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Eishockey: Für Bardill ist das U18-WM-Aufgebot ein grosser Karrieresprung

Die Verteidigerin Sarina Bardill spielt seit 2016 für das Wiler Frauenteam. Nun nimmt die 15-jährige Bündnerin ab diesem Wochenende in Japan erstmals an einer U18-WM teil – trotz einer bisher schwierigen Saison.
Daniel Monnin
Wils Sarina Bardill (links) behauptet den Puck gegen Sandra Schmidt von Kreuzlingen-Konstanz. Ab Sonntag strebt sie Gleiches auf internationalem Niveau an. (Bild: Tim Frei)

Wils Sarina Bardill (links) behauptet den Puck gegen Sandra Schmidt von Kreuzlingen-Konstanz. Ab Sonntag strebt sie Gleiches auf internationalem Niveau an. (Bild: Tim Frei)

Sarina Bardill setzt in der U18-Nationalmannschaft die regionale Tradition fort: Die Wiler Verteidigerin ist die dritte Spielerin nach Dominique Rüegg (Rossrüti, 2011–2014, Nachwuchs in Uzwil, heute ZSC Lions) und Shannon Sigrist (Uzwil, 2013–2017, Nachwuchs in Uzwil, heute Weinfelden), die in den letzten Jahren den Sprung in ein U18-WM-Kader geschafft hat. Rüegg und Sigrist spielen heute in der A-Nationalmannschaft, Bardills Karriere hat erst richtig begonnen.

Bardill ist kein Ausnahmetalent, schon eher ein Ausnahmefall, denn sie wohnt nicht nebenan, sondern in Klosters im Prättigau. Dort geht sie auch zur Schule und hat beim heimischen Eishockeyclub sämtliche Nachwuchsstufen bis ins Novizenteam durchlaufen. Zu Hause wird sie im August auch ihre Lehre als Sanitärinstallateurin beginnen.

Dritte Saison mit Wil

Für das Wiler Frauenteam steht Bardill in ihrer dritten Saison. Sie gehörte im Gründungsjahr 2016 zum Team, das in der untersten Frauenliga zu einem Durchmarsch ins vordere Mittelfeld der NLB startete. Entdeckt durch Teamgründer und Trainer Marcel Herzog, steht die 15-Jährige im Wiler Abwehrverbund «ihren Mann», auch wenn sie sagt, dass sie gerade eine schwierige Phase durchmache:

«Es fehlt mir in dieser Saison an Konstanz, auf sehr gute Leistungen folgen vielfach mittelmässige Spiele. Daran muss ich unbedingt arbeiten».

Es ist nichts Aussergewöhnliches, wenn der steile Aufstieg einer jungen Spielerin plötzlich ins Stocken kommt. Vor allem, wenn die Belastung zunimmt und das Spielniveau steigt. Bardill hat sich ihre bisherigen Karriereschritte mit einem beispielhaften Willen hart erarbeitet – mit einer Einstellung und Überzeugung, die Respekt verdient.

Auf ihren Mentor Marcel Herzog kann sie immer zählen

Neben den Trainings und Spielen mit ihren Prättigauer Kollegen reist die 15-Jährige mehrmals pro Woche an Trainings und Spiele nach Wil. Was sie früher locker wegsteckte, macht ihr in diesen Tagen bisweilen Probleme und kann auch ein Grund für ihre Leistungsunterschiede sein. «Ich mache einfach zu viele Fehler», sagt sie, als hätte sie soeben die Lockerheit des Seins verloren.

Sarina Bardill hat gut lachen. (Bild: PD)

Sarina Bardill hat gut lachen. (Bild: PD)

Andererseits spürt sie die Unterstützung ihres Trainers und Mentors Herzog. «Er hilft mir in allen Situationen – in Gesprächen, mit aufbauender Kritik und auch, wenn er mal laut wird.» Und dazu gebe es immer wieder Anlass, denn ab und zu vergesse sie, «den Kopf oben zu halten und so das Spiel besser zu überblicken». Zum Abschalten und Herunterfahren hat die Hobbyköchin ein einfaches Rezept:

«Kochen mit meinem Ehni (Grossvater) ist entspannend. Das hilft, die Gedanken wieder ins Lot zu bringen».

