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ENTWICKLUNGSHILFE: Ein Mönch auf Reisen

Benediktinermönch Pierre Hirt vom Kloster Fischingen besteigt im Herbst zum ersten Mal ein Flugzeug. Er fliegt nach Osttimor, um dort Lehrlingen das Töpfern beizubringen.
Maya Heizmann
Bruder Pierre präsentiert seine neusten Ton-Kreationen in seinem Atelier im Kloster Fischingen. (Bild: Maya Heizmann)

Bruder Pierre präsentiert seine neusten Ton-Kreationen in seinem Atelier im Kloster Fischingen. (Bild: Maya Heizmann)

Maya Heizmann

redaktion@wilerzeitung.ch

Es war im vergangenen Winter, als plötzlich das Telefon von Bruder Pierre klingelte. Am Hörer meldete sich Textilfachmann und Unternehmer Max Hungerbühler aus Niederteufen. «Die Timor- Stiftung sucht einen Töpfer für die Lehrlingsausbildung», erklärte er. Spontan sagte der 72-jährige Bruder Pierre, der im Kloster Fischingen wohnt, zu. Zuerst musste er aber die Erlaubnis von Prior Pater Gregor einholen. Dieser gewährte ihm den Auslandeinsatz in Osttimor aber ohne Weiteres.

Zu verdanken hat der Benediktinermönch die abenteuerliche Reise nach Asien seinen überaus begabten Händen – und auch einem Artikel in der «Ostschweiz am Sonntag». Durch letzteren ist die Timor-Stiftung auf den leidenschaftlichen Töpfer aufmerksam geworden. Nun hat Bruder Pierre bereits einen neuen Brennofen, Töpferscheiben, Farben und diverses Zubehör für seinen Aufenthalt in Osttimor beschafft. Es ist seine erste Reise überhaupt mit einem Flugzeug. Und sie führt ihn fast bis ans Ende der Welt.

Mit richtiger Brenntechnik Strom sparen

Bruder Pierre zeigt in seinem Atelier in Fischingen die neuesten Töpferwaren. Sie präsentieren sich in ungewohnten Mustern, in den Farben Rot, Orange, Grün, Blau, Schwarz und Beige. Die Probeexemplare fertigt er neu mit weissem Ton an. «Die Gegenstände aus dieser Art von Ton werden zweimal gebrannt. Erst mit einem Vorbrand von 1080 Grad Celsius, danach mit einem Glasurbrand von 1020 Grad», sagt der erfahrene Ton-Künstler. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er seine Kunstobjekte und Gebrauchsgegenstände aus Steinzeug erstellt, die mit 1280 Grad gebrannt werden. Mit der niedrigeren Brenntemperatur könne viel Strom gespart werden, erklärt er. Das sei wichtig für ein Entwicklungsland wie Osttimor.

Vieles ist in dem asiatischen Inselstaat noch im Aufbau. So werden diverse medizinische Einrichtungen vom Kantonsspital St. Gallen wohl im Mai per Container in die Hauptstadt Dili nach Osttimor verschifft, darunter auch die Töpferausrüstung von Bruder Pierre. Wenn alles klappt, wird er im September für noch unbestimmte Zeit nach Osttimor reisen und die Lehrlinge in der Töpferkunst unterrichten. «Zuerst muss ich noch Englisch und eventuell auch Portugiesisch lernen», sagt der Mönch.

Gegründet wurde die Timor- Stiftung 2012. Sie setzt sich für die Trinkwasseraufbereitung, für die Erstellung von Krankenhäusern, für berufliche Bildung und für ein Diagnostikzentrum ein. Das Canossa-Institut in Dili ist eines der wichtigsten Partner in der Ausbildung für die Timor-Stiftung. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe, auch wenn sie beinahe am Ende der Welt liegt», sagt Töpfer Pierre.

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