Eishockey: Uzwil überrascht, Wil mischt vorne mit

Der unermüdliche Teamgeist macht es möglich: Trotz schmalem Kader ist der 1.-Liga-Club Uzwil auch nach zwei Dritteln der Qualifikation immer noch im Rennen um die Playoffs. Wil kämpft um das Heimrecht – die Konkurrenz ist aber gross.

Tim Frei
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Wils Leeroy Rüsi (rechts) und Patrick Hohl von Uzwil blicken dem Puck nach. Obwohl die Uzwiler mindestens ebenbürtig waren, ging das bisher einzige Derby der Saison an Wil. (Bild: Ralph Ribi)

Wils Leeroy Rüsi (rechts) und Patrick Hohl von Uzwil blicken dem Puck nach. Obwohl die Uzwiler mindestens ebenbürtig waren, ging das bisher einzige Derby der Saison an Wil. (Bild: Ralph Ribi)

Dass der EC Wil in der oberen Tabellenhälfte mitspielen würde, verwundert nicht. Der Verein aus der 1. Liga Ost verstärkte sich massiv – etwa mit Andreas Ambühl, bester Torschütze der vergangenen Saison. Für viele Experten galten die Wiler gar als Transfersieger.

Eine grosse Überraschung ist dagegen die Leistung des EHC Uzwil. Nach rund zwei Dritteln der Qualifikation ist er auf Platz neun klassiert. Der Rückstand auf Platz acht, den letzten Playoffplatz, beträgt fünf Punkte.

Uzwil besticht seit Jahren mit Einsatzwillen

Damit konnte nicht gerechnet werden, war Uzwil doch mit einem schmalen Kader von nur 18 Feldspielern in die Saison gestartet. Sportchef Patrick Ammann sagt:

«Unser Ziel war, so lange wie möglich um das Playoff mitzuspielen. Dass dies trotz knappem Kader immer noch der Fall ist, macht uns sehr zufrieden.»

Auf der Suche nach den Gründen dieses Efforts landet man schnell einmal beim unermüdlichen Einsatzwillen, welchen die erste Mannschaft Uzwils seit Jahren auszeichnet. Ammann sagt:

«Wir hatten in der Vergangenheit immer einen Kern einheimischer Leadertypen, die den Kampfgeist vorlebten.»

Das sei auch in dieser Saison der Fall, so der Sportchef.

Einstellungsproblem gegen die Pikes

Nicht zu unterschätzen sei der Einfluss des Trainerteams um Headcoach Mischa Wasserfallen, so Ammann. «Er weiss genau, dass die Mannschaft nur dann eine Chance hat, wenn sie mit Herz spielt.» Der 37-Jährige ergänzt:

«Uns ist bewusst, dass wir dafür jeden Einzelnen brauchen – wenn einer nicht mitzieht, haben wir keine Chance.»

Bestes Beispiel dafür ist die 2:5-Heimniederlage gegen die Pikes Oberthurgau vom vergangenen Wochenende. «Unsere Einstellung stimmte nicht», sagte Trainer Wasserfallen damals.

Uzwil vor wegweisender Partie gegen Prättigau

Die Niederlage gegen die Pikes wirkte sich auch auf die Tabelle aus. Da das achtplatzierte Prättigau seine Partie gewonnen hatte, vergrösserte sich Uzwils Abstand auf den letzten Playoffplatz von zwei auf fünf Punkte. Der Spielplan will es, dass es am Samstag um 18.30 Uhr in Grüsch zur Direktbegegnung kommt. Amann sagt dazu:

«Das ist ein immens wichtiges Spiel für uns, ein richtiges Sechspunktespiel».

Damit übertreibt er keineswegs. Bei einem Sieg könnte Uzwil den Rückstand bis auf zwei Punkte reduzieren, bei einem Sieg könnte er bis auf acht Punkte anwachsen.

Auch Wil vor brisanter Partie

Das fünftplatzierte Wil steht ebenfalls vor einem wegweisenden Spiel am Samstag. Der Club misst sich auswärts gegen das drittplatzierte Herisau mit einem direkten Konkurrenten um das Heimrecht in den Playoffs. Dass die beiden Teams nur ein Punkt trennt, macht die Partie umso brisanter.

Der Kampf um die letzten Heimrechtsplätze könnte umstrittener nicht sein: Zwischen dem dritten und siebten Rang liegen gerade einmal drei Punkte. Wil-Trainer Andreas Ritsch sagt:

«Ab Platz drei ist alles möglich. Wir sind ganz nahe dran, da auch mitzumischen.»

Wie bei Uzwil fällt auch bei Wil die Zwischenbilanz positiv aus. «Sportlich läuft es gut. Wir sind auf dem richtigen Weg», so Ritsch, der zufrieden ist mit seiner jungen Mannschaft, der jüngsten der 1. Liga Ost.

Mettler und Ambühl nicht nur Punktesammler

Eine zentrale Rolle im Wiler Kollektiv spielen die auf diese Saison verpflichteten Ambühl und Elia-Marius Mettler. Das Stürmerduo liegt an der Spitze der Liga-Topskorerliste. Ist man in Wil überrascht über die Leistung der zwei Spieler? «Ja und nein», sagt Ritsch:

«Elia kommt aus einer längeren Verletzungsphase. Wir waren selber erstaunt, wie schnell er diese Form gefunden hat.»

Doch Wils Trainer sagt auch: «Beide Spieler zeichnen sich durch ihre Spielfreude und den unbändigen Willen aus, der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.» Das muss sich für die Konkurrenz wohl wie eine Drohung anfühlen.

Wil verliert im Cup

Wil verliert im Cup Der EC Wil kann von seiner guten Ausgangslage nicht profitieren. In der zweitletzten Qualifikationsrunde für den Cup der kommenden Saison hat es für die Wiler eine überraschende Niederlage beim 2.-Liga-Verein Luzern abgesetzt. An der Motivation fehlte es der ersten Wiler Mannschaft wohl kaum: Bei einem Sieg wäre es in der letzten Runde zu einem Derby gegen Uzwil gekommen. So aber messen sich die Uzwiler Anfang Februar 2019 mit Luzern um die Cup-Teilnahme. 

Letzte Meisterschaftspartien vor Weihnachten

Samstag, 17.30 Uhr: Herisau - Wil
Samstag, 18.30 Uhr: Prättigau-Herrschaft - Uzwil