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Entscheid stösst sauer auf: Unmut der Grünen Prowil über Vergabe des Mittagstisch-Caterings ungebrochen

Die neuerliche Vergabe des Caterings an die SV Schweiz AG hinterlässt bei den Grünen Prowil einen fahlen Beigeschmack. Guido Wick kündigte an, mit Vorstössen der Praxis der Stadt einen Riegel zu schieben.
Gianni Amstutz
Der Entscheid des Stadtrats bezüglich Mittagstisch-Catering schmeckt den Grünen Prowil gar nicht. (Bild: Nana do Carmo)

Der Entscheid des Stadtrats bezüglich Mittagstisch-Catering schmeckt den Grünen Prowil gar nicht. (Bild: Nana do Carmo)

«Unter dem Strich gab es bei der Vergabe des Mittagstisch-Caterings einen reinen Preiskampf.» Guido Wick (Grüne Prowil) wählte deutliche Worte, um seinem Unmut über den Entscheid des Stadtrats Ausdruck zu verleihen. Nominell sei der Preis zwar «nur» mit 50 Prozent berücksichtigt worden, doch auch die anderen Kriterien seien so ausformuliert worden, dass nur ein grosser Konzern den Zuschlag erhalten konnte, enervierte sich Guido Wick.

Die Entscheidung hauptsächlich aufgrund des Preises zu treffen, war aber nicht das einzige Haar, das Wick in der Suppe fand. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die SV Schweiz AG nicht für geeignet hält, das Catering der Mittagstische durchzuführen. Dies besonders deshalb, weil das Essen aus den Kanton Basel-Land angeliefert werden muss. Für eine Stadt wie Wil, die sich ökologische Ziele auf die Fahne schreibe und das Label «Energiestadt Gold» anstrebe, sei ein solcher Entscheid inakzeptabel. Zumal es in der vom Stadtrat verabschiedeten Legislaturplanung heisse: Die Stadt handelt als energetisches Vorbild und fördert energetisch vorbildliches Verhalten Dritter.

Heimatschutzklausel keine Begründung

Der Stadtrat torpediere seine Ziele mit der Vergabe an die SV Schweiz AG selbst und verkaufe dies als Pflicht. Wick sprach damit die Interpellationsantwort an, in der sich die Stadt auf den Standpunkt stellte, dass bei öffentlichen Vergaben lokale und regionale Bewerber nicht bevorzugen dürfe.

Der Fraktionspräsident der Grünen Prowil sah in der Heimatschutzklausel jedoch keine ausreichende Begründung für den Entscheid des Stadtrats. Durch eine andere Gewichtung der Kriterien beim Auswahlverfahren – hauptsächlich eine stärkere Gewichtung ökologischer Nachhaltigkeit – hätte die Stadt sehr wohl eine bessere, regionale Lösung finden können, so seine Meinung. Mit der Migros habe es einen solchen Bewerber gehabt, sagte Wick. Diese abzulehnen, nur weil sie 26 Rappen pro Essen teurer wäre, ergebe schlicht keinen Sinn. Die zuständige Stadträtin Jutta Röösli verwies auf die Interpellationsantwort, in welcher der Stadtrat festgehalten hat, dass der Transportwege für die Umweltbelastung im Vergleich zur Verwendung regionaler und saisonaler Produkte vernachlässigbar sind.

Grüne Prowil kündigen zwei Vorstösse an

Als Reaktion auf die unbefriedigende Antwort des Stadtrats kündigte Guido Wick an, zwei Vorstösse einzureichen. Damit soll der Stadtrat und künftig bei Vergaben nicht mehr sein eigenes Süppchen kochen können. Mit einer Motion, deren Inhalt er nicht weiter ausführte, soll der Stadtrat in die Schranken gewiesen werden. Dazu hofft Wick auf die Unterstützung der anderen Fraktionen. Denn nur wenn ihnen der Inhalt des Vorstosses mundet, hat er eine Chance.

Der zweite Vorstoss, den die Grünen Prowil dem Stadtparlament servieren werden, fordere ein Reglement, das die Vergabe von Aufträgen regelt. «Wir können so nicht weitermachen», bilanzierte Wick, der mit der Antwort des Stadtrats sehr unzufrieden war.

In der Frage des Mittagstisch-Caterings müssen die Grünen Prowil vorerst aber in den sauren Apfel beissen. Erst für das Schuljahr 2022/23 wird dieses neu ausgeschrieben. Ob es die Grünen Prowil mit ihren Vorstössen in der Zwischenzeit schaffen, die Kastanien in der Frage eines ökologischen Mittagstischs aus dem Feuer zu holen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Fraktion wird sich weiter kritisch mit dem Thema Mittagstisch-Catering auseinandersetzen, und wenn sie dies als nötig erachtet, erneut ihren Senf dazugeben.

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