerst den Bachelorstudiengang in wissenschaftlichem Zeichnen und danach den Master of Arts in Design mit der Spezialisierung Illustration. Diesen schloss er vor kurzem erfolgreich ab – als einer von fünf Absolventinnen und Absolventen.

Verschiedene Techniken

In seiner Masterarbeit hat sich Rafael Koller mit verschiedenen Facetten der Gewalt befasst. «Gewalt ist ein grosses Thema», sagt der Rossrüter. «Sie findet nicht nur physisch, sondern auch psychisch statt und ist eine Manifestation von Macht und Herrschaft.» In unzähligen Bildern und Skizzen hat er dies zum Ausdruck gebracht. Er habe versucht, einen persönlichen Zugang zum Thema zu finden, sagt Rafael Koller. «Ich wollte weder moralisierend werden noch verharmlosen.» Der Rossrüter hat in seiner Masterarbeit verschiedenste Mal- und Illustrationstechniken angewandt: von Bleistift über Tusche und Aquarell bis hin zu Ölfarbe und digitaler Technik.

Jedes Bild steht zwar für sich, jedoch ergeben sie zusammen eine umfassende Bildwelt zum Thema Gewalt. Was der Betrachter in seinen Werken sieht, möchte Rafael Koller nicht vorschreiben. Es gebe verschiedene Arten, die Bilder zu lesen. So könne man die ringenden Männer im Kopf des älteren Mannes (siehe Bild) beispielsweise als Erinnerung an etwas Vergangenes oder als Ringen mit sich selbst deuten.

Eine Ausstellung in Wil

Rafael Koller hat die günstige Ausgangslage, dass er sowohl im Bereich der wissenschaftlichen als auch der freien Illustration arbeiten kann. Wohin es ihn letztlich verschlagen wird, weiss er noch nicht. Vorerst möchte der 27-Jährige, der ursprünglich die Kantonsschule in Wil besucht hat, als Selbständiger arbeiten. Einige Aufträge konnte er bereits ausführen. So gestaltet er regelmässig Plakate für das Treibhaus Luzern und produziert Covers für Platten. Um auf neue Ideen zu kommen, konsultiert Rafael Koller auch seine Skizzenbücher oder lässt sich von den Arbeiten anderer Illustratoren inspirieren. «Man muss die Welt nicht jedesmal neu erfinden», sagt er.

Noch etwas steht für Rafael Koller in Zukunft einmal auf dem Programm. «Ich habe mir fest vorgenommen, in Wil eine Ausstellung zu machen.»

www.rafaelkoller.ch

«Kampf», Tusche und Aquarell auf Papier.

«Kampf», Tusche und Aquarell auf Papier.

«Wolf», digitale Zeichnung.

«Wolf», digitale Zeichnung.