Endstation Kadaversammelstelle

REGION. Die Aussage eines Jägers, dem die Munition zu schade und zu teuer ist, um einen Rotfuchs zu schiessen, die teilt Wildhüter Max Stacher nicht. Stacher betreut seit 1982 den Kreis 7 der kantonalen Wildhut.

Zita Meienhofer
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Max Stacher Wildhüter Kreis 7 Kanton St. Gallen (Bild: pd)

Max Stacher Wildhüter Kreis 7 Kanton St. Gallen (Bild: pd)

REGION. Die Aussage eines Jägers, dem die Munition zu schade und zu teuer ist, um einen Rotfuchs zu schiessen, die teilt Wildhüter Max Stacher nicht. Stacher betreut seit 1982 den Kreis 7 der kantonalen Wildhut. Sein Gebiet umfasst die Reviere Wattwil, Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Mosnang, Kirchberg, Neckertal, Jonschwil, Oberuzwil, Uzwil, Bronschhofen, Zuzwil-Wil, Degersheim und Flawil. Er kann sich an Zeiten erinnern, als für ein Fell eines Rotfuchses zwischen 40 und 45 Franken bezahlt wurden, heute sind es noch etwa 10 Franken. Damals wurde nicht nur das Fell, sondern auch das Fleisch verwertet.

Heute geht das Fleisch an die Tierkadaversammelstellen, oft das Fell auch. «Nicht mehr jeder Jäger balgt einen geschossenen Rotfuchs», weiss er. Es sind weniger wirtschaftliche Gründe, die dazu führen, dass auch das Fell entsorgt wird, sondern die Tatsache, dass es Jäger gibt, die in Wohnungen leben und keine entsprechenden Räume zur Verfügung haben oder handwerklich ungeschickt sind. Wenn jedoch Stacher einen Rotfuchs schiesst, dann ist für ihn klar, dass er ihn auch balgt, das Fell erntet. Und er weiss: «Diese Einstellung haben viele Jäger in unserer Region.»

Um den Bestand des Rotfuchses zu regulieren, gibt es keine Vorschriften. «Vieles regelt die Natur für uns», erklärt Stacher und zeigt auf, dass Knappheit von Ressourcen die Bestände schmälern lässt. Einerseits müssen die Rotfüchse geschossen werden, weil sie zum Ärgernis der Menschen werden, weil sie Hühner holen, in Gärten koten oder Schuhe verschleppen, weil die Menschen kein Verständnis für dieses Raubtier haben. Andererseits nehme die Fuchsjagd – Ansitzjagd in der Nacht – unter Umständen etwas, das durch Krankheit früher oder später eingehen würde, erklärt Max Stacher.