Eishockey: Wil entlässt Sportchef Zeber

Nach rund zweieinhalb Jahren Zusammenarbeit trennt sich der 1.-Liga-Club per sofort von Daniel Zeber. Zu den Gründen schweigt der EC Wil. Trainer Andreas Ritsch übernimmt das Sportchef-Amt interimsweise.

Tim Frei
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Unter Daniel Zeber überzeugte Wil sportlich. (Bild: PD/EC Wil)

Unter Daniel Zeber überzeugte Wil sportlich. (Bild: PD/EC Wil)

Die Trennung von Sportchef Daniel Zeber erfolgt laut Mitteilung des EC Wil «im sofortigen und gegenseitigen Einvernehmen». Zu den Gründen der Entlassung wollte Vizepräsident Peter Wittwer, seit diesem Sommer Interimspräsident, auf Anfrage dieser Zeitung nichts sagen.

Weiter teilt der Verein mit, dass Trainer Andreas Ritsch das Sportchef-Amt per sofort interimsweise übernimmt. Und weiter: «Der Vorstand bedankt sich bei Daniel Zeber für seine geleisteten Arbeiten und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.»

Vertrag Anfang 2018 um zwei Jahre verlängert

Im Sommer 2016 war Zeber als designierter Nachfolger von Sportchef Christian Herzog präsentiert worden. Während der Saison 2016/2017 durchlief der heute 38-Jährige als Assistent von Herzog ein Lehrjahr, um dann in der folgenden Saison die Geschicke als Sportchef zu übernehmen.

Anfang dieses Jahres wurde der Vertrag mit Zeber frühzeitig um zwei Jahre verlängert. «Der Aufschwung unserer ersten Mannschaft und die damit verbundene neue Akzeptanz des EC Wil seitens seiner Anhänger ist stark verbunden mit der Arbeit unseres Sportchefs», begründete Präsident Daniel Kamber damals diesen Schritt.

Positive Bilanz unter Zeber

An der sportlichen Leistung der ersten Mannschaft Wils liegt die Trennung von Zeber sicher nicht, zeigt der EC Wil doch bisher eine ansehnliche Saison. Nach zwei Dritteln der Qualifikation ist der Verein auf Platz fünf klassiert. Und auch in der vergangenen Saison lief es dem 1.-Liga-Club unter Sportchef Zeber sehr gut: Nach dem Viertelfinalsieg gegen Frauenfeld war Wil erst im Halbfinal am späteren Meister Wetzikon gescheitert.

In der Kritik während Frauenfeld-Viertelfinal

Und trotzdem stand Zeber damals auch in der Kritik: Während der umkämpften Viertelfinal-Serie gegen Frauenfeld war der ehemalige Eishockey-Goalie für Negativschlagzeilen um den EC Wil verantwortlich. Zuerst unterstellte er nach der dritten Playoff-Partie dem Frauenfelder Trainer Emanuel Marbach, er stachle sein Team an, gegnerische Spieler zu verletzen. Marbach hatte dies vehement in Abrede gestellt und als Unwahrheit bezeichnet.

Nur wenig später, vor der vierten Partie, lud er Anhänger von Ligakonkurrent Arosa in die Eishalle Bergholz zum Null-Tarif ein. Das kam sowohl im Lager der Bündner als auch bei den eigenen Anhängern schlecht an.