EISHOCKEY: Der Nachwuchs rückt zusammen

Vier Thurgauer Eishockeyvereine haben eine gemeinsame Aktiengesellschaft gegründet. Ziel ist es, unter dem Label HCT Young Lions eine elitäre Strasse führen zu können. Für die Pikes ist es noch zu früh.

Ralf Rüthemann
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Bei den Moskito Top spannen die Thurgauer Eishockeyvereine bereits zusammen. (Bild: Judith Egloff)

Bei den Moskito Top spannen die Thurgauer Eishockeyvereine bereits zusammen. (Bild: Judith Egloff)

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

Auf den Stufen Junioren Elite B und Moskito Top arbeiten die Thurgauer Eishockeyvereine bereits zusammen, jetzt wird das Ganze noch einmal ausgeweitet. An einer gemeinsamen ausserordentlichen Generalversammlung am Mittwochabend im «Thurgauerhof» in Weinfelden stimmten der EHC Frauenfeld, der SC Weinfelden, der EHC Kreuzlingen-Konstanz und die Thurgauer Young Lions für die Gründung einer Aktiengesellschaft unter dem Namen HCT Young Lions AG.

«Zu wenig ausgereift»

Nicht dabei sind momentan die Pikes EHC Oberthurgau. «Gewisse Sachen sind uns einfach noch zu wenig ausgereift», erklärt Gregor Müller, Vorstandsmitglied bei den Pikes. «Auf dieses Ziel hin können wir aber auf jeden Fall arbeiten. Wir als Kanton Thurgau brauchen ein solches Konstrukt für den Nachwuchs.» Die Pikes wollen laut Müller weiterhin im Gremium mitarbeiten und so auch Einsicht in das ganze Projekt haben.

Breitensport unter dem Vereinsnamen

Für die anderen Eishockeyvereine gilt es nun ernst. Bereits vor einem Jahr wurde die Zusammenarbeit intensiviert, um auf die Saison 2017/2018 hin ein konkretes Konzept präsentieren zu können. Dieses Konzept wurde am vergangenen Mittwoch nun vorgestellt. Ziel ist es, längerfristig unter dem Label HCT Young Lions eine elitäre Strasse führen zu können. Individuell dazu ­sollen die beteiligten Vereine unter dem eigenen Namen Nachwuchsmannschaften im Segment Breitensport führen.

Die vier Vereine sind zu gleichen Teilen an der neu zu gründenden AG beteiligt. Der NLB-Verein Hockey Thurgau wird das Projekt ausserdem mit einem jährlichen Beitrag mitfinanzieren. «Wir sind sehr zufrieden mit dem aktuellen Konzept», sagt Andreas Staub, Präsident des EHC Kreuzlingen-Konstanz. «Schade, dass die Pikes nicht mitmachen, aber die Türen sind selbstverständlich weiterhin offen.» Das Startbudget für das Projekt bewege sich «in einem vernünftigen Rahmen». «Mir ist wichtig, dass wir alles ‹step by step› angehen und vermeiden, Geld auszugeben, bevor wir es überhaupt haben», sagt Staub. «Wir können es uns nicht leisten, dass eine Nachwuchs-AG bachab geht.»

Auch beim EHC Frauenfeld ist man zufrieden mit dem Konzept. «Wir dürfen aber auf keinen Fall den Breitensport vergessen», sagt EHC-Frauenfeld-Präsident Michael Hinder. «Wir müssen auch den anderen Kindern gute Trainingsbedingungen und Freizeitbeschäftigungen bieten können.» Andreas Gerber, Präsident des SC Weinfelden, sieht das Ganze als «riesengrossen Schritt vorwärts». Man habe im vergangenen Jahr erkannt, dass die Zusammenarbeit im Kanton noch wichtiger geworden ist.