ENTSORGUNG: Kritik verstummte rasch

Die Delegierten des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid, ZAB, befinden heute über 16 Millionen Franken für die Umstellung auf Unterflurbehälter. In Zuzwil ist der Systemwechsel schon fast abgeschlossen.

Ursula Ammann
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Unterflurbehälter an der Lindaustrasse in Zuzwil. (Bild: PD)

Unterflurbehälter an der Lindaustrasse in Zuzwil. (Bild: PD)

«Teile der Bevölkerung waren zuerst sehr kritisch. Das hat sich aber schnell gelegt», sagt Roland Hardegger. Der Zuzwiler Gemeindepräsident spricht von der flächendeckenden Umstellung auf Unterflurbehälter, die in Zuzwil nahezu abgeschlossen ist. Die fast 5000-Seelen-Gemeinde ist eine der ersten im Gebiet des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid, die das neue Abfallsystem umgesetzt hat.

Zügig umsetzen, um Abfalltourismus zu vermeiden

Bevor die Gemeinde das Projekt in Angriff nahm, lud sie die Bevölkerung zu einem Infoanlass. Dies nicht zuletzt, weil es gegen die Umrüstung Opposition seitens der SVP-Ortspartei gab. «An jenem Abend ist es den Vertretern des ZAB und dem Gemeinderat aber gut gelungen, Unsicherheiten und Ängste aus dem Weg zu räumen», sagt Hardegger. So habe auch niemand eine Abstimmung verlangt, als das überarbeitete Abfallreglement dem öffentlichen Referendum unterstellt worden sei.

Der nächste Schritt bestand in der Erstellung eines Konzepts über die Anzahl und Standorte der Unterflurbehälter. Im Februar dieses Jahres begann die quartierweise Umsetzung.«Am Anfang hatte ich ab und zu ein Telefon, weil ein Behälter überfüllt war», so Hardegger. Das habe daran gelegen, dass Bewohner aus Quartieren, in denen noch die Haustürsammlung existierte, ihre Abfallsäcke in die bestehenden Unterflurbehälter warfen. Dank der raschen Umsetzung des neuen Systems in den übrigen Quartieren habe sich die Situation normalisiert, sagt Roland Hardegger. Deshalb empfiehlt er auch andern Gemeinden, die Umstellung auf Unterflurbehälter möglichst zügig anzugehen. «Ansonsten gibt es einen Abfalltourismus. Mittlerweile bekommt der Zuzwiler Gemeindepräsident nur noch positive Reaktionen aus der Bevölkerung.

In diesem Jahr sind in Zuzwil 35 Unterflurbehälter an 29 Standorten eingebaut worden. Geplant sind insgesamt 39 Behälter. Vier davon konnten wegen Einsprachen noch nicht realisiert werden. Es sind noch Rechtsverfahren hängig.

Der ZAB übernimmt im gesamten Einzugsgebiet die Kosten für die halbversenkten Standard-Unterflurbehälter. Die Gemeinde Zuzwil hat sich aus ästhetischen Gründen für die vollversenkbare Variante entschieden. Für das Projekt wurde im Budget 2015 ein Betrag von 180 000 Franken aufgenommen. Man rechnete mit einem Rückerstattungsbetrag des ZAB von 80 000 Franken. Sofern die Delegierten dem Pauschalbetrag zustimmen, wird sich der Rückerstattungsbetrag deutlich erhöhen.