ENTSCHIEDEN: Ein 0:4 ohne Konsequenzen

Heute wird die Swiss Football League vermelden, was seit Donnerstagabend feststeht: Dank dem Rückzug vom Le Mont aus dem Profifussball bleibt der FC Wil in der Challenge League. Der Schlussphase der laufenden Saison fehlt es somit an sportlichem Reiz.

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Trifft das Tor nicht mehr: Johan Vonlanthen, hier im Zweikampf mit dem ehemaligen Wiler Michael Gonçalves. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Trifft das Tor nicht mehr: Johan Vonlanthen, hier im Zweikampf mit dem ehemaligen Wiler Michael Gonçalves. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Gleich mit 0:4 verloren die Wiler am Samstag gegen Aufstiegsaspirant Xamax. Sie verbleiben damit auf dem letzten Tabellenplatz. Trotz des deutlichen Verdikts war die Stimmung nach Schlusspfiff auch schon schlechter gewesen. Dies aus nachvollziehbarem Grund: Da Le Mont Ende Saison das Projekt Profifussball abbricht und sich freiwillig aus der Challenge League zurückzieht, ist den Wilern der Ligaerhalt nicht mehr zu nehmen.

Der FC Wil bleibt trotz eines chaotischen Frühjahrs in der zweithöchsten Spielklasse. Die sportliche Talfahrt mit bisher 10 Niederlagen in 13 Partien seit der Winterpause wird ohne Konsequenzen bleiben. Die Äbtestädter können sich bis zum Saisonende problemlos noch fünf weitere Niederlagen leisten. Doch das will Trainer Maurizio Jacobacci selbstredend verhindern. Er sagt: «Wenn ich merke, dass ein Spieler nicht will, findet er sich auf der Ersatzbank wieder. Wir sind es dem Verein schuldig, in jedem Spiel unser Bestes zu geben.»

Gegen die Neuenburger war vorerst nichts davon zu spüren, dass die Luft draussen sein könnte. Vielmehr schien der nun nicht mehr vorhandene Druck befreiend zu wirken. Die Wiler traten kämpferisch auf und boten den Neuenburgern gut eine Halbzeit lang Paroli. Doch dann wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle doch noch gerecht. Aus Wiler Sicht auffällig: Johan Vonlanthen trifft das Tor nicht mehr. Nachdem er schon in den Wochen zuvor wiederholt gute Möglichkeiten vergeben hatte, hätte er auch gegen die Neuenburger treffen können, wenn nicht sogar müssen. «Man kann ruhig schreiben, dass ich schuld bin an der Niederlage», sagte der ehemalige Schweizer Nationalspieler.

Trotz Gratiseintritt keine 1000 Zuschauer

Leid tun konnte einem Ersatzgoalie Noam Baumann, der den gesperrten Captain Steven Deana ersetzte. Obwohl Baumann in seinem erst zweiten Challenge-League-Spiel nichts vorzuwerfen war, musste er viermal hinter sich greifen. Mit mehreren Paraden verhinderte der 21-Jährige ein noch deutlicheres Verdikt.

Bemerkenswert war die Zuschauerzahl. Trotz Gratiseintritt auf den Stehplätzen kamen nur 810 Fans. Dies ist einerseits dem strömenden Regen geschuldet, anderseits aber eine Konsequenz der vergangenen knapp zwei Jahre. Es braucht in den nächsten Monaten grosse Anstrengungen, um den erlittenen Imageschaden zu korrigieren.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch