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Entlang dem Thurdamm fallen 280 Bäume

Das Eschensterben weitet sich aus. Deshalb müssen 280 Bäume zwischen dem Sonnentaler Thursteg und der Einmündung der Glatt in die Thur gefällt werden. Ursache für die Baumkrankheit ist ein Pilz.
Philipp Stutz
Die Forstwarte Stefan Tönz (links) und Thomas Zahner haben eine Esche gefällt. Der Baum dürfte etwa 35 Meter hoch und zwischen 80 und 100 Jahre alt gewesen sein. (Bilder: Philipp Stutz)

Die Forstwarte Stefan Tönz (links) und Thomas Zahner haben eine Esche gefällt. Der Baum dürfte etwa 35 Meter hoch und zwischen 80 und 100 Jahre alt gewesen sein. (Bilder: Philipp Stutz)

Mit «Holzschlag» ist eine Tafel beschriftet, die eingangs des Wegs nahe der Thur steht. Das Dröhnen von Motorsägen vermischt sich mit dem Lärm der nahen Autobahn. «Vor allem Eschen sind betroffen, dazu einige dürre Ulmen, kleinere und grössere Bäume», sagt Revierförster Bruno Cozzio bei einem Rundgang entlang des Thurdamms, eines beliebten Naherholungsgebiets. 280 Bäume müssen gefällt werden, was über das ganze Gebiet von mehreren Waldbesitzern 650 Kubikmeter Holz ergibt.

Der Weg vom Sonnentalersteg in Richtung Glattmündung auf der südlichen Seite der Thur ist stark frequentiert: Fussgänger, Biker, Reiter sind hier unterwegs. Ausserdem findet sich in Nähe der Glattmündung eine Feuerstelle, die gerne von der Bevölkerung genutzt wird.

Baumfällen dient der Sicherheit

«Die Sicherheit der Passanten war wegen der Gefahr herabfallender Äste oder gar umstürzender Bäume nicht mehr gewährleistet», sagt Cozzio. Zumal auch eine Stromleitung der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) dem Wanderweg entlang führt. Eine der Eschen neigte sich gefährlich in Richtung dieser Leitung. Und wurde von den Forstwarten Stefan Tönz und Thomas Zahner bei unserem Rundgang sogleich gefällt. Bäume nahe der Leitung werden dazu mit einem Seil gesichert.

Jugendliche helfen beim Aufräumen

Der Wald ist bereits stark ausgelichtet worden. Jugendliche aus dem Kantonalen Jugendheim Platanenhof in Oberuzwil gelangen bei den Aufräumarbeiten zum Einsatz. «Sie sind motiviert und machen ihre Arbeit gut», lobt Bruno Cozzio. Das Holz dient als Nutzholz für Möbel, als hochwertige Holzschnitzel oder schlicht als Brennholz. Es wird gelagert und später verkauft.

Für die Kosten der Sicherheitsholzerei kommen der Waldbesitzer, die SAK und die Gemeinde Uzwil auf. Die Gesamtkosten dürften etwa bei 35 000 Franken liegen. Minimalziel sei, dass der Waldbesitzer nicht mehr zahlen müsse, als der Holzverkauf ergebe. «Das hängt von der Qualität des Holzes ab, die man aber erst beim Einmessen genau kennen wird», betont Cozzio.

Revierförster Bruno Cozzio zeigt einige der geschädigten Baumstämme.

Revierförster Bruno Cozzio zeigt einige der geschädigten Baumstämme.

Beim Holzschlag wurden Baumarten wie Buche, Birke, Ahorne, wenn möglich Eschen und einige Lärchen verschont. Bei der Aufforstung wird nach Möglichkeit auf Naturverjüngung geachtet.

Eschenwelke in die Schweiz eingeschleppt

«Das Eschensterben breitet sich immer weiter aus», sagt der Revierförster. «Unsere Eschen sind grösstenteils nicht genug resistent, um sich der Krankheit zu widersetzen.» Diese wird von einem Pilz, der Eschenwelke, verursacht. Er wurde vermutlich mit Pflanzenmaterial und durch Vögel in die Schweiz eingeschleppt. Anzeichen für das Eschensterben sind kahle Äste. Blätter der befallenen Bäume werden braun und welk. Die Krankheit befällt Eschen jeglichen Alters, besonders aber Jungbestände, in denen bis zu 90 Prozent der Bäume betroffen sind. Im schlimmsten – und meistens eintretenden – Fall führt die Eschenwelke zum Absterben des Baums.

Vollsperrung des Weges nicht nötig

«Eine Vollsperrung ist während der Fällarbeiten, die bis Ende Woche beendet sein sollten, nicht nötig», betont Bruno Cozzio. Bereits vor zwei Jahren mussten an der Strecke vom Buchental entlang der Glatt bis hinunter zur Thur rund 300 Bäume gefällt werden. Für die Waldeigentümer war ein Schaden entstanden, der sich frankenmässig im fünfstelligen Bereich bewegte. Inzwischen sind dort die lichten Stellen wieder von Grün bedeckt.

Auch auf dem Thurdamm zwischen Ober- und Niederbüren musste eine grosse Menge Holz geschlagen werden. «Die Esche wird uns in den nächsten Jahren noch stark beschäftigen und das Wald- und Landschaftsbild verändern», mutmasst der für den dortigen Bereich zuständige Revierförster Bernhard Herbert.

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