EIS: Hochsaison auf der Kunsteisbahn

Wenn der Schnee zum Skifahren fehlt, ist das Schlittschuhlaufen eine willkommene Alternative. Das bekommt in den arbeitsfreien Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr die Uzwiler Eishalle zu spüren. Der Andrang ist gross.

Thomas Riesen
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Eislaufen statt Skifahren: die Uzehalle am Donnerstagnachmittag. (Bild: Marlies Scarpino)

Eislaufen statt Skifahren: die Uzehalle am Donnerstagnachmittag. (Bild: Marlies Scarpino)

An diesem Morgen öffnet die Kunsteisbahn um neun Uhr. Die ersten Gäste sind bereits da. Nach wenigen Minuten sind sie auf dem Eis, das in je einen Sektor für die Eishockeyspieler und die übrigen Benutzer unterteilt ist. Es ist ruhig und alle haben Platz. Am Nachmittag zuvor bot sich ein ganz anderes Bild: Grosse und kleine Gäste vergnügten sich zahlreich auf dem Eis. Die Eisfläche war gut gefüllt, aber weil sich alle in die gleiche Richtung bewegten, war das kein Problem.

Zu den ersten Gästen an diesem Morgen gehört auch der neunjährige Janis Schwingenschrot aus Algetshausen. Er ist mit seinem Vater und seinem Bruder da. Sie nutzen die gemeinsamen Ferien und die grosszügigen Öffnungszeiten der Uzehalle zwischen Weihnachten und Neujahr gerne. Heute steht ein lockeres Eishockey-Passtraining auf dem Programm. Schliesslich will er sich als Spieler der Piccolos beim EHC Uzwil weiter verbessern. Die 14-jährige Selina Schlegel aus Uzwil ist gekommen, um mit dem Bruder Eishockey zu spielen. «Ich bin vor allem während der Ferien da», sagt sie. Eine längere Anfahrt hatte Svenia Gantenbein aus Teufen. Die 14-jährige Stürmerin des EC Wil nutzt die Gelegenheit mit ihrer Freundin aus Uzwil zu einem lockeren Schusstraining.

Eismeister in Uzwil ist seit 20 Jahren Reto Steiner. Er sorgt mit seinem Arbeitskollegen Albert Ammann für optimale Bedingungen. Die Gäste sollen sich wohlfühlen. Der langjährige Eismeister kann aufgrund seiner Erfahrung bestätigen, dass in der Uzehalle zwischen Weihnachten und Neujahr immer mehr los ist als sonst – vor allem, wenn der Schnee ausbleibt. Doch praktisch ändere das nichts, sie seien immer für beide Szenarien bereit, sagt Steiner. Angesichts der grossen Nachfrage drängt sich eine Frage auf: Reicht die Kapazität der Anlage? Gäste mussten die beiden Eismeister zwischen Weihnachten und Neujahr noch nie abweisen, aber das Personal bei der Leihschlittschuhe-Ausgabe musste schon verstärkt werden, um den Andrang zu bewältigen. Es kam auch schon vor, dass die Schlittschuhe ausgingen.

Generationen von Gästen

Wenn die Kunsteisbahn zwischen Weihnachten und Neujahr meist geöffnet ist, bedeutet dies für das Personal, dass es arbeiten muss. Für Reto Steiner ist das kein Problem. Im Gegenteil: Er freut sich, wenn die Uzehalle voll belegt ist – vor dem Hintergrund, dass der Winter immer weniger Winter ist. Die Benutzung ist generationenbedingt geprägt. «Als ich anfing, waren viele der heutigen Gäste die Kinder. Heute bringen sie ihre Kinder mit», sagt Steiner mit einem Lächeln. Kein Wunder kennen ihn die Erwachsenen mit Namen, während er für den Nachwuchs der «Zamboni-Mann» ist – so ist die Eisreinigungsmaschine angeschrieben.

Thomas Riesen

redaktion@wilerzeitung.ch