Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Ein Selfie mit Shaun White

Während dreier Wochen weilte Dominique Rüegg aus Rossrüti an den Olympischen Spielen. Obschon für die Nati nicht das erhoffte Edelmetall heraussprang, blickt die 22-Jährige positiv auf die Zeit zurück.
David Metzger
Faszination der fünf Ringe: Dominique Rüegg sitzt aussen links im blauen Ring.

Faszination der fünf Ringe: Dominique Rüegg sitzt aussen links im blauen Ring.

David Metzger

sport@wilerzeitung.ch

Dominique Rüegg, mittlerweile hat sich der Medienrummel der Olympischen Spiele wieder gelegt und Sie sind in die Schweiz zurückgekehrt. Haben Sie alles gut verarbeitet?

Leider blieb zur Verarbeitung kaum Zeit. Nach der Rückreise standen nur gerade drei trainingsfreie Tage zur Verfügung, ehe das Programm mit den ZSC Lions bereits wieder weiterging. Dort stehen wir derzeit mitten in der heissen Playoffphase. Die ersten beiden Halbfinalspiele wussten wir erfolgreich zu bestreiten. Nun wollen wir uns für die Finalserie qualifizieren.

Unabhängig dessen dürften die Olympischen Spiele in Pyeongchang für Sie das sportliche Jahreshighlight bleiben. Gab es in Korea so etwas wie einen «magischen Moment»?

Die ganze Fülle dieses Grossanlasses war ein extrem eindrückliches Erlebnis. Gekribbelt hat es beispielsweise, als wir zum ersten Mal das Olympische Dorf in seiner ganzen Aufmachung erspähten. Meine Teamkolleginnen, welche die Spiele schon einmal erlebt haben, hatten mir im Vorfeld natürlich bereits viel darüber erzählt. Dennoch wurden meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Speziell war zudem auch die Eröffnungsfeier, welche mir vor allem in ihrer imposanten technologischen Art in Erinnerung bleiben wird.

Darüber hinaus dürfte die Eröffnungsfeier auch in Erinnerung bleiben, weil Sie mit Shaun White, dem amerikanischen Snowboard-Überflieger und Star der Spiele, ein Foto knipsen konnten.

Das war wirklich fast surreal, einer derart prominenten Person so nahe treten zu können. Shaun White ist einfach an uns vorbeigelaufen, da haben wir die Gunst der Stunde genutzt. Generell waren die grossen Stars an den Spielen zum Anfassen nahe. So verewigten wir uns unter anderem auch mit Lindsey Vonn oder Dario Cologna bildlich. Die Gespräche mit diesen Sportlern verliefen aber meist rudimentär. Vielfach redete man darüber, wann der nächste Wettkampf stattfindet und wie die individuelle Vorbereitung dahin abläuft.

Nebst vielen Fotos haben Sie gewissermassen auch weltpolitisch Geschichte geschrieben, mit dem Eröffnungsspiel gegen eine gemeinsame Mannschaft aus Nord- und Südkorea.

Insbesondere von den Medien wurde dieses Ereignis extrem aufgezogen. Natürlich ist es weltpolitisch ein gutes und auch wichtiges Zeichen. Doch unter dem Strich war es für uns ein ganz normales Spiel, wie jedes andere auch. Uns lag viel daran, einen erfolgreichen Turnierstart zu verzeichnen. Das gelang. Speziell war aber sicher, wie laut es in der Halle jeweils geworden ist, wenn die Koreanerinnen die Scheibe einmal in ihren Reihen behaupten konnten.

Heute dürfte insbesondere die unnötige Niederlage im Viertelfinal gegen Russland noch schmerzen.

Unmittelbar nach dem Spiel war die Enttäuschung wirklich riesig. Schliesslich war es nicht so, dass wir keine Chance hatten. Wir waren sogar die bessere Mannschaft. Da ist es nur logisch, dass dies nagt. Allerdings müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen. Gegentore in Überzahl dürfen auf diesem Niveau gegen Top-Nationen ganz einfach nicht passieren. Als positives Zeichen und Charakterstärke unserer Mannschaft werte ich, dass wir uns trotz dieser Niederlage noch einmal aufzuraffen vermochten und letztlich mit zwei Siegen doch noch den versöhnenden, fünften Turnierschlussrang realisierten.

Sie sind während durchschnittlich 16 Minuten auf dem Eis gestanden. Sind Sie damit zufrieden?

Toll für mich war, dass ich immer wieder auch im Powerplay forciert worden bin. Gesamthaft gelangen mir zwei Skorerpunkte. Ein Tor aber blieb mir leider verwehrt. Das wäre durchaus möglich gewesen, hätte ich meine Chancen genutzt. Nun hoffe ich, dass ich mir die Tore für Peking 2022 aufgespart habe (lacht).

Was glauben Sie denn, wo die Nationalmannschaft in vier Jahren stehen wird?

Falls wir unseren Trend weiterführen können, dürfte der Gap zu den Topnationen weiter verringert werden. Wir müssen unbedingt an Ländern wie Schweden, Finnland oder Russland dranbleiben. Gewiss ist, dass der Verband bestrebt ist, die Strukturen laufend zu professionalisieren.

Bestand in Südkorea die Möglichkeit, auch andere Sportarten zu besuchen?

Über unseren Delegationsleiter konnten wir am Vortag jeweils Bestellung für alle Events aufgeben. Sofern möglich, wurden die Tickets dann organisiert. Wir hatten einige Spielerinnen im Team, die diverse Sportarten schauen gegangen sind. Ich persönlich habe mich aber nur auf das Eishockey konzentriert. Auch, weil ich es bevorzugte, einfach einmal zu entspannen.

Es heisst immer wieder auch, Olympische Spiele avancieren zu regelrechten «Party­oasen».

Das kann ich so nicht bestätigen. Im Olympischen Dorf war die Stimmung ziemlich flau. Da haben wir nicht einmal eine Bar entdeckt. Ausserhalb der Anlagen gab es zwar einige Lokale, welche wir während den Wettkämpfen nur schon aus sportlichen Gründen aber gänzlich weggelassen haben. Da war jede Spielerin von uns genug professionell, dass die Trainerin keine speziellen Regeln hierzu aufzustellen brauchte.

Wie haben Sie das Essen und die Infrastruktur wahrgenommen?

In einem riesigen Essenszentrum konnten wir uns 24 Stunden am Tag verpflegen. Das Essen war jeweils sehr gut. Auch mit unserer Hotelanlage machten wir rundum gute Erfahrungen. Zu viert teilten wir uns ein sauberes und modernes Wohnzimmer, in welchem stets alles funktioniert hat. Probleme gab es bei uns diesbezüglich keine.

Ihr nächstes Ziel wird sein, mit den ZSC Lions Schweizer Meister zu werden. Wie geht es danach weiter?

Zunächst einmal müssen wir den Halbfinal überstehen. Es ist noch ein langer Weg zum Titel. Ich persönlich möchte meine Position bei den ZSC Lions danach weiter festigen. Natürlich wäre es darüber hinaus aber reizvoll, auch einmal im Ausland, beispielsweise in der schwedischen Liga, zu spielen. Momentan ist das aber kein Thema, schliesslich geniesse ich hier in der Schweiz bei einem kooperativen Arbeitgeber beste Bedingungen, um mich auch beim ZSC weiterzubringen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.