ENTTÄUSCHUNG: Eine erste Niederlage für die Neuen

Die Bürger von Tobel-Tägerschen lehnen eine Teilrevision der Gemeindeordnung deutlich ab. Der neue Gemeinderat konnte mit seinen Argumenten für eine Stärkung der Einheitsgemeinde nicht überzeugen.

Christoph Heer
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Gemeindepräsident Rolf Bosshard leitet die Gemeindeversammlung in der Primarschulturnhalle. (Bild: Christoph Heer)

Gemeindepräsident Rolf Bosshard leitet die Gemeindeversammlung in der Primarschulturnhalle. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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@wilerzeitung.ch

«Schade», kommentierte ein sichtlich enttäuschter Bernhard Koller den Entscheid der Tobler Stimmbürger. An der Gemeindeversammlung vom Montagabend hatte der erst im vergangenen Mai vollständig neu ­gewählte Gemeinderat eine Teilrevision der Gemeindeordnung vorgelegt. Der Präsident der Primarschulkommission, namentlich Bernhard Koller, hätte damit auch Mitglied des Gemeinderates werden sollen. Im Gegenzug wäre der Einsitz des zuständigen Gemeinderates – aktuell Andreas Eggenberger – in die Kommission weggefallen. «Mit dieser Änderung wird der Gemeinderat die Einheitsgemeinde aus Politischer Gemeinde und Primarschulgemeinde stärken», begründete die Behörde ihren Antrag in der Versammlungsbotschaft. Und für Gemeindepräsident Rolf Bosshard wäre das «die beste Lösung» gewesen.

Teilrevision ohne Chance

Doch es kam anders. Denn die 86 anwesenden Stimmbürger hatten etwas dagegen, zumindest die 46 davon, welche diese Teilrevision bachab geschickt haben. Ihre Gründe waren vor der Abstimmung innerhalb der wenigen Voten klar erkennbar. So meinten etwa zwei, die das Wort ergriffen, dass es auf einen Nachfolger des amtierenden Schulpräsidenten abschreckend wirken könnte, wenn er damit konfrontiert würde, auch im Gemeinderat Einsitz nehmen zu müssen. Doch was in anderen Einheitsgemeinden gang und gäbe ist, wird in Tobel nun nicht realisiert. Mit lediglich 25 Ja-Stimmen hatte die Teilrevision keine Chance.

Koller bedauert Entscheid

Sehr zum Bedauern von Schulpräsident Koller. «Die Schule ist zu wenig integriert dafür, dass wir eine Einheitsgemeinde sind», sagte er. «Ich wäre bereit gewesen, habe sogar schon Abklärungen getroffen mit meinem Arbeitgeber, aber leider hat es nicht sollen sein. Wir hätten Ressourcen gespart, Arbeitsabläufe optimiert und die Schule hätte mehr Gewicht erlangt – schade!»

Und Gemeindepräsident Bosshard doppelte nach: «Eine Stärkung der Schule und eine direktere, bessere Kommunikation wären nur zwei von vielen Vorteilen gewesen.»

Die weiteren Traktanden wurden hingegen allesamt ohne Probleme angenommen. Zwei Kreditabrechnungen (Stationsstrasse und Verbindungsstrasse Tobel–Lommis) sowie das Budget sorgten dementsprechend auch für keine grossen Diskussionen. Bei gleichbleibendem Steuerfuss (50 Prozent Gemeinde und 65 Prozent Primarschule) rechnet Tobel-Tägerschen im laufenden Jahr mit einem Verlust von 136 000 Franken. Konsolidiert man diesen Minusbetrag aber mit den Technischen Werken, so ergibt sich daraus ein Plus von 14 000 Franken. Das Netto-Investitionsvolumen beträgt 595 000 Franken.