Sie läuft wohl im Sturm auf

Das Aufgebot für die U18-WM kam für Bardill zwar nicht überraschend, «aber ich war mir aufgrund meiner Schwankungen nicht sicher, ob es reichen wird». Umso aufgestellter war sie nach der definitiven Zusage.

Sie weiss, dass sie als Rookie im Team von Headcoach Steve Huard nicht eine zentrale Rolle spielen und möglicherweise wenig Eiszeit erhalten wird. «Wir sind frühzeitig über die uns zugedachten Rollen informiert worden. Ich werde wahrscheinlich im Sturm zum Einsatz kommen.»

Assistenztrainerin Florence Schelling ist ihr Vorbild

Huard wird weitgehend mit drei Blöcken spielen, so wie er es seit Mitte September in neun Spielen gegen starke Novizen-Teams hat einüben lassen. Bardill sagt:

«Ich weiss, dass ich noch viel lernen muss und die WM wird für mich deshalb eine wichtige Quelle an Erfahrung sein. Ich werde alles in mich aufsaugen, jeden Tag Vollgas geben und mich für das Team einsetzen».

Profitieren will sie auch weiterhin von den Ratschlägen von Florence Schelling, der neuen Assistenztrainerin im U18-Staff. «Sie war mein Vorbild und es ist schon cool, dass sie uns jetzt mit ihrer Erfahrung unterstützt.»

Gut akklimatisiert und voller Tatendrang

Gut akklimatisiert und voller Tatendrang Noch im Frühling dieses Jahres bestritt Bardill die U16-EM und träumte von einem U18-Aufgebot. Nun lebt sie diesen Traum: Bereits zehn Tage vor dem WM-Start ist sie mit dem Team nach Japan abgeflogen.

Nach ein paar Tagen im Land der aufgehenden Sonne meldet sie ein «alles ok» in die Schweiz. Die Akklimatisierungszeit laufe ohne grössere Probleme, das Essen sei zwar gewöhnungsbedürftig, aber weitgehend gut.

«Und ich kann vielleicht auch aufgrund der harten Trainingseinheiten bereits ganz gut schlafen.»

Voller Optimismus sagt sie: «Wir sind eine verschworene Einheit, voller Tatendrang und freuen uns auf die kommenden Aufgaben».

Happiges Programm: Drei Gruppenspiele in vier Tagen

Drei Gruppenspiele in vier Tagen Das Schweizer U18-Team trifft an der Top-Division-WM vom 6. bis 13. Januar 2019 im japanischen Obihiro in der Gruppe B auf Tschechien (6. Januar, 10.30 Uhr Schweizer Zeit), Finnland (7. Januar, 10.30 Uhr) und auf Gastgeber Japan (9. Januar, 06.30 Uhr). Der Gruppenerste und -zweite treffen in den Viertelfinals (ab 10. Januar) auf den Vierten beziehungsweise Dritten der Gruppe A, die aus USA, Schweden, Kanada und Russland besteht. Die beiden Gruppenletzten machen in einer Best-of-3-Playout-Serie den Absteiger unter sich aus. Die Schweiz hat seit 2011 fünf der sechs Playout-Serien (dreimal Japan, einmal Frankreich und einmal Deutschland) gewonnen, der einzige Abstieg in dieser Zeit erfolgte 2012 (Niederlage gegen Russland), der Wiederaufstieg zwei Jahre später in Füssen. Eine Viertelfinal-Qualifikation hat das Schweizer Team in der 12-jährigen Geschichte der U18-WM noch nie erreicht. Mehrmals schrammten die Schweizerinnen am Exploit vorbei, zweimal scheiterte die Equipe trotz zweier Siege in der Gruppenphase bei Punktgleichheit am Torverhältnis, einmal fehlte nur ein Punkt. Beide Male waren die beiden Gruppengegner Finnland und Tschechien als Spielverderber dabei. (dm)

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