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EISHOCKEY: EC-Wil-Sportchef: "Frauenfeld-Trainer stachelt seine Mannschaft an, meine Spieler zu verletzen"

Im 1.-Liga-Playoff zwischen dem EC Wil und dem EHC Frauenfeld fliegen die Fetzen – auf und neben dem Feld. Wils Sportchef Daniel Zeber unterstellt dem Frauenfelder Trainer Emanuel Marbach, er stachle seine Mannschaft an, gegnerische Spieler zu verletzen.
Simon Dudle
Die Playoff-Serie zwischen Wil und Frauenfeld ist auf dem Eis umstritten, daneben gehässig. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Die Playoff-Serie zwischen Wil und Frauenfeld ist auf dem Eis umstritten, daneben gehässig. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Der Facebook-Eintrag von EC-Wil-Sportchef Daniel Zeber hat es in sich. Er schreibt am Sonntagabend: «Das ist die Spielweise des EHC Frauenfeld. Angestachelt von einem Trainer, der seiner Mannschaft mitgibt, gegnerische Spieler zu verletzten. Spielerisch nicht fähig, den Underdog zu besiegen, also muss man den Gegner mit höchst unfairen Dingen bekämpfen.»

Zeber unterlegt die Aussage mit einer Filmsequenz aus dem Viertelfinalspiel von Samstagabend zwischen Frauenfeld und Wil, die sich im Mitteldrittel zugetragen hat. Wils Spieler Yannick Stiefel wird von Frauenfelds Oskar Lattner über den Haufen gefahren. Der Wiler bleibt benommen am Boden liegen, erleidet eine Hirnerschütterung und kann nicht mehr weiterspielen. Der Check gegen den Kopf wird mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen den Frauenfelder geahndet.

Auf Nachfrage der «Wiler Zeitung» sagt Zeber zu seinem Facebook-Eintrag: «Ich bin ein Fan von hartem Hockey. Checks gegen den Kopf will ich aber keine sehen. In jener Szene wurden innerhalb von drei Sekunden gleich drei Fouls begangen.» Darum hat er beim Verband das Video mit der entsprechenden Sequenz eingereicht, um eine Sperre gegen Lattner zu beantragen. «In der National League gibt es so etwas zwischen drei und sieben Spielsperren», sagt Zeber.

Aus Frauenfelder Sicht kein Foul

Beim EHC Frauenfeld bleibt man gelassen. Trainer Emanuel Marbach, der in der Saison 2015/2016 den EC Wil trainierte, sagt: «Wir haben die Szene genau im Video angeschaut. Sie verdient nicht einmal eine 2-Minuten-Strafe. Wir haben das Gefühl, dass der Spieler die Hirnerschütterung durch den Aufprall auf dem Eis erlitten haben könnte.» Marbach spricht von einer «unglücklichen Situation» und wünscht Yannick Stiefel alles Gute.

Und was sagt Marbach zu den Anschuldigungen, er stachle seine Mannschaft an, gegnerische Spieler zu verletzen? «Wer mich kennt, der weiss, dass ich nie so etwas respektloses fordern würde. Das ist völlig unreal, schlicht erlogen und gar rufschädigend. So etwas gebe ich sicher nicht als Taktik heraus.» Marbach hegt den Verdacht, dass die Wiler bewusst mit Unwahrheiten und Sticheleien einen Nebenschauplatz suchen, um die Frauenfelder zu verunsichern.

In der Best-Of-Five-Serie führen die Wiler vor dem heutigen vierten Spiel mit 2:1 nach Siegen und können mit einem weiteren Erfolg den Sack zumachen. Auffällig ist dabei, dass die Verantwortlichen beider Teams die Favoritenrolle von sich weisen. In Wil argumentiert man, Frauenfeld sei in der vergangenen Saison Vize-Meister der 1. Liga geworden und habe in der Qualifikationsphase mehr Punkte gesammelt. Aus Frauenfeld ist zu vernehmen, die Wiler hätten das «deutlich höhere Budget».

Im Lager der Wiler sorgt noch ein anderer Aspekt für Unmut. Der Schiedsrichter der Partie von vergangenem Samstag, Amir Baum, hat den EHC Frauenfeld als Stammverein. «Wir haben am Wochenende nicht wegen des Schiedsrichters verloren. Aber gewisse Entscheidungen waren unglücklich», sagt Zeber. Er hat sich bei Marco Eichenberger, dem Schiedsrichter-Chef Ostschweiz, gemeldet und die Spielleiter-Zuteilung bemängelt. Es sei vorgesehen, dass Baum kein Spiel dieser Serie mehr pfeife.

EC Wil möchte nicht aufsteigen

Mit diesen Randgeschichten ist die Serie definitiv lanciert. «So etwas habe ich in der 1. Liga noch nie erlebt. Die Wiler versuchen alles, um uns den Fokus zu rauben. Wir werden uns hüten, dieses Niveau anzunehmen», sagt Marbach. Er ergänzt: «Ich hoffe, dass meine Mannschaft mit viel Anstand sowie Demut in die Partie gehen und alles auf der sportlichen Ebene ausgetragen wird.»

EC-Wil-Sportchef Zeber erwartet am Dienstag ab 20.15 Uhr in der Eishalle Bergholz ein «hartes» und hochinteressantes Spiel. Siegt sein Team, steht es im Halbfinal. Ein Aufstieg in die dritthöchste Liga des Landes steht aber auf keinen Fall zur Diskussion – auch nicht nächste Saison.

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