Energiefonds der Stadt Wil: Plötzlich fliessen die Fördergelder

Jahrelang wurde der Energiefonds der Stadt Wil unzureichend ausgeschöpft. Das hat sich nun geändert.

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Die Stadt Wil hat seit 2013 den Bau von 250 Fotovoltaikanlagen finanziell unterstützt. Bild: Urs Bucher

Die Stadt Wil hat seit 2013 den Bau von 250 Fotovoltaikanlagen finanziell unterstützt. Bild: Urs Bucher

Seit 2013 – also noch lange vor den Klimaprotesten – verfügt Wil über einen Energiefonds. Die Technischen Betriebe Wil zahlen jährlich einen Betrag von 400000 Franken in diesen ein. Damit werden Massnahmen unterstützt, die zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der Nutzung erneuerbarer Energie beitragen.

Dumm nur: In den vergangenen Jahren wurden die Beiträge jeweils nicht ausgeschöpft. Grund genug für SP-Stadtparlamentarier Christof Kälin, Anfang Juli eine Interpellation einzureichen. Darin erkundigte er sich nach den Gründen für die unzureichende Nutzung des Energiefonds und nach Lösungen.

Der Stadtrat ist ihm jedoch zuvorgekommen und scheint das Problem bereits in den Griff bekommen zu haben. So wurden in der ersten Jahreshälfte Beiträge für über 100 Fördermassnahmen und über 400000 Franken zugesichert. Damit übersteigen die zugesicherten Fördergelder schon jetzt den jährlichen Beitrag der Technischen Betriebe Wil an den Energiefonds.

Grund für die Zunahme der Förderbeiträge in diesem Jahr sind Anpassungen bei den Energie-Fördermassnahmen. Im Grundsatz betragen die Förderbeiträge der Stadt neu zusätzliche 50 Prozent zum kantonalen Beitrag. Letzterer bildet die Grundlage, um Gelder aus dem städtischen Energiefonds zu erhalten.

Zudem hat die Arbeitsgruppe Energiestadt der Stadt Wil den Maximalbetrag für den Bau für Photovoltaikanlagen (PV) von 7500 auf 15000 Franken verdoppelt. Seit der Einführung des Energiefonds flossen bereits 1,3 Millionen Franken in den Bau von rund 250 PV-Anlagen. Deren jährliche Stromproduktion entspricht dem Stromverbrauch von knapp 900 Wiler Haushalten – und befeuert die regionale Wertschöpfung.

Die Wiler Hauseigentümer lösten dank der Investitionen in ihre PV-Anlagen im lokalen und regionalen Gewerbe Aufträge von mehreren Millionen Franken aus. Im Durchschnitt löst ein Förderfranken sieben Franken lokale Investitionen aus, schreibt die Stadt.

Und auch die Zahlen des gesamten Förderprogramms lassen sich sehen. Mit den umgesetzten Massnahmen wurden seit der Einführung 2013 pro Jahr über 1000 Tonnen CO2 eingespart. Für die dafür aus dem Energiefonds eingesetzten gut zwei Millionen Franken Fördergelder leben symbolisch knapp 150 Personen in der Stadt Wil mit netto null CO2-Emissionen. (gia)