Er fährt leise und ohne Benzin

NIEDERUZWIL. Markus Eisenring aus Niederuzwil war schon mit seinem Elektrofahrzeug unterwegs, als erneuerbare Energien noch nicht in aller Munde waren. Heute Freitag startet er mit «Stromboli II» an der grössten Elektroauto-Rallye der Welt.

Urs Bänziger
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Das Fahrzeug von Markus Eisenring ist so rot wie ein Ferrari. Aber abgesehen von der Farbe hat das Auto des Niederuzwilers nichts gemeinsam mit dem italienischen Sportwagen. «Mein Auto hat immerhin eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h», sagt Eisenring. Und das leise und ohne Benzin.

Das Auto von Markus Eisenring ist ein Elektrofahrzeug. Fast täglich ist er mit seinem «Stromboli II» auf den Strassen unterwegs. Das Fahrzeug wurde 1996 zugelassen und hat vier Sitzplätze. «Es ist ein High-Tech-Elektrofahrzeug, das sehr alltagstauglich ist und sich bis heute im Verkehr bewährt», sagt Eisenring.

Alltagstauglichkeit beweisen

Dass sein «Stromboli II» zu den besten Elektrofahrzeugen überhaupt gehört, will der Niederuzwiler an der Wave 2013 beweisen. «Ich werde an dieser Rallye vermutlich nicht der Schnellste und auch nicht der Erste sein. Aber das ist auch nicht mein Ziel. Mir geht es darum, die Alltagstauglichkeit meines Elektroautos zu beweisen. Zu zeigen, dass man auch sehr umweltfreundlich mit einem Auto fahren kann», sagt Eisenring.

Der gelernte Maschinenbauingenieur beschäftigt sich seit bald 30 Jahren mit Elektrofahrzeugen. Mit «Stromboli I» hat er mehr als 120 000 Kilometer zurückgelegt. 1990 wurde Eisenring mit seinem ersten Elektroauto sogar Weltcupsieger.

Ein Prototyp geblieben

Der Niederuzwiler wollte zusammen mit Partnern das Elektrofahrzeug in einer Kleinserie auf den Markt bringen. «Wir waren so weit, dass wir eine kleine Stückzahl hätten produzieren können, doch ist es aus verschiedenen Gründen nicht so weit gekommen.» Ein Grund war der hohe Preis. «Die Produktionskosten für ein Fahrzeug hätten sich auf rund 80 000 Franken belaufen», erzählt Eisenring. «Wir sind mit unserer Idee 15 Jahre zu früh gekommen.»

Auch wenn der «Stromboli» ein Prototyp geblieben ist, glaubt Markus Eisenring, dass Fahrzeuge mit Elektromotor eine echte Alternative zu den herkömmlichen Autos sind. «Mein Elektroauto verbraucht 100 Wattstunden (Wh) pro Kilometer. Das entspricht einem Benzinverbrauch von 1 Liter auf 100 Kilometer.» Er hat seinem Fahrzeug vor drei Jahren eine Lithium-Batterie eingebaut, mit welcher er pro Ladung 250 Kilometer zurücklegen kann. Er möchte aber noch bessere Batterien einsetzen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern.

Energie vom Hausdach

Die elektrische Energie für sein Fahrzeug erzeugt Markus Eisenring selber. Auf dem Dach seines Hauses an der Bienenstrasse produziert seit 1989 eine Photovoltaikanlage zuverlässig Strom.