Eishockey
Eine 4:0-Führung aus der Hand gegeben: Herisau dreht das Derby gegen den EC Wil und gewinnt im Penaltyschiessen

Was für ein Spiel in der Eishalle Bergholz. Der EC Wil startete furios ins 1.-Liga-Spiel gegen Herisau und führte nach zehn Minuten mit 3:0. Am Ende reichte es aber nicht für den Sieg, denn Herisau holte im zweiten und dritten Drittel vier Tore auf und entschied die Partie im Penaltyschiessen für sich.

Lukas Tanno
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Wils Leeroy Rüsi (links) erzielte im Derby gegen Herisau kurz nach Start des zweiten Drittels das 4:0 für den EC Wil.

Wils Leeroy Rüsi (links) erzielte im Derby gegen Herisau kurz nach Start des zweiten Drittels das 4:0 für den EC Wil.

Bild: Lukas Tanno

«Ich muss sagen, dass Herisau verdient gewonnen hat. Wir konnten unser Niveau einfach nicht lang genug halten und haben leider nur 30 Minuten gutes Hockey gespielt», sagte Wil-Trainer Kevin Schüepp nach der Partie. Der EC Wil hat im Derby gegen Herisau eine 4:0-Führung verspielt. Dementsprechend war auch die Gemütslage bei den Wilern nach der Niederlage.

Die Spieler liefen mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Für Schüepp nachvollziehbar: «Klar ist man enttäuscht, wenn man so ein Spiel verliert. Trotzdem ist die Stimmung im Team gut. Wir wissen, was wir imstande sind, zu leisten, und müssen einfach an der Konstanz arbeiten.»

EC Wil zeigt fulminantes Startfeuerwerk

Dabei hatte das Spiel für die Wiler perfekt begonnen. Bereits nach vier Minuten erzielte Lars Kellenberger mit seinem achten Saisontor das 1:0 und etwas mehr als zwei Minuten später war es Levin Schneider, welcher auf Vorlage von Kellenberger und Jonski die Führung ausbaute. Das Wiler Startfeuerwerk war aber noch nicht vorbei. Im Powerplay erzielte Filip Sluka das dritte Tor des EC Wil am Samstagabend.

Mit dieser Führung ging es in die erste Drittelpause. In der 22. Minute schloss Leeroy Rüsi zum 4:0 ab. «Das vierte Tor kam meiner Meinung nach fast ein wenig zu früh. Wir waren uns dadurch zu sicher, dass das Spiel schon gelaufen ist, und haben danach passiv gespielt. Herisau hat die Chance gesehen, doch noch etwas zu holen, und hat gut gespielt», analysierte Schüepp das zweite Drittel.

Herisau konnte im gleichen Durchgang noch auf 2:4 verkürzen. Ein grosses Problem der Wiler waren die vielen Strafen. Allein im zweiten Drittel mussten vier Spieler für zwei Minuten auf die Strafbank, während die Herisauer keine Strafen in Kauf nehmen mussten. Auch Schüepp fand, dass man zu oft in Unterzahl spielen musste:

«Die Strafen waren ganz klar ein Problem. Wir haben vor allem zu viele unnötige Offensivfouls gemacht und uns so in eine Situation gebracht, in der wir nur noch reagieren anstatt agieren konnten.»

Im Schlussdrittel war das Momentum auf der Seite der Gäste. Wil hatte zu wenig Zugriff auf das Spiel und kassierte kurz nach Drittelstart den Anschlusstreffer. Und drei Minuten vor Schluss war es Herisaus Michael Pfranger, der zum 4:4 einschob. Da in der Verlängerung kein Sieger ermittelt wurde, musste das Penaltyschiessen entscheiden. Dort traf Roman Popp als einziger Schütze und sorgte so für den knappen 5:4-Auswärtssieg für Herisau.

Der Wiler Trainer ist mit der bisherigen Vorrunde zufrieden

Obwohl der EC Wil eine Vier-Tore-Führung aus der Hand gab, gibt es für Schüepp auch durchaus Positives: «Wir haben bisher eine gute Vorrunde gespielt. Hätte mir jemand gesagt, dass wir nach elf Spielen mit 21 Punkten dastehen, hätte ich direkt unterschrieben. Unser Fokus liegt jetzt aber schon beim nächsten Meisterschaftsspiel gegen Rheintal. Dort wollen wir uns für die Saisonstartniederlage revanchieren und die nächsten drei Punkte einfahren.»

Hier geht's zum Telegramm des Spiels.

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