EISHOCKEY: Mehr Spannung als Klasse

Zum dritten Mal in dieser Saison gewinnt der SC Herisau gegen Rheintal mit einem Tor Differenz. Zum 3:2 im ersten Halbfinalspiel steuert ein Verteidiger zwei Treffer bei. Heute folgt in Widnau Spiel zwei.

Mea Mc Ghee
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Herisaus Speranzino prüft Rheintal-Goalie Metzler. Dieser pariert den Puck mit der Fanghand. (Bild: Jesko Calderara)

Herisaus Speranzino prüft Rheintal-Goalie Metzler. Dieser pariert den Puck mit der Fanghand. (Bild: Jesko Calderara)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Derby im Playoff-Halbfinal: Rückkehr von Spielern hüben wie drüben, ein SCH-Urgestein als Trainer des Gegners, ein Top-Torhüter hier, ein Paradesturm da – die Affiche zwischen Herisau und Rheintal schürte Erwartungen. Doch die 478 Zuschauer im Sportzentrum kamen am Donnerstag nur bedingt auf ihre Kosten. Abwartend agierten die beiden Mannschaften in der Startphase, und im Defensivspiel war eine gewisse Nervosität auszumachen. Es geht um viel, denn der Gewinner der Serie ist aufstiegsberechtigt und spielt um den Titel des Regionalmeisters.

Entscheidenden Anteil am Sieg des SC Herisau hatte Verteidiger Kevin Homberger. «Bring die Scheibe aufs Tor», habe er gedacht, als er in der 42. Minute unbehelligt über links ins Gäste­drittel ziehen konnte. Rheintal-Goalie Metzler wurde vom Distanzschuss überrascht – so wie wohl die meisten im Sportzentrum. 2:2 hiess es nun, nachdem die Mannschaft von Trainer Märk Rechsteiner zuvor zweimal ins Hintertreffen geraten war. Ströhle aus Rheintals starkem ersten Block hatte nach einem Heris­auer Scheibenverlust hinter dem Tor das 1:0 erzielt (9.). Sandro Bartholet gelang kurz nach Spielhälfte das 2:1. Dazwischen war Herisau im Powerplay erfolgreich (22.). Während einer Minute spielten die Gastgeber gar in doppelter Überzahl – ohne Erfolg. Doch vier Sekunden nach der Rückkehr des ersten Rheintalers verwertete Pace im Nachschuss zum 2:2. «Für mich die Schlüsselszene des Spiels», bemerkte Rheintal-Trainer Roger Nater. Er war nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannen und auch nicht mit jedem Entscheid der Unparteiischen. Schiedsrichter Jörg wurde im Mittelabschnitt von einem Puck an der Wade getroffen, worauf im Schlussdrittel sein im Playoff obligatorischer Ersatz zum Einsatz kam.

Scheibe nicht hinter der Linie

Die Partie lebte weit mehr von der Spannung denn von der Klasse. Im Schlussdrittel legten die Gastgeber zu, sie gestanden Rheintal aber einige Konter zu. Strebel hatte gar die Chance zu einem Shorthander (53.), doch Marc Klingler wehrte gegen den schnellen Flügel. Keine zwanzig Sekunden später avancierte Homberger mit seinem zweiten Treffer zum Matchwinner. «Mein Schuss wurde wohl von Bommeli noch abgelenkt», relativierte Herisaus Nummer drei. Das Geschehen blieb im Anschluss an das 3:2 turbulent: Die Gäste jubelten bereits, als sie die Scheibe nach Ströhles Schuss hinter der Linie sahen. Die Schiedsrichter waren aber gut postiert und gaben den Treffer nicht. So ging es hin und her, beide Mannschaften hatten Chancen. In der Schlussphase spielte Rheintal noch einmal in Überzahl. Nater ersetzte nach einem Time-out den Goalie durch einen sechsten Feldspieler, so dass die Gäste während 58 Sekunden mit sechs gegen vier agierten. Doch Klingler & Co. hielten sich schadlos. «Mit einem Sieg zu starten, gibt uns ein gutes Gefühl», sagte Doppeltorschütze Homberger. Zum dritten Mal in dieser Saison bezwang Herisau die Rheintaler mit einem Tor Differenz. Homberger erwartet denn auch eine umkämpfte Fortsetzung der Serie.

Heute Samstag um 17.30 Uhr wird in der Eishalle Aegeten in Widnau das zweite Spiel der Serie Best-of-five angepfiffen.

Herisau – Rheintal 3:2 (0:1, 1:1, 2:0)

Sportzentrum. – 478 Zuschauer. – Sr. Fausch/Jörg (ab 41. Lamers)

Tore: 9. Ströhle (Breitenmoser, Holenstein) 0:1. 22. Pace (Grau, Ausschluss Holenstein) 1:1. 32. S. Bartholet (Sabanovic) 1:2. 42. Homberger 2:2. 53. Homberger (M. Koller, Widmer, Ausschluss Paul, Speranzino) 3:2.

Herisau: Klingler; Homberger, M. Koller; Matteo, Noser; Olbrecht, Rutishauser; Bleiker, Studerus; Bommeli, Widmer, T. Koller; R. Popp, Rotzinger, Speranzino; Jeitziner, Pace, Grau; Biefer, M. Popp, Hausammann.

Rheintal: Metzler; Obrist, Paul; D. Bartholet, Diener; Berweger, Sabanovic; Ströhle, Holenstein, Breitenmoser; Pfeiffer, Moser, Strebel; Binder, S. Bartholet, Knöpfel; Bärtsch, Stoop, Schawalder.

Strafen: Herisau 4 mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Pace. Rheintal 7-mal 2 Minuten.

Bemerkungen: 60. (59:02) Time-out Rheintal, danach ohne Torhüter.