Einsprache blockiert Überbauung

An attraktiver Lage im Vogelsberg sollen 16 Einfamilienhäuser gebaut werden. Doch konnte das Vorhaben wegen Einsprachen bis jetzt nicht umgesetzt werden. Beim Verwaltungsgericht ist noch immer eine Beschwerde hängig.

Philipp Stutz
Merken
Drucken
Teilen
Das Gebiet im Vogelsberg soll in Etappen mit gehobenen Einfamilienhäusern überbaut werden. Die Verbindungsstrasse bleibt für den Motorfahrzeugverkehr offen, erhält aber eine neue Linienführung. (Bild: stu)

Das Gebiet im Vogelsberg soll in Etappen mit gehobenen Einfamilienhäusern überbaut werden. Die Verbindungsstrasse bleibt für den Motorfahrzeugverkehr offen, erhält aber eine neue Linienführung. (Bild: stu)

UZWIL. Im Vogelsberg sollte sich längst was tun. Geplant ist, eingezonte Parzellen an bester und ruhiger Aussichtslage mit Blick übers Thurtal und in Fussdistanz zum Bahnhof zur Baureife zu bringen. Nicht zuletzt erhofft sich die Gemeinde mit diesem Angebot für gehobenen Einfamilienhausbau den Zuzug finanziell potenter Einwohner, welche die nicht eben berauschende Steuerkraft Uzwils stärken könnten.

Bereits 2008 hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Überbauungsplan erlassen. Doch bis dato ist noch keine Schaufel Erde ausgehoben worden. Der Grund dafür liegt in Einsprachen. Das kantonale Baudepartement wies im Februar Rekurse gegen die vorgesehene Fusswegverbindung zwischen der Alpstein- und der Vogelsbergstrasse ab. Gegen diesen Entscheid ist eine Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht hängig.

Umstrittene Schliessung

Ursprünglich war ein Wendeplatz geplant. Die Verbindung Vogelsbergstrasse–Stutzenbühlstrasse – letztere auf Oberuzwiler Gemeindegebiet gelegen – sollte damit für den motorisierten Verkehr geschlossen werden. Dies stiess aber auf grosse Opposition, welche sich in Leserbriefen und Einsprachen niederschlug. Sollte doch die Strecke nur noch als Langsamverkehr-Verbindung für Velofahrer und Fussgänger, beispielsweise ins Naherholungsgebiet, offen stehen.

Pragmatische Lösung gefunden

Schliesslich fand das Problem doch noch eine gütliche Lösung. Der Uzwiler Gemeinderat entschied sich Ende vergangenen Jahres für einen Interessenausgleich. Gemeindepräsident Lucas Keel sagte damals gegenüber der Wiler Zeitung: «Gemeinderat und Einsprecher sind von ihren Maximalforderungen abgerückt und haben eine Vereinbarung getroffen.» Die Vogelsbergstrasse soll im Bereich der Gemeindegrenze verengt werden, und dies auf einer Länge von 25 Metern.

Diese Art «Trichter» bleibt für den allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen, ein Kreuzen ist nicht mehr möglich. Entlang des verengten Strassenabschnitts soll einseitig ein Streifen eingekiest werden, auf den Fussgänger und Velofahrer ausweichen können. «Eine pragmatische Lösung», wie Keel erklärte.

Geringes Verkehrsaufkommen

«Der Motorfahrzeugverkehr an der Vogelsbergstrasse ist gering», fügt der Gemeindepräsident hinzu. Dies hätten Verkehrszählungen ergeben. Doch er macht eine Einschränkung. In zehn Jahren, frühestens aber nach Abschluss der zweiten Etappe der geplanten Überbauung, werde eine Neubeurteilung erfolgen. Falls die dannzumalige Verkehrszählung eine durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge von mehr als 500 Fahrten ergeben sollte, werde der Gemeinderat die Frage der Schliessung des Durchgangs erneut prüfen.

Trotzdem ist die Erschliessung des Baulands nach wie vor blockiert. Der Grund dafür liegt in einem «Nebenschauplatz», wie sich Keel ausdrückt: in der geplanten Fusswegverbindung zwischen der Alpstein- und Vogelsbergstrasse. Gegen diesen Entscheid ist eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht hängig. «Wir halten an unserem Entscheid fest und haben dem Gericht beantragt, die Beschwerde abzuweisen», sagt Lucas Keel.

Weg für Fussgänger

Er nennt einen Grundsatz: «Quartierstrassen, die in einer Sackgasse enden, sollen für Fussgänger mit einem Weg weitergeführt werden.» Deshalb ist eine kleine Verbindung von der Alpstein- in die Vogelsbergstrasse projektiert. Dies durchaus im Wissen darum, dass vom «Känzeli» oberhalb des Bahnhofs bis hinauf zum Freudenberg bereits ein schmaler