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EISHOCKEY: «So fällt mir mein Rücktritt leichter»

Einem sind die Erfolge des EC Wil in dieser Saison besonders zu gönnen: Dem Vereinspräsidenten Daniel Kamber. Der Toggenburger hat in seiner zehnjährigen Präsidialzeit mehr sportliche Rückschläge hinnehmen müssen als Gründe zur Freude gehabt.
Urs Nobel
Daniel Kamber war zehn Jahre Präsident des EC Wil, an der nächsten Hauptversammlung tritt er zurück. (Bild: Urs Nobel)

Daniel Kamber war zehn Jahre Präsident des EC Wil, an der nächsten Hauptversammlung tritt er zurück. (Bild: Urs Nobel)

Im Juni will Daniel Kamber das Präsidium in neue Hände übergeben. Sein letztes Jahr der zehnjährigen Amtszeit war für ihn das Erfreulichste.

Daniel Kamber, sind Sie glücklich, dass Sie an diesem Samstag wieder einmal frei haben und nicht als Helfer an einem Hockeyspiel im Einsatz stehen müssen?

Ich werde wieder einmal für die Familie Zeit haben. Darauf freue ich mich sehr. Andrerseits wäre es unserer Mannschaft zu gönnen gewesen, wenn nochmals ein Spiel stattfände und wir die Chancen hätten wahrnehmen können, in den Playoff-Final einzuziehen.

Teilen Sie die Ansicht, dass der EC Wil in den drei gespielten Playoff-Halbfinalpartien gegen einen übermächtigen Gegner nie enttäuscht hat?

Das ist unbestritten. Der EHC Wetzikon ist nicht umsonst Qualifikationssieger geworden und war der klar stärkste Gegner, auf den man in der Ostschweiz treffen konnte. Darum erachte ich es als besonders erwähnenswert, dass sich die Mannschaft nie aufgegeben hat, im Gegenteil. Ich spürte den Willen und den Glauben im Team, nach Frauenfeld eine weitere Überraschung schaffen zu wollen.

Dem EC Wil gelang es im Verlauf der Saison immer wieder, für sportlich positive Schlagzeilen zu sorgen. Wer ist Ihrer Meinung nach dafür hauptverantwortlich?

Dass es dem EC Wil gelang, eine kompetitive Mannschaft für die Meisterschaft zu stellen, ist in erster Linie das Verdienst unseres Sportchefs. Dann hat sich auch das grosse Fachwissen und die Professionalität unseres Headcoaches Andy Ritsch positiv ausgewirkt. Es hat sich für den EC Wil gelohnt, erstmals einen Profi für die erste Mannschaft einzustellen. Nicht zu vergessen die Mannschaft. Sie ist die gesamte Saison als Einheit aufgetreten und ist das Ziel Playoffs stets unbeirrt angegangen und nie vom Kurs abgewichen.

Als Sie vor zehn Jahren das Präsidium des EC Wil angetreten haben, galten sie als Hockey-Laie. Hat sich das unterdessen geändert?

Es ist so, dass ich vom Eishockey gar nichts verstand. Ich kann sogar heute noch nicht Schlittschuhlaufen. Zwei Versuche mit Verletzungsfolgen zwangen mich, sofort wieder damit aufzuhören. Was das Eishockey anbelangt, habe ich seither doch Einiges gelernt. Ich darf behaupten, dass ich den Sport unterdessen sehr gut kenne. Ich habe grosse Achtung vor allen, die Eishockey spielen und sich manchmal trotz aller Fairness verletzen. Aber mich fasziniert dieser Teamsport und der Teamgedanke hat unserer Mannschaft nicht zuletzt zu dieser erfolgreichen Saison verholfen.

Ihre Präsidialzeit neigt sich dem Ende zu. Was gibt es für Sie bis zur Hauptversammlung noch alles zu erledigen?

Die Hauptversammlung ist am 8. Juni. Bis zu jenem Zeitpunkt versuche ich noch unserem Sportchef mitzuhelfen, wiederum eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Wir sind diesbezüglich schon ziemlich weit und mich freut, dass uns etliche Hockeyaner anfragen, bei uns spielen zu dürfen. Das war nicht immer so. Ich habe auch noch viel dazu beigetragen und bin immer noch daran, dass unsere Sponsoren bis mindestens Ende nächster Saison unter Vertrag sind. Mein Nachfolger soll ein Konstrukt übernehmen, bei dem möglichst viel aufgegleist ist und funktioniert. Organisatorisch gibt es zudem weiterhin diverse Dinge zu entscheiden oder zu regeln, für die ein Präsident zuständig ist.

Wer wird denn Ihr Nachfolger? Ist das schon bekannt?

Bis zum heutigen Tag kann ich noch keinen Nachfolger präsentieren. Wir befinden uns aber in intensiven Gesprächen mit einer interessanten Persönlichkeit. Mich würde es sehr freuen, wenn dieser Kandidat zusagen würde. Ich hoffe sehr, dass dieser mögliche Nachfolger innerhalb der nächsten zwei Wochen zusagt. Unser Wunschkandidat ist in Wil etabliert und gut vernetzt. Ich bin überzeugt, dass er zu einem Glücksfall für den EC Wil werden könnte.

So viel zur Hoffnung. Was passiert bei einer Absage? Hängen Sie dann einfach ein weiteres Jahr an?

Das wird definitiv nicht der Fall sein. Das habe ich an der letzten Hauptversammlung klar kommuniziert und daran halte ich fest. Ich habe mich für die Familie entschieden. Ich habe vergangenes Jahr geheiratet und eine Tochter bekommen. Hinzu kommt die «erfreuliche» Situation im Geschäft, die sehr angespannt ist, weil ich viel Arbeit habe. Dabei soll die Gesundheit nicht darunter leiden. Ob mit oder ohne Präsident, ich werde – sofern das gewünscht wird – den EC Wil weiterhin unterstützen, aber nicht mehr an vorderster Front.

Sie haben eine Phase des EC Wil mitgeprägt, die viele Enttäuschungen beinhaltete. Konnte Sie diese Saison dafür entschädigen?

In den meisten Fällen im Leben ist es so, dass man negative Aspekte schnell wieder ausblenden soll und sich auf das Positive fokussieren soll. So geht es auch mir. Aber es ist schon so, dass ich viel erleben musste, seit ich Präsident bin. Wir stiegen aus der 1. Liga ab und sausten im freien Fall sogar bis in die 3. Liga. Das war beileibe keine einfache Situation. Wir konnten uns jedoch wieder etablieren, schafften die Rückkehr und standen bis am Donnerstag erstmals in meiner Amtszeit in den Playoff-Halbfinals. Soviel ich weiss, war dies 2004 das letzte Mal der Fall. Im Sport gibt es ein stetes Auf und Ab wie kaum andernorts. Und ich habe mich deshalb etliche Male gefragt, was ich mir da antue. Aber ich habe als Präsident stets die Verantwortung übernommen und bin vorne hingestanden, wenn das auch nicht immer einfach war. Dabei unterstützten mich stets der Vorstand und unzählige Helfer, die den Teamgedanken ebenfalls lebten. Wenn ich nun jetzt auf diese erfreuliche vergangene Saison zurückblicke, dann fällt mir mein Rücktritt leichter und sollte auch meinem Nachfolger zu einem guten Einstieg verhelfen.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

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