EISHOCKEY: Schon frühmorgens aufnahmefähig

Der ehemalige NLA-Spieler Reto Stirnimann trainiert die Jugendlichen der Sportschule Appenzellerland auf dem Herisauer Eis. Mit dabei ist unter anderen auch Sven Fischbacher aus Zuckenriet.

Lukas Pfiffner
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Kurz nach halb sieben Uhr morgens, in der Eishalle des Sportzentrums Herisau. «Ihr müsst eure Grenzen ausloten, euren Körper kennen!», ruft Reto Stir­nimann den Jugendlichen zu, die sich ohne Stock und Puck tief ­gebeugt über die Eisfläche be­wegen.

Für das halbe Dutzend der Eishockeyspieler der Sportschule Appenzellerland ist dieses Training am Dienstagmorgen jeweils das strengste. Es geht dann meist um schlittschuhläuferische Elemente. Auch am Donnerstagmorgen und am Freitagmittag halten sich die Sportschüler auf dem Eis auf, am Montag und Mittwoch absolvieren sie Krafttrainings, dies alles nebst den Einheiten in ihren Clubs Wil, St. Gallen oder Herisau.

Wirkungsvoll auf die Spieler eingehen

«Ich kann in dieser Gruppe wirkungsvoll auf die einzelnen Spieler eingehen», erzählt Stirni­mann. Er hat einst in der NLA für Davos, die ZSC Lions und Ambri gespielt. Seit dieser Saison gehört der 43-jährige Trainer der Nachwuchsabteilung des SC Herisau an. Zusätzlich leitet er die Eistrainings der Sportschule; beim Schweizer Verband hat Stirni­mann ein 20-Prozent-Mandat im Bereich des «Erfassungslabels», eines Nachwuchsprojekts.

Zuletzt hat Stirnimann mit seiner Frau während gut dreier Jahre eine Pension in Ambri betrieben. Die ist nun verpachtet. Er sagt: «Eishockey liegt mir im Blut.» Er ist in Davos neben der Eisbahn aufgewachsen und hat jede freie Minute auf dem Eis verbracht – auch einmal ganz alleine. Eine Studie besage: «Wer einmal professionell Sport treiben will, muss innert zehn Jahren während 10 000 Stunden freiwillig tätig sein, zusätzlich zum normalen Vereinstraining.» Er erlebe die Sportschüler als sehr motiviert, auch früh am Morgen. «Sie sind wach und aufnahmefähig.» Auch wenn er ihnen auf dem Eis etwas Ungewohntes aufgibt, wie etwa Fussballspielen auf Schlittschuhen.

Auch Timo Meier und Kevin Fiala trainierten mit

Eishockey nimmt im Angebot der Sportschule Appenzellerland einen hohen Stellenwert ein. Der Uzwiler Kevin Fiala und der He­risauer Timo Meier, beide unterdessen in der National Hockey League unter Vertrag, übten einst unter deren Dach. Manch ehemaliger Sportschüler hat die Kontakte aufrechterhalten. Yanneck Hofstetter, Erstligaspieler in Wil, absolviert Krafttrainings mit der Sportschule. Ramon Tanner aus Waldstatt, unterdessen Davoser Elitejunior, schaut im Sommer immer wieder vorbei. «Der athletische Bereich spielt im Eishockey eine grosse Rolle», sagt Yves Zellweger. Er ist einer der besten Schweizer Weitspringer des vergangenen Jahres und arbeitet als stellvertretender Leiter der Sportschule.

Info-Anlass bezüglich Aufnahmeverfahren

«Wir sind sehr gut unterwegs», sagt Zellweger und nennt als Beispiele die aktuellen Erfolge der Alpinskifahrer und der Leicht­athleten. Viele der Sportschüler besuchen die Schule in einer Regelklasse der Partnerschulen in Teufen, Herisau oder Trogen. Aktuell laufen die Anmeldungen und das Aufnahmeverfahren im Hinblick auf das Schuljahr 2017/18.

Am Samstag, 11. Februar, findet um 9 Uhr in den Räumlichkeiten der Sportschule an der Landhausstrasse in Teufen ein weiterer Orientierungsanlass statt: Die Verantwortlichen informieren interessierte Trainer, Eltern und Jugendliche.

Lukas Pfiffner

sport@wilerzeitung.ch