EISHOCKEY: Dem Druck aus Zürich standhalten

Die SCW-Ladys haben zwar kaum noch eine Chance auf den Einzug in die Playoffs. Doch der Verein investiert in die Zukunft und arbeitet eng mit den Kreuzlinger Frauen zusammen. Das Ziel ist es, im Mittelfeld mitspielen zu können – in allen drei Ligen.

Ralf Rüthemann
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Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

Das Niveau steigt und der Druck im Fraueneishockey wird grösser. Die SC-Weinfelden-Ladys und auch die Frauen des EHC Kreuzlingen-Konstanz geben alles, um mit den anderen Teams in der Meisterschaft mithalten zu können. Besonders die erste Mannschaft der SCW-Ladys, die in der SWHLA – der höchsten Klasse im Schweizer Fraueneishockey – spielen, steht unter Druck. Momentan befindet sie sich an zweitletzter Stelle in der Tabelle und kann die Playoffs nur noch durch ein kleines Wunder erreichen. «Nichtsdestotrotz werden wir uns gut auf die bevorstehenden Spiele und dann auf die Playoffs beziehungsweise Playouts vorbereiten», sagt Teamleiter Tury Wagner.

Obwohl sie das Saisonziel Playoffs wohl nicht erreichen, dürfte die Erfolgskurve nach oben zeigen. Momentan wird viel fürs Fraueneishockey im Thurgau gemacht. Der SC Weinfelden und der EHC Kreuzlingen-Konstanz arbeiten eng zusammen, um dem wachsenden Druck im Fraueneishockey, vor allem aus dem Raum Zürich, entgegenzuwirken. «Wir tauschen hier im Thurgau Spielerinnen aus und organisieren auch die Trainings zusammen», sagt Tury Wagner. Die A-Mannschaft von Weinfelden trainiert mit dem Kreuzlinger B-Team zusammen und auch die beiden C-Mannschaften beider Vereine stehen jeweils gemeinsam auf dem Eis. «Es ist das Ziel, dass wir mit unseren Teams auf jeder Stufe im Mittelfeld mitspielen können», sagt Wagner.

Über 50 Spielerinnen kontaktiert

Zu Beginn dieser Saison wurde die erste Mannschaft der SCW-Ladys mit 15 Neuzugängen verstärkt. Momentan spielen vier Ausländerin für Weinfelden: zwei Deutsche und zwei Ungarinnen. «Sie wohnen bei mir zu Hause. Im Frauenhockey rennen einem die Sponsoren nämlich nicht gerade nach», sagt Tury Wagner. Es sei alles andere als einfach, ausländische Spielerinnen nach Weinfelden zu holen. In der Zeit vom Winter bis Sommer 2016 hat Wagner über 50 Spielerinnen kontaktiert.

Captain im A-Team der SCW-Ladys ist Laura Trachsel. «Sie ist eine, die wirklich will und zieht», sagt Tury Wagner. Laura Trachsel war schon einmal eineinhalb Jahre beim SC Weinfelden, bevor sie ein Jahr in Kanada spielte. Jetzt ist sie seit dieser Saison wieder bei den SCW-Ladys und topmotiviert, weiterzukommen. «Ich will mich im Team einbringen und mit Weinfelden etwas erreichen, auch längerfristig», sagt sie. Trachsel ist auch in der Schweizer Nationalmannschaft zurückgetreten, um sich voll auf die Angelegenheiten beim SC Weinfelden konzentrieren zu können. «Ich habe das Gefühl, die Stimmung im Team ist gut. Wir ziehen alle an einem Strick.» Das sei nicht immer so gewesen. «Das Leistungsgefälle war früher grösser und es hat mehr Grüppchen im Team gegeben.»

Wiederaufstieg in der Saison 2012/2013

In der Meisterschaft 2012/2013 gelang den SCW-Ladys der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse, nachdem sie 1998 abgestiegen waren. Seither waren die Resultate eher ernüchternd, dies vor allem wegen der grossen Niveau-Unterschiede zwischen den Frauenligen. Die Vorrunde und Masterround 2013/2014 beendete man punktlos und auch 2014/2015 schauten in diesen Phasen insgesamt nur vier Punkte heraus. Das sieht jetzt anders aus, die SCW-Ladys haben bereits elf Punkte auf ihrem Konto.