Einstimmig für das Bergholz

Nach einem kontradiktorischen Gespräch zwischen Befürworterin Marianne Mettler und Gegner Luc Kauf fasste die SP Wil die Ja-Parole für die Bergholz-Vorlage.

Christoph Oklé
Drucken
Teilen

Die Bürgerschaft der Stadt Wil entscheidet in zwei Monaten, ob sie den Baukredit für einen neuen Sportpark Bergholz genehmigen will. Vor einer Woche hatten sich die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Wil zu einem Rundgang durch die heutige Anlage getroffen. Vorgestern Abend wurde die Abstimmungsvorlage im Sportrestaurant Bergholz diskutiert und die Parole gefasst. Marianne Mettler, SP-Stadtparlamentarierin, erläuterte ihre befürwortende Sicht.

Luc Kauf, Stadtparlamentarier der Grünen Prowil, war für die Darlegung der Gegenargumente engagiert worden.

Vorwiegend für Breitensport

Im Zentrum stünden sowohl die soziale Komponente als auch die Nachhaltigkeit dieses Grossprojekts, erklärte Marianne Mettler als Co-Präsidentin des Komitees «Pro Sportpark Bergholz». Mit der Annahme dieser Vorlage erhielte die Stadt Wil bei Baubeginn in einem Jahr Ende 2014 ein modernes Fussballstadion, eine neue Eishalle und ein Hallenbad.

Sie wies darauf hin, dass das Stadtparlament die Vorlage klar mit 29 zu 5 angenommen und sich die SP-Fraktion gar geschlossen dafür ausgesprochen habe.

Es handle sich dabei um keine Luxusanlage für Elitesportler, sondern eine Freizeitanlage vorwiegend für den Breitensport. Rund 550 Kinder und Jugendliche, die von 70 Trainern betreut würden, bekämen so eine zeitgemässe Infrastruktur für die körperliche Betätigung. Architekt Kay Kröger von K & L Architekten AG St. Gallen bestätigte dies anhand des Garderobenverhältnisses.

Bezüglich Dimension und Ausstattung des Stadions verwies Kröger auf den Lizenzdruck seitens der Challenge Ligue.

Zusätzlichen Individualverkehr würde das Quartier nicht erleiden, betonte Frau Mettler. Das gegenwärtige Parkplatzangebot würde nicht erweitert, da die Anlage bereits gut durch den ÖV erschlossen sei. Der Einbau eines Kunstrasens erlaube die Nutzung auch durch die Jugendabteilungen des FC Wil und sei nicht nur für die Spiele der ersten Mannschaft einmal pro Woche reserviert.

Es tue ihm weh, sich als ehemaliger Fussballer und Trainer ausgerechnet gegen ein Sportanlagenprojekt stellen zu müssen, bedauerte Luc Kauf. Die Sanierungsbedürftigkeit der gesamten Anlage stelle er wohl nicht zur Frage. Aber bei einem durchschnittlichen Besuchervolumen von unter tausend sei ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 6000 klar überdimensioniert.

Auch kritisierte er die Finanzierung eines Projekts von regionaler Bedeutung ohne entsprechende Investitionsbeiträge der umliegenden Gemeinden.

Kostenvorgabe überschritten

Auch seien die vom Parlament bewilligten 46,7 Mio. mit nunmehr 57,5 Mio. Franken klar überschritten worden. Zudem bezeichnete er die Betriebskostenrechnung mit einem jährlichen Beitrag in den Erneuerungsfonds von lediglich 0,3 anstatt der in der Stadt Wil üblichen 0,8 Prozent als Kostenfalle.

Die nachfolgende Parolenfassung ergab trotz dieser Einwände ein einstimmiges Ja der SP zum Bergholzprojekt.