EISHOCKEY
Mit bewährten Kräften in die Zukunft: Mit diesem Kader nimmt der EC Wil die neue Saison in Angriff

20 Vertragsverlängerungen, drei Zuzüge und vier Abgänge: Im Kader der ersten Mannschaft des EC Wil gibt es auf die neue Saison hin nur wenig Veränderungen. Während etwa der bisherige Captain Lars-Kevin Spillmann den 1.-Liga-Klub verlässt, stossen mit Filip Sluka, Sandro Meier und Colin Mettler drei verheissungsvolle Stürmer dazu.

Tim Frei
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Lucas Hohlbaum gehört zu jenen Spielern, die ihren Vertrag mit dem EC Wil verlängert haben.

Lucas Hohlbaum gehört zu jenen Spielern, die ihren Vertrag mit dem EC Wil verlängert haben.

Bilder: Tim Frei (Wil, 9. September 2020)

Was seit längerer Zeit befürchtet wurde, ist seit gut einem Monat Tatsache: der definitive Saisonabbruch sämtlicher Ligen im Amateureishockey. Nachdem der Bundesrat die Massnahmen gegen die Coronapandemie bis Ende Februar ausgeweitet hatte, konnte auch der spätestmögliche Termin für den Restart der Meisterschaften in den oberen Ligen der Regio League nicht mehr eingehalten werden.

Für den EC Wil und seine Konkurrenten ging damit Mitte Januar eine Saison zu Ende, die gar nie richtig begonnen hatte. Die Wiler bestritten bis Mitte Oktober gerade einmal fünf Meisterschaftspartien, ehe das bis heute geltende Wettkampfverbot im Breitensport das Amateurhockey zum Erliegen brachte.

Auch Stürmer Claudio Forrer (vorne) bleibt den Wilern erhalten.

Auch Stürmer Claudio Forrer (vorne) bleibt den Wilern erhalten.

Eine Zäsur, welche die Vereine noch länger spüren dürften. Umso positiver ist das Zeichen zu werten, das der EC Wil am Donnerstag, 17. Februar 2021, mit der Präsentation des Kaders für die neue Saison setzte. Und dies als eines der ersten 1.-Liga-Teams.

Pandemie wirkt sich auch auf den EC Wil aus: Ausgaben werden um zehn Prozent gekürzt

Doch auch Wils Kaderplanungen waren von den schwierigen Umständen bestimmt. Nachdem das Budget vor einem Jahr erheblich gekürzt werden musste, wurden die Ausgaben für die kommende Saison nochmals reduziert. Um zehn Prozent, wie EC-Wil-Präsident Roger Dietschweiler sagt:

«Erfreulicherweise haben alle Akteure der ersten Mannschaft eingewilligt, diesen Weg mit uns zu gehen.»

Patrick Hohl, seit vergangenem August Sportchef, stand vor der schwierigen Aufgabe, unter diesen Voraussetzungen eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Bereits im November führte er Gespräche mit allen Spielern des Teams über die Zukunft. Mit Erfolg: Ende Monat hatten schon 16 Akteure für eine weitere Saison zugesagt. Womit der Wunsch des Sportchefs und der Trainer erfüllt wurde: «Unser Ziel war es, das Kader bis auf einige Ausnahmen zusammenzuhalten», sagt Hohl. Seit gestern ist klar: 20 Spieler haben ihre Verträge verlängert.

Kader EC Wil 2021/2022

Torhüter (2): Oliver Etter (Jahrgang 1996), Daniel Schenkel (95).
Verteidiger (7): Brian Isenschmid (00), Colin Frischknecht, Levin Frischknecht (beide 02), Rico Hungerbühler (97), Sebastian Jonski (98), Silas Heuberger (00), Simon Steiner (91).
Stürmer (14): Levin Schneider (99), Lucas Hohlbaum (93), Pascal von Arburg (00), Claudio Forrer (99), Elias Brügger, Fabian Sennhauser (beide 01), Leeroy Rüsi (99), Aaron Grob (02), Alec Jäppinen, Matteo Schärer (beide 96), Silvan Schmuckli (00), Filip Sluka, Sandro Meier (beide neu von Winterthur/je 00), Colin Mettler (neu, Rückkehr nach Auszeit vom Eishockey/99).
Trainer (2): Kevin Schüepp (Head), Ivo Frischknecht. 

Stürmer Yannick Stiefel verlässt Wil aus beruflichen Gründen

Einzig vier Spieler sind nächste Saison nicht mehr dabei: Lars-Kevin Spillmann, Yannick Stiefel, Lukas Harder und Gian-Andri Gegenschatz. Verteidiger Spillmann, der in den vergangenen drei Saisons Captain war, wechselt zu Ligakonkurrent EHC Frauenfeld, der Aufstiegsambitionen hegt. Stürmer Stiefel verlässt Wil aus beruflichen Gründen, Stürmer Lukas Harder erhielt keinen neuen Vertrag. Verteidiger Gegenschatz kehrt zu den Red Lions Reinach zurück, die ebenfalls in der 1.Liga spielen.

Den vier Abgängen stehen die Zuzüge dreier Stürmer gegenüber: Sandro Meier, Filip Sluka und Colin Mettler. Hohl: «Dass wir uns trotz der schwierigen Umstände mit jungen und talentierten Spielern gezielt verstärken konnten, freut uns sehr.»

Spieler mit Skorerqualitäten: Die Zuzüge der beiden Stürmer Sandro Meier und Filip Sluka versprechen einiges

Der 20-jährige Meier spielte bereits im Herbst via B-Lizenz für die Wiler, nun wurde er definitiv vom EHC Winterthur übernommen. Der gleichaltrige Sluka bestritt in der noch laufenden Profisaison 20 Swiss-League-Spiele für Winterthur. Auch Meier lief bereits für die Zürcher in der zweithöchsten Liga auf.

Mettler, 21, gehörte bereits einmal Wils Kader an. Nach einer Auszeit vom Hockey kehrt er zurück. Die Zuzüge von Meier und Sluka sind in der Tat vielversprechend. In den vergangenen zwei Saisons waren die beiden Stürmer die zwei besten Skorer der Winterthurer U20.

Wie stark kehrt Colin Mettler nach seiner Auszeit vom Eishockey zurück?

Es gibt natürlich Unterschiede zwischen Nachwuchs- und Erwachsenenhockey. Dennoch deutet einiges darauf, dass sich Wil mit Meier und Sluka zwei torgefährliche Stürmer geangelt hat. Zumal Meier im Herbst sein Potenzial im Wiler Trikot angedeutet hat.

Mettler, ebenfalls mit Swiss-League-Erfahrung, bestritt zwei Saisons zusammen mit Sluka in Winterthurs U20. Dabei punktete er konstant. Nun stellt sich aber die Frage, wie stark er nach der Pause vom Hockey zurückkehrt.

Die Wiler halten noch nach einem Verteidiger Ausschau

Sportchef Hohl hofft, dass mit diesen drei Zuzügen der «teilweise etwas fehlenden Durchschlagskraft in der Offensive aus der vergangenen Saison» entgegengewirkt werden könne. «Wir glauben daran, dass wir mit einem der besten Torhüterduos der Liga, der sehr stabilen Verteidigung und dem verstärkten Sturm eine gute Rolle in der 1. Liga übernehmen können.»

Die Transferaktivitäten sind gemäss Hohl «grundsätzlich abgeschlossen». Angesichts des Abgangs von Spillmann würde man aber noch nach einem Verteidiger «Ausschau halten».

Nach dem Sommertraining in Wil startet die erste Mannschaft im August mit dem Eistraining in St. Gallen. Ab September wird das Team erstmals Einheiten im Bergholz absolvieren. Insgesamt sind fünf Vorbereitungspartien geplant.