EISHOCKEY: Kein einfacher Abschied

Der Herisauer Beat Forster startet heute Abend gegen den HC Lausanne letztmals mit dem HC Davos in die Playoffs. Danach wechselt er zum EHC Biel, wo er auf einen alten Bekannten aus Herisau trifft.

Arcangelo Balsamo
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Beat Forster spielte in seiner Karriere während dreizehn Saisons für den HC Davos. (Bild: Urs Lindt/freshfocus, 21. Oktober 2016)

Beat Forster spielte in seiner Karriere während dreizehn Saisons für den HC Davos. (Bild: Urs Lindt/freshfocus, 21. Oktober 2016)

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appenzellerzeitung.ch

Anfang Dezember wurde dem Herisauer Beat Forster von den Verantwortlichen des HC Davos mitgeteilt, dass sie von der Auflösungsklausel in seinem bis 2019 laufenden Vertrag Gebrauch machen und er somit nach einem neuen Club Ausschau halten könne. «Der Entscheid kam für mich überraschend, da es mir zu diesem Zeitpunkt sportlich gut lief», sagt der 34-Jährige zur Auflösung. Über die Gründe, die den HCD dazu bewogen haben, das Arbeitsverhältnis zu beenden, möchte der langjährige Davos-Verteidiger keine Auskunft geben.

Angesprochen auf die Situation anderer routinierter Spieler wie Steve Hirschi (35), Martin Plüss (39) oder Mathias Seger (39), die allesamt in dieser Saison auch vor einer ungewissen Zukunft standen beziehungsweise im Fall von Plüss noch stehen, sagt Forster, dass man heutzutage andere Spielertypen favorisiere. «Am besten ist es, wenn man einfach nur Ja und Amen sagt. Typen mit Ecken und Kanten sind nicht mehr so gefragt. Ausserdem ist die Technik ein immer wichtigerer Faktor», so der Herisauer.

Nachdem ihm mitgeteilt worden ist, dass er ab kommender Saison nicht mehr die Farben der Bündner tragen wird, orientierte sich der Herisauer neu. Fündig wurde er im Seeland beim EHC Biel. «Ich hatte Angebote von verschiedenen Clubs aus der NLA, doch das von Biel passte am besten. Wichtig war mir, dass nicht nur der sportliche Aspekt, sondern auch das Umfeld für meine Familie stimmt», sagt der Vater von drei Kindern.

Dass in Biel mit Jonas Hiller ein Herisauer das Tor hüte, sei ein Faktor für seinen Entscheid gewesen. «Aber nicht, weil er aus Herisau kommt, sondern weil es immer gut ist, einen sehr guten Goalie hinter sich zu haben», sagt Forster. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit, als sie ihre Karriere bei den Junioren des SC Herisau starteten. Trotz der gemeinsamen Vergangenheit hatten sie in den vergangenen Jahren nur wenig Kontakt.

In Herisau sei Forster schon lange nicht mehr gewesen. «Wenn ich ins Appenzellerland gehe, dann nach Urnäsch, um meinen Grossvater zu besuchen.» Dennoch bekäme er über Facebook ab und zu mit, wie es dem SC Herisau laufe. «Ich glaube, in der regulären Saison haben sie nur ein Spiel verloren», zeigt er sich gut informiert.

Dass er heute zum letzten Mal mit Davos in die Playoffs startet, habe er bereits realisiert. «Sentimentalitäten sind aktuell aber fehl am Platz. Schliesslich beginnt nun die schönste und intensivste Phase der Saison», so der Herisauer vor dem Viertelfinal gegen den HC Lausanne. Dass es am Ende der Saison durchaus sentimental werden könne, schliesst er aber nicht aus: «Nach 13 Jahren ist ein Abschied nie einfach.»

Besonders vermissen werde er vermutlich die sonnigen Davoser Wintertage. Doch er freue sich bereits auf die neue Challenge. «Ich möchte den Jungen beim EHC Biel mein Wissen vermitteln und ihnen so helfen, sich zu verbessern. Ausserdem muss es das Ziel sein, sich unter den grünen, also den besten acht Teams der Liga zu etablieren und eventuell noch ein paar Schritte weiter nach vorne zu machen», blickt er bereits auf seine Bieler Zukunft voraus. Die Vorbereitungen, wie etwa Wohnungs- und Schulsuche, müssen bis dahin jedoch noch hinten anstehen. Denn für Beat Forster zählen ab heute Abend nur die Playoffs und der HCD, mit dem er natürlich am liebsten nochmals Schweizer Meister werden würde. Es wäre sein sechster Titel mit den Bündnern und sein siebter insgesamt.