EINWEIHUNG: Kinder bauen sich ihren Spielort

Beim Primarschulhaus und vor dem Kindergarten im Feld in Flawil wurden neue Spielplätze erstellt. Der Spielplatz der Primarschule hat etwas, was kein anderer hat: Ein besonderes Baumhaus.

Zita Meienhofer
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Die Kinder der Primarschule Feld freuen sich so sehr über den neuen Spielplatz mit dem Baumhaus, dass sie der Regen während der Einweihung nicht störte. (Bilder: Zita Meienhofer)

Die Kinder der Primarschule Feld freuen sich so sehr über den neuen Spielplatz mit dem Baumhaus, dass sie der Regen während der Einweihung nicht störte. (Bilder: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Es sei das erste Mal, dass er ein solches Haus erstellt habe. Das sagte Markus Allemann aus Schönholzerswilen, der seit 25 Jahren Spielplätze mit natürlichen oder naturnahen Materialen plant und baut. Er hat auch in Flawil bei der Realisierung der Spielplätze bei der Primarschule und dem Kindergarten Feld mitgewirkt. Besonders sei das Haus auf dem Baum beim Spielplatz der Primarschule – besonders deswegen, weil es in den Baum gebaut und mit den Ästen verbunden sei, erklärte Allemann.

Klein, Gross und Zivilschutz wirkten mit

In der Gemeinde Flawil wird Spielplatz um Spielplatz – wenn nötig – erneuert. Jener im Grund ist bereits fertig erstellt, in der Egg fuhren kürzlich die Bagger auf und der im Feld wurde am Donnerstagabend eingeweiht. Und zwar sind es dort zwei Spielplätze. Einer steht beim Primarschulhaus, der andere ist einige Meter davon entfernt, beim Kindergarten. Über die neuen Spielplätze freuen sich nicht nur die Kinder, auch die Eltern und vor allem Schulratspräsident Christoph Ackermann finden Gefallen daran – vielleicht eben deshalb, weil sie selber mitgestaltet haben und Hand anlegen mussten. Das ist Markus Allemann wichtig, dass von Beginn weg alle Involvierten – Behörden, Kinder, Lehrpersonen, Eltern, Nachbarn – am Projekt mitarbeiten.

Nicht nur die Planung gehöre dazu, sondern auch die Umsetzung, betonte Allemann. Deshalb arbeiteten während einer Projektwoche Klein und Gross an den neuen Spielplätzen. Unterstützt wurden sie von Zivilschutzpflichtigen. Diesen diente der Bau dafür, um Notinstandstellungen zu trainieren. «Es ist für uns sinnvoller und befriedigender, an einem realen Projekt zu üben als in einer Kiesgrube», erklärte Stefan Kramer, Geschäftsleiter Sicherheitsverbund Region Gossau. Dieser Einsatz sei mit einem weiteren Plus für die Gemeinde verbunden, so Kramer, da der Zivilschutzeinsatz keine finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde habe. 170000 Franken wurde für die beiden Spielplätze budgetiert. Gemäss Christoph Ackermann sollte dieser Betrag reichen. 120000 Franken fliessen aus der Grüninger-Stiftung in das Projekt, 50000 Franken sind in der Investitionsrechnung der Gemeinde enthalten.

Regen konnte die Freude nicht vertreiben

«Ich habe riesige Freude», sagte Christoph Ackermann, «ich kann nun den Moment erleben, in dem das, was einst in den Köpfen war, in die Wirklichkeit umgesetzt worden ist.» Ackermann liess sich dann auch nicht vom Wetter umstimmen, denn genau zum Auftakt der Einweihungsfeier begann es wie aus Kübeln zu regnen. Wasser gehöre wohl zu einer Taufe, meinte er schmunzelnd. Ihm taten es die Primarschüler gleich, der Regen konnte sie nicht bremsen. Für ihre Show liessen sie ihre bunten Bänder tanzen, schlugen auf dem aufgeweichten Rasen Räder und zeigten weitere akrobatische Kunststücke. Wetterbedingt stürzten sie sich zwar nicht gleich auf die neuen Spielgeräte im Freien, das besondere Baumhaus war jedoch ein begehrtes Objekt.

Wenige Meter vom Primarschulhaus entfernt hatten sich die Kindergärtler eingefunden. Sie waren mit Bauhelmen und Schaufeln ausgerüstet und sangen zur Melodie von «We will rock you» «Mer wönd jetzt go spiele», was sie auch gleich durften. Nämlich nachdem Gemeindepräsident Elmar Metzger und Mia-Lynn das rote Band durchtrennt hatten.