Er hat einen breiten Rücken

Nach der Eskalation in den letzten Wochen hat die Interpartei Fischingen nun einen Kandidaten für das Schulpräsidium gefunden: Godi Siegfried, 55jähriger Landwirt aus Sitzberg, ehemaliger Schulpräsident von Schurten.

Philipp Haag
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Eine Integrationsfigur: Godi Siegfried möchte Ruhe und Konstanz in die Schule von Fischingen bringen. (Bild: zVg)

Eine Integrationsfigur: Godi Siegfried möchte Ruhe und Konstanz in die Schule von Fischingen bringen. (Bild: zVg)

FISCHINGEN. Sie ist gefunden, die Person, die Ruhe in die Schule von Fischingen bringen soll. Godi Siegfried, Landwirt aus dem Thurgauer Teil von Sitzberg bei Schurten, stellt sich als Kandidat für das Schulpräsidium zu Verfügung. Damit nimmt ein Eskalationsprozess rund um die Erneuerungswahlen in die Schulbehörde ein Ende, der sich in den letzten Wochen zugespitzt und mit dem Verzicht von Beatrice Matthys auf ihre Kandidatur als Schulpräsidentin ihren Höhepunkt erreicht hatte. Da gleichzeitig Konrad Frischknecht seine Bewerbung für einen Sitz in der Schulbehörde zurückzog, verblieb als einzige Kandidatin Hedi Baumgartner. Zu besetzen sind aber das Präsidium sowie drei freiwerdende Sitze.

«Ein Glücksfall»

Nun haben die zahlreichen Gespräche der letzten Wochen gefruchtet. Der Präsident der Interpartei, Thomas Bürgi, spricht von einem Glücksfall. «Godi Siegfried ist eine integre Persönlichkeit mit Fingerspitzengefühl.» Ausserdem, und dies ist Siegfrieds grosses Plus, hat er Erfahrung als Mitglied einer Schulbehörde. Bis zum Zusammenschluss von fünf Primarschulen und der Oberstufe zur Volksschulgemeinde Fischingen war Siegfried zwölf Jahre in einer Schulbehörde tätig, davon zehn Jahre als Schulpräsident von Schurten. Die Interpartei erhofft sich vom 55Jährigen, dass er wieder Ruhe und Zuversicht in den Schulbetrieb bringt. Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, da es in der letzten Zeit etliche Abgänge bei den Lehrern gab, dem ist sich Siegfried bewusst. Doch genau diese Herausforderung motiviert ihn zu kandidieren. Er begegnet der Aufgabe mit Respekt. Denn schwierig ist die Situation, weil niemand so recht weiss, wo die Probleme liegen. Als vordringlichste Aufgabe sieht Siegfried denn auch, den Istzustand zu analysieren, sich einen Überblick zu verschaffen, mit Eltern, Lehrern und Schüler zu sprechen. «Es gibt viele Gerüchte», sagt Siegfried, «doch niemand weiss, wo es genau klemmt.»

20 Jahre bei der Feuerwehr

Siegfried war bei der Raiffeisenbank Sitzberg Verwaltungsratsmitglied. Er führte zwanzig Jahre lang die Feuerwehr Birg. Und er amtet als Präsident einer Produzenten-Milchverwerter-Organisation, der PMO Biedermann/Züger. Siegfried musste denn auch schon ein paar Mal beweisen, dass er einen breiten Rücken hat. Dank dieser Eigenschaft, neben seiner Gesprächs- und Kompromissbereitschaft sowie seinem Respekt vor anderen Meinungen, ist er überzeugt, die heikle Aufgabe meistern zu können. Die Einheitsgemeinde, also die Integration der Schule in die Politische Gemeinde, welche die Interpartei vor kurzen als Vision lanciert hatte, hat für den Schulpräsidiumskandidaten klar zweite Priorität. Er verschliesst sich der Idee nicht, im Gegenteil. «Doch erst einmal muss Ruhe und Konstanz in die Schule gebracht werden», sagt er. «Eine gutfunktionierende Schule ist für Fischingen enorm wichtig», betont das SVP-Mitglied.

Parteien nominieren Siegfried

Die vier Ortsparteien SVP, FDP, CVP und SP stehen hinter Siegfried, haben sie ihn doch in ihren Gremien als Schulpräsidiumskandidaten nominiert. Namen von Kandidaten für die Schulbehördensitze konnte Interparteipräsident Bürgi noch keine nennen. «Doch wir sind auf einem guten Weg», betont er.