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EISHOCKEY: «Amt nicht gesucht und auch nicht gejubelt»

Der EHC Uzwil hat seit zwei Wochen einen neuen Headcoach. Raphael Zahner ersetzte Kevin Schüepp. An der Bande wird der neue Trainer vom Sportchef Patrick Ammann unterstützt.
Urs Nobel
Sportchef Patrick Ammann (links) unterstützt Trainer Raphael Zahner an der Bande. (Bild: Urs Nobel)

Sportchef Patrick Ammann (links) unterstützt Trainer Raphael Zahner an der Bande. (Bild: Urs Nobel)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Im Sport lebt man mit der Tatsache, dass Trainer bei Misserfolgen ausgetauscht werden. Beim EHC Uzwil war die Entlassung von Kevin Schüepp aber insofern speziell, weil dem ehemaligen Uzwil-Spieler nicht sportliche Gründe vorgeworfen wurden, sondern vielmehr, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht habe.

Patrick Ammann, Ihnen muss das Herz geblutet haben, als Sie in der Funktion des Sportchefs Kevin Schüepp, ihren langjährigen Gefährten auf dem Eis, als Trainer entlassen mussten.

Das war sicher nicht einfach, zumal wir auch privat gut befreundet sind. Als ich im Januar für mein Amt zugesagt habe, hätte ich nie mit dieser Situation gerechnet. Es war aber auch für den gesamten Vorstand, ja sogar für den Verein nicht einfach, einen Trainer, der durch und durch Uzwiler ist, zu entlassen.

Sind nun aus Freunden Feinde geworden?

Nein, das denke ich nicht. Wir haben uns zwar seit der Entlassung nicht mehr gesehen. Wir brauchen einmal ein bisschen Zeit, um alles zu verarbeiten.

Sie, Raphael Zahner, müssen gejubelt haben nach diesem Entscheid. Immerhin konnten Sie ein interessantes Erbe antreten und sind jetzt unverhofft Trainer einer 1.-Liga-Mannschaft geworden.

Nein, gejubelt habe ich nicht und gesucht habe ich dieses Amt auch nicht. Schliesslich bin ich als Ausbildungschef verpflichtet worden. Als ich jedoch angefragt wurde, habe ich in erster Linie zugesagt, weil ich der Mannschaft helfen wollte.

Wurde geklärt, ob Sie eine Vakanz überbrücken sollen oder ob Sie Trainer der ersten Mannschaft bleiben?

Ich bleibe sicher bis Ende Saison Trainer.

Dann werden Sie Ihre Arbeit im Nachwuchsbereich bereits wieder beenden?

Ich werde diese Tätigkeit weiterhin ausüben.

Und sind somit Doppelverdiener beim EHC Uzwil?

(lacht) Schön wäre es. Aber sicher ist im Moment einzig mein Doppelmandat.

Patrick Ammann, waren Sie von Beginn weg überzeugt, dass die neue Lösung Zahner realisiert werden kann?

Ja, eigentlich schon. Ich bin ja noch Trainer der Bambini und kenne die Qualitäten von Raphael Zahner auch von dort. Wir hatten schon oft miteinander zu tun und werden es weiter haben. Wir sind ein kleiner Verein, in dem noch jeder jeden kennt und dessen Qualitäten zu schätzen weiss.

Seit dem Spiel gegen den EC Wil sind Sie, Patrick Ammann, jeweils als Assistent auf dem Matchblatt aufgeführt. Ist Marco Hagmann auch freigestellt worden?

Wir hätten «Hagi» sehr gerne behalten. Er war dabei, als wir die Mannschaft darüber informierten, dass Kevin nicht mehr Trainer sei und «Cäsi» das Amt übernehmen werde. Er wollte danach noch etwas Bedenkzeit, ob er Assistent bleiben wolle und hat sich wohl aus Solidarität, aber auch, um die Gelegenheit zu einem Neuanfang zu bieten, gegen eine weitere Tätigkeit als Assistent entschieden.

Raphael Zahner, ist es für Sie nicht belastend, wenn Ihr Chef, der Sportchef, während eines Spiels Ihr Assistent ist?

Nein, überhaupt nicht. Er hilft mir im Bestreben, die Mannschaft so zu führen, dass sie zum Erfolg kommen kann. Und wir teilen uns die Coaching-Aufgaben auf. Ich achte auf die Stürmer, «Päddi» auf die Verteidiger.

Wer macht die Pausen- ansprache?

Einmal bin ich es, ein anderes Mal Päddi.

Der EHC Uzwil ist tabellenmässig im Vergleich zur vergangenen Saison in einer komfortablen Lage. Patrick Ammann, haben Sie damit gerechnet oder sind Sie auch positiv überrascht?

Als wir die Kaderplanung beendet haben, waren wir überzeugt davon, dass sich das vergangene Jahr nicht mehr so wiederholen würde. Wir verfügen über zwei sehr gute Torhüter, viele gute Uzwiler sind ins Team zurückgekehrt. Dieser Umstand hat zu grösserem Optimismus beigetragen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil uns die drei erhofften «Top-Shots» im Transfer-Bereich gelungen sind. Trotzdem, in dieser Liga – noch sind 16 Spiele auszutragen – kann jede Mannschaft die andere schlagen.

Raphael Zahner, wurden Ihnen sportliche Vorgaben auferlegt, die Sie mit Ihrer Mannschaft erfüllen müssen?

Nicht direkt und doch: Wir haben ein klares Ziel und das ist das Erreichen der Playoffs.

Da ist der EHC Uzwil aber nicht alleine. Dieses Ziel dürfte sich jedes Team auch gesetzt haben? Werden Sie doch konkreter?

Belassen wir es damit, dass es sich um realistisches Denken handelt.

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