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Einsprache gegen die ökologische Aufwertung des Sägeweihers in Oberuzwil

Der Sägeweiher soll saniert und der Bevölkerung als Naherholungsgebiet
zugänglich gemacht werden. Noch ist aber eine Einsprache einer Anstösserin zu bereinigen.
Philipp Stutz
Der Sägeweiher im Ghürst: Der kleine, aber malerische Weiher ist nur schwer einsehbar. (Bilder: Philipp Stutz)

Der Sägeweiher im Ghürst: Der kleine, aber malerische Weiher ist nur schwer einsehbar. (Bilder: Philipp Stutz)

Idyllisch liegt er da, eng verbunden mit der Geschichte des Industriedorfes Oberuzwil: der Sägeweiher im Ghürst. Blättert man in Armin Benz’ Buch «Vom Bettenauer Weiher...zur Thur», kann man nachlesen, dass der Weiher nach 1850, aber noch vor der Uzekorrektion 1877 entstanden sein muss. Dieser ehemalige Mühle- und Sägeweiher befindet sich seit 2005 im Besitz der Gemeinde Oberuzwil.

Hochwassersicherheit nicht mehr gewährleistet

Das Gewässer ist nach Ansicht des Gemeinderates stark verschlammt, und die Hochwassersicherheit sei nicht mehr ge­währleistet. Der Weiher wird seit dem Neubau des Oberstu­fenschulhauses im Jahre 1971 über den Fluetkanal gespeist. Er dient als Retentionsbecken des Einzugsgebiets Zehntland (Bettenauer Weiher bis Ghürst). ­

Seine Oberfläche beträgt rund 1000 Quadratmeter und die Wassertiefe 80 bis 120 Zenti­meter. Der nordöstliche Weiherbereich wird durch eine Ufermauer und einen schmalen, ­abfallenden Damm gegenüber der Ghürststrasse begrenzt. Im Westen schliesst sich der Sportplatz des Oberstufenzentrums an, südlich befindet sich eine Obstbaumanlage auf einer Fettwiese.

Der Rasenplatz beim Oberstufenzentrum soll saniert werden.

Der Rasenplatz beim Oberstufenzentrum soll saniert werden.

Der Fluetkanal soll nun in den heutigen Dammbereich umgelegt werden, und zwar tiefer. Der Weiher wird etwas verkleinert, tiefer gelegt und neu modelliert. Um die Fussgängersituation beim Nadelöhr an der Ghürst­strasse zu entschärfen, wird ein Fussweg dem Bach entlang gebaut. Das Gebiet soll zudem durch eine Neubepflanzung aufgewertet werden.
Rasenplatz zu Sportplatz umbauen

Für die Sanierung sind im Budget 750 000 Franken eingeplant. «Wir hoffen, die Einsprache ­bereinigen zu können und dass wir uns gütlich einigen können», sagt Gemeindepräsident Cornel Egger. Mit den Sanierungsar­beiten soll noch dieses Jahr begonnen werden. Ebenfalls ist ­vorgesehen, nachher den angrenzenden Rasenplatz beim Ober­stufenzentrum umfassend zu sanieren beziehungsweise zu einem Sportplatz umzubauen. Im In­vestitionsbudget sind dafür
500 000 Franken budgetiert.

Früher hiess das Gewässer Mühleweiher

Das «Haus zur Mühle» ist historisch von grosser Bedeutung.

Das «Haus zur Mühle» ist historisch von grosser Bedeutung.

Der Sägeweiher gehörte ursprünglich zum «Haus zur ­Mühle» an der Ghürststrasse 26 (siehe Kasten). Der frühere Name war denn auch Mühleweiher oder unterer Ghürstweiher. Bis 1966 diente er zum Antrieb einer ­Turbine der Sägerei Richner. ­Daher auch der heutige Name Sägeweiher. Der Weiher befand sich bis zum Erwerb durch die Gemeinde im Privatbesitz der Familie Strübi. Vom einstigen Holzbaubetrieb ist wenig übrig geblieben. Dagegen entstand in den Neunzigerjahren eine Überbauung mit Mehrfamilienhäusern. Sie hat den Namen Sägeweg erhalten.

Der Weiher ist gemäss Schutzverordnung der Gemeinde Oberuzwil als Biotop geschützt. Er muss somit erhalten werden. Das Gewässer ist zurzeit schwer einsehbar und öffentlich nicht zugänglich.

Die Mühle ist ein geschichtsträchtiges Haus

Die Mühle an der Uze ist ein für die Geschichte wichtiges Haus. Bereits 1420 erwähnt, ist davon auszugehen, dass sich das Dorf von diesem Punkt aus entwickelt hat. Das Haus brannte 1753 und wurde wieder aufgebaut. In der Biedermeierzeit erhielt die Fassade ihr heutiges Gesicht: Einzelfenster, Putz. Dann Umbau um 1900. Die Laubenanlage kam damals dazu sowie stilvolle Anpassungen im Innern, zum Beispiel ein schönes Treppenhaus. Am Kellergewölbe sind aufgemalte Sprüche aus dem 18. Jahrhundert zu lesen. «Es ist das historisch wertvollste Haus in der Gemeinde», heisst es im Bauinventar Oberuzwils. Konstruktion: vermutlich Bohlenständerbau, auf für Mühlen typisch hohem Mauersockel. Wichtig ist auch das ehemalige Sägereigebäude bachabwärts, und der Sägeweiher gehört selbstverständlich mit zum Ensemble. (pd)

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