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EISHOCKEY: Mit Österreich auf Mission

Seit gut einem halben Jahr führt Roger Bader das österreichische Nationalteam. Nun stehen mit der B-WM in Kiew die ersten Titelkämpfe auf dem Programm.
David Metzger
Nächste Woche wird Roger Bader in der Ukraine an der B-WM im Einsatz stehen. (Bild: Csaba Doemoetoer/GEPA-Pictures)

Nächste Woche wird Roger Bader in der Ukraine an der B-WM im Einsatz stehen. (Bild: Csaba Doemoetoer/GEPA-Pictures)

David Metzger

sport@wilerzeitung.ch

Sportpalast Kiew statt Uzehalle Uzwil. Rot-weiss statt blau-gelb. International statt regional. Roger Baders Lebensalltag hat sich seit seinem Abgang beim EHC Uzwil im Jahr 2013 stark gewandelt. Seit vergangenem Oktober hat der Schweizer beim Österreichischen Eishockeyverband die Führung als Cheftrainer des A-Nationalteams inne. «Zur eigenen Freude», wie Bader zu verstehen gibt.

Gemischte Gefühle – aber jetzt ist alles abgeschlossen

An das Kapitel EHC Uzwil erinnert er sich nur noch mit gemischten Gefühlen zurück. Das, obschon elf von dreizehn Jahren «toll» und «erfolgreich» verliefen. «Die Art und Weise, wie mit mir aber bei der Entlassung umgegangen worden ist, hat mir doch lange zugesetzt», reflektiert Bader. Trotzdem ist das Thema für ihn nun abgeschlossen, und es soll auch nicht neu aufgerollt werden. Heute verfolgt der 52-Jährige seinen ehemaligen Arbeitgeber nur noch sporadisch. Womöglich dürfte das Interesse zukünftig aber wieder etwas ­steigen. Denn mit Trainer Kevin Schüepp und Sportchef Patrick Ammann haben zwei Menschen das Ruder übernommen, welche unter Bader selbst noch Teil der Mannschaft waren. «Durch den guten Draht zu den beiden dürfte ich die Geschehnisse in Zukunft tatsächlich wieder etwas detaillierter verfolgen», verrät Bader.

Beruflich aber ist Bader versorgt. Längst hat er beim österreichischen Eishockeyverband eine neue und lukrative Aufgabe gefunden. Bader, der in der Schweiz selbst über 400 NLA-Spiele von der Bande aus nächster Nähe miterlebt hat, wurde im Herbst des vergangenen Jahres als Headcoach des A-Nationalteams bestätigt. Aufgenommen hatte Bader seine Arbeit beim ÖEHV bereits im Jahr 2014. ­Seine Verdienste als Trainer der U20-Mannschaft sowie als konzeptioneller Leiter des Nachwuchses blieben nicht unerkannt. Nun scheinen die Früchte auch bei den Profis bereits zu fruchten. Beim im Februar ausgetragenen Österreich-Cup gewann das Bader-Team alle drei Spiele. Geschlagen wurden der Reihe nach die formell stärker einzustufenden Slowaken, Norweger und Franzosen. Im Fernsehen und in Onlineforen hagelt es viele Lobeshymnen für den 52-jährigen Schweizer. «Endlich mal ein Teamchef, der es drauf hat», schreibt beispielsweise einer.

Veranstaltung in der Ukraine beeindruckt wenig

Wirklich beweisen muss sich ­Bader aber erst jetzt an der vom 22. bis 28. April stattfindenden B-WM in der Ukraine. Dort kämpft Österreich in einer Sechsergruppe um den Aufstieg in die Weltgruppe. Der Aufstieg als Ziel? «Es dürfte schwer werden», diagnostiziert Bader. Besonders auf Kasachstan gilt es aufzupassen. Die Kasachen verfügen über eine Mannschaft, die dem österreichischen Profiniveau weit überlegen ist. Erschwerend hinzu kommt für die Österreicher, dass keiner der drei vorhandenen NHL-Spieler zur Verfügung stehen wird. Bader: «Wir müssen über uns hinauswachsen.» Ausgetragen wird die zweithöchste Weltmeisterschaft im Eishockey in der Ukraine im Sportpalast von Kiew. Ukraine? «Ja genau, Ukraine.» Bader scheint ob der verheerenden Kriegszustände in der Ostukraine wenig beeindruckt. «Einen Sicherheitsdienst haben wir auf alle Fälle nicht dabei», sagt er. Er glaubt, der internationale Eishockeyverband werde die Bedingungen und die Sicherheitslage in der Ukraine schon überprüft haben. Zudem befände sich Kiew ja gut 700 Kilometer von der Unruheregion um Donezk entfernt. Entsprechend verläuft die Vorbereitung wie gewohnt. «Was jetzt im Vorfeld der Weltmeisterschaft aber festzustellen war, ist der ganze Medienrummel», erzählt Bader. Eishockey ist in Österreich regelmässig im Brennpunkt, die Spiele werden live im Fernsehen übertragen. «Verglichen zu meinen früheren Tätigkeiten als Assistenztrainer ist der Medienauflauf dann auch sicher eine jener Aufgaben, welcher sich am meisten verändert hat», weiss Bader. «Man steht viel öfter im Rampenlicht, damit muss man umzugehen wissen.»

Egal, wie die Österreicher an der WM abzuschneiden werden, Bader fühlt sich im «Land Berge» pudelwohl. Mündlich ist man sich bereits einig, das Engagement zu verlängern. «Ich erlebe den Österreicher als grossen, leidenschaftlichen Kämpfer, den möchte ich gerne noch weiterentwickeln», begründet Bader. Es sieht also ganz danach aus, als habe die Trainerkarriere von Roger Bader mit den Spielen im Sportpalast von Kiew ihren Zenit noch immer nicht erreicht.

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