Endlich neue Plätze für den FC

Seit 20 Jahren wird in Flawil über neue Fussballplätze diskutiert. Jetzt nimmt der Gemeinderat einen neuen Anlauf: An der Bürgerversammlung legt er einen 2,6-Millionen-Kredit vor. Für total 3,5 Mio. Franken sind zwei neue Plätze geplant.

Mario Fuchs
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Auf diese Wiese folgt Kunstrasen: Die Planer Fredy Fitze und Andrea Streicher, Gemeinderatsschreiber Andreas Eisenring, Gemeinderätin Barbara Tigges und Gemeindepräsident Werner Muchenberger (v. l.) informierten über das Projekt. Der gelbe Pflock im Boden markiert den Punkt, an dem – wenn alles nach Plan läuft – ab Mitte Juli 2013 die Eckfahne des neuen Kunstrasenplatzes steckt. (Bild: mf.)

Auf diese Wiese folgt Kunstrasen: Die Planer Fredy Fitze und Andrea Streicher, Gemeinderatsschreiber Andreas Eisenring, Gemeinderätin Barbara Tigges und Gemeindepräsident Werner Muchenberger (v. l.) informierten über das Projekt. Der gelbe Pflock im Boden markiert den Punkt, an dem – wenn alles nach Plan läuft – ab Mitte Juli 2013 die Eckfahne des neuen Kunstrasenplatzes steckt. (Bild: mf.)

FLAWIL. Die Worte sind deutlich: Von «bedauerlichem Zustand», von «hoffnungslos» und «oft unbenutzbar» war an der Pressekonferenz gestern die Rede. Das Thema: die Rasenplätze auf der Schützenwiese. Die von Gemeindepräsident Werner Muchenberger wörtlich skizzierte Tristesse ist Realität. Davon können sich die Anwesenden an diesem – zwecks Illustration bestellten? – Regentag gleich selbst überzeugen: Die beschuhten Füsse sinken auf dem Hauptspielfeld sofort ein, im Torraum liegt eine erdbraune Wasserlache. Vor allem jetzt, im Herbst, aber auch im Frühling muss das Spielfeld bei Schlechtwetter gesperrt werden. Dann werden Heimspiele des FC Flawil zu Auswärtsspielen. Und: Gegenwärtig sind fünf der sechs Rasenspielplätze in der Gemeinde für Meisterschaftsspiele zu klein. Seit 20 Jahren wird über neue Plätze für den Fussballclub diskutiert. Mehrere Versuche wurden unternommen, aber keiner endete im Goal.

Vereine wünschten Kunstrasen

Das soll dieses Mal anders sein. Sich der prekären Situation bewusst, analysierte die Kommission für Kultur, Freizeit und Sport unter der Leitung von Gemeinderätin Barbara Tigges 2010 alle Sportanlagen auf Gemeindegebiet. «Bei sämtlichen Vereinen klärten wir die Bedürfnisse ab. Der Rücklauf war sehr hoch», erklärt Barbara Tigges. Daraus entstand das Flawiler Sportstättenkonzept. «Es zeigte vor allem bei den Aussenanlagen Handlungsbedarf auf. Insbesondere ein Kunstrasenplatz wurde gewünscht», sagt Tigges. Mit dem Sportstättenkonzept war eine Grundlage vorhanden. Der Gemeinderat und der FC erarbeiteten ein konkretes Projekt.

Finanzielle Herausforderung

Dieses wurde gestern vorgestellt: Für insgesamt 3,5 Mio. Franken sollen die bestehenden Plätze auf der Schützenwiese abgebrochen und zwei neue – ein Kunstrasen und ein Naturrasen – gebaut werden. Der FC Flawil als Hauptnutzer erhält von der Gemeinde das Baurecht und tritt als Bauherr auf. An der Bürgerversammlung vom 27. November legt der Gemeinderat einen 2,6-Millionen-Kredit zur Abstimmung vor. Die verbleibenden 850 000 Franken muss der FC Flawil selbst aufbringen, wobei die Verantwortlichen mit Beiträgen von Sport-Toto (voraussichtlich 200 000 Franken) und einer privaten Stiftung (noch offen) rechnen.

Der grösste Flawiler Verein steht auch dann noch vor einer grossen Herausforderung: Er muss Geld in einer Höhe zwischen 150 000 und 400 000 Franken zusammenbringen. «Wie das bewerkstelligt werden kann, wird im Vorstand noch besprochen», sagt Vizepräsident Roland Büeler. Ideen seien vorhanden, zunächst müsse man aber den definitiven Entscheid der Bürgerschaft abwarten – «danach wird es wohl eine ausserordentliche Hauptversammlung geben».

Halbe Saison nur Auswärtsspiele

Roland Büeler freut sich sehr über das Projekt, auch wenn dessen Realisation aktuell noch nicht gesichert ist. «Es ist eine Art Geschenk zu unserem Jubiläumsfest», sagt er – der Club feiert am nächsten Wochenende sein 100jähriges Bestehen (siehe Seite 47 dieser Ausgabe). Wird der Kredit an der Bürgerversammlung genehmigt und gehen während des Baubewilligungsverfahrens keine Einsprachen ein, kann im Januar 2013 mit dem Bau des Kunstrasenplatzes begonnen werden. Mitte Juli 2013 wäre dieser im Optimalfall spielbereit, im Juni würden die Arbeiten für den Rasenplatz aufgenommen. Mindestens eine halbe Saison lang muss der FC Flawil entsprechend alle Spiele auswärts austragen.