EISHOCKEY: Wettkampflose Saison ist vorbei

Schon von Anfang an war klar, dass es in dieser 1.-Liga-Meisterschaft keinen Absteiger gibt und die vier besten Teams der Gruppe in die neue Swiss Regio League aufsteigen. Für den SC Weinfelden war diese Ausgangslage äusserst unattraktiv.

Ralf Rüthemann
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Der SCW-Headcoach Christian Modes blieb trotz fehlenden Wettkampfcharakters in der vergangenen Saison konzentriert. (Bild: Mario Gaccioli)

Der SCW-Headcoach Christian Modes blieb trotz fehlenden Wettkampfcharakters in der vergangenen Saison konzentriert. (Bild: Mario Gaccioli)

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

Ein 3:2-Auswärtssieg in Wil zum Abschluss – immerhin. Für den SC Weinfelden gestaltete sich die vergangene 1.-Liga-Meisterschaft als sehr schwierig. Der Wettkampfcharakter fehlte komplett, denn die Qualifikation für die Swiss Regio League – die neue Liga zwischen der NLB und der 1. Liga – war unrealistisch, und einen Absteiger gab es auch nicht. Wozu denn überhaupt noch die Scheibe versenken?

«Es war von Anfang an ziemlich schwierig für uns», sagt SCW-Headcoach Christian Modes. «Ich habe es nicht ideal gefunden, wie es der Verband gelöst hat. Aber gewinnen wollten wir natürlich trotzdem immer, das ist klar.» Nicht ideal dürften es auch die Verantwortlichen vom EHC Uzwil und EC Wil gefunden haben. Wobei sich der EC Wil nun über den Ligaerhalt, den er sonst nicht geschafft hätte, freuen darf. Der SC Weinfelden beendete die Meisterschaft auf Platz 9, dem ersten Platz unter dem Strich. Er verpasste die Playoffs damit allerdings nicht etwa knapp, sondern deutlich. Die Pikes EHC Oberthurgau auf dem 8. Tabellenplatz haben nach Abschluss der Qualifikationsphase mit 44 Punkten nämlich 23 Punkte mehr auf dem Konto als Weinfelden.

Konkurrenzkampf fehlt auch im Team

«Wir haben in dieser Saison unsere Pflicht erfüllt, mehr aber auch nicht», sagt Modes. Mehr durfte man auch nicht erwarten, denn ihm waren mit dem schmalen Kader die Hände gebunden. «Wir mussten jeweils mit zehn bis elf einsatzfähigen Spielern antreten.» Auch der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams habe gefehlt.

Nun befindet man sich beim SC Weinfelden wieder in der Aufbauphase. «Wir haben schon im Dezember begonnen, mit den Spielern zu reden. Und wir brauchen natürlich ein breiteres Kader, um eine schlagkräftige 1.-Liga-Mannschaft stellen zu können.» Christian Modes selbst hat auch vor, beim SC Weinfelden zu bleiben. Vertraglich sei aber noch nichts geregelt.

Frauenfeld macht Seewen den Weg frei

Die zwölf Mannschaften, die ab nächster Saison in der neuen Swiss Regio League antreten, sind seit vergangenem Wochenende bekannt. Es sind dies Bülach, Chur, Dübendorf und Seewen aus der Gruppe Ost, Basel, Brandis, Thun und Wiki-Münsterlingen aus der Gruppe Zentralschweiz und Düdingen, Sion-Nendaz, Star Forward Waadt und Neuchâtel aus der Gruppe West. Eigentlich hätte sich auch der EHC Frauenfeld für die Swiss Regio League qualifiziert, doch die Murgstädter verzichten und machen damit dem EHC Seewen den Weg frei. Die aktuelle Saison ist für diese Teams noch nicht vorbei, auch nicht für den EHC Frauenfeld. Es werden noch normale Playoffs gespielt (siehe Infobox).

Die Gespräche betreffend Zukunft der 1. Liga laufen derzeit intern bei den Clubs, wie Janos Kick von Swiss Ice Hockey mitteilt. Es steigen zwei oder drei Teams von der 2. Liga in die 1. Liga auf. Nächste Woche sollen weitere Details kommuniziert werden.