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Ende Saison ist Schluss: EC-Wil-Präsident Dietschweiler tritt aus privaten Gründen nach der kommenden Spielzeit zurück

Der Wiler Eishockeyklub braucht ein neues Oberhaupt. Präsident Roger Dietschweiler hat am Wochenende seinen Rücktritt per Ende der bevorstehenden Saison angekündigt. Auch Finanzchefin Gabriela Hasler nimmt den Hut. Das sind die Hintergründe.

Simon Dudle
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Zieht Ende Saison den Schlussstrich: Roger Dietschweiler ist bald nicht mehr Präsident des EC Wil.

Zieht Ende Saison den Schlussstrich: Roger Dietschweiler ist bald nicht mehr Präsident des EC Wil.

Bild: Michel Canonica

«Langfristig geht das so nicht», sagt Roger Dietschweiler zur aktuellen Situation, in welcher er sich befindet. Er spielt darauf an, dass die Coronapandemie und deren Begleiterscheinungen so manches verkompliziert hätten. Beim EC Wil einerseits, in seinem Berufsleben andererseits.

So musste Dietschweiler die Konsequenzen ziehen und den Rücktritt beim EC Wil ankündigen. Dieser erfolgt per Ende der bevorstehenden Saison, spätestens aber am 30. April des kommenden Jahres. Der Noch-Präsident sagt unmissverständlich:

«Wenn ein neues Führungsteam schon früher übernehmen will, dann trete ich auch früher kürzer.»

Doch noch ist kein neuer Präsident in Sicht. Zuerst muss geklärt werden, wer einen neuen Vereinsvorsteher sucht. Man werde dies wohl im Vorstand tun, hoffe aber auch auf Inputs von aussen.

Finanzielle Situation wurde stabilisiert

Der neue Präsident soll die Marschrichtung der kommenden Jahre vorgeben. Unter der Führung Dietschweilers wurde ein Paradigmenwechsel vorgenommen. Waren zu Beginn relativ renommierte und teure Spieler zugegen, so setzt man aktuell auf die Jugend – und Lokalkolorit. Die Wiler steigen am kommenden Samstag mit dem jüngsten aller 1.-Liga-Teams in die neue Saison. Der Altersdurchschnitt liegt bei gerade einmal 21 Jahren. Von den 24 Spielen sind 6 aus Wil.

Blickt Dietschweiler auf sein knapp dreijähriges Wirken in der Eishalle Bergholz zurück, so nennt er die finanzielle Gesundung als grössten Meilenstein. Er hatte den Verein im Frühjahr 2019 in einer turbulenten Phase übernommen, als der Klub die Stadionmiete nicht gezahlt hatte. Oder wie Dietschweiler es formuliert:

«Wir hatten das Messer im Rücken.»

Die finanzielle Situation hätte stabilisiert werden können. «Wir stehen heute gut da und sind schuldenfrei», sagt der scheidende Präsident. Und das nach einer herausfordernden Coronaphase, bei welcher wegen des Ausfalls der Meisterschaft kaum Einnahmen generiert werden konnten. Viele Sponsoren hätten auf Rückforderungen verzichtet. Zudem gab es Geld vom Verband.

Zwei Vorstandsposten zu besetzen

Neben dem Präsidentenposten wird Ende Saison auch jener des Finanzchefs frei. Denn Amtsinhaberin Gabriela Hasler hört ebenfalls auf. Dies kommt wenig überraschend, ist sie doch in den Unternehmen Dietschweilers ebenfalls für die Finanzen verantwortlich. Auch sie war, wie Dietschweiler, im April 2019 in den Vorstand des EC Wil gewählt worden. Ansonsten ist der Vorstand aber komplett.

Bis zum Ende der bevorstehenden Saison will Dietschweiler dem EC Wil «zu 100 Prozent» zur Verfügung stehen. Auch danach bleibt er unterstützend erhalten. Der Zeitpunkt der Rücktrittsankündigung eine Woche vor dem Saisonstart ist zwar ungewohnt, wurde aber bewusst gewählt. Einerseits sind die Planungen für die bevorstehende Spielzeit abgeschlossen. Andererseits bleibt genügend Zeit, um die Nachfolgeregelung zu klären. Dietschweiler sagt:

«Wir wollten nicht, dass Spekulationen aufkommen und haben darum bereits jetzt kommuniziert.»

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