Energiestadt Flawil ja – aber nicht so

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Gemäss dem Energiekonzept hat die Gemeinde Flawil folgende energiepolitische Ziele: Reduktion des Energieverbrauchs und Förderung des öffentlichen und des Langsam-verkehrs (Fussgänger/Velo). Die geplante Elektrotankstelle an der Bahnhofstrasse widerspricht beiden Zielen. Denn Flawil fördert mit Steuergeldern die Energietankstelle und damit sowohl den privaten Energieverbrauch wie auch den Individualverkehr.

Flawil definiert die Bahnhofstrasse als «Begegnungszone». Dies bedeutet, dass der Bewegungsfreiheit der Fussgänger keine Hindernisse in den Weg gestellt werden sollen. Die Energietankstelle sowie die beiden im Plan eingezeichneten Parkplätze beidseits der Säule behindern sowohl das Flanieren wie auch den Aufenthalt zu einem ungestörten Gespräch. Durch Autofahrer, die auf eine Tankmöglichkeit warten, werden der öffentliche sowie der Individualverkehr eingangs der Bahnhofstrasse blockiert. Eine wirksame Förderung des öffentlichen Verkehrs bedingt, dass der Ortsbus die Zugs- und Busanschlüsse pünktlich erreicht. Eine Begrenzung der Auftankzeit auf den markierten Parkplätzen auf 30 Minuten hat zur Folge, dass zusätzlich auf Kosten der Steuerzahler häufige Kontrollen durchgeführt werden müssen.

Die Elektrotankstelle soll auf Initiative der Raiffeisenbank erstellt werden. Wer die Kosten für Installation und Unterhalt übernimmt, ist nicht bekannt. Als Standort besser geeignet wäre der Parkplatz der Raiffeisenbank. Dort werden weder Fussgänger noch der Ortsbus behindert. Die Bank könnte ihren Kunden wie auch andern Flawilern den Strom gratis zur Verfügung stellen. So könnte die Elektrotankstelle zu einem positiven Werbeträger der Raiffeisenbank werden, ohne das Gemeindebudget zu belasten.

Erwin und Martha Graf, Mittelgasse 24, 9230 Flawil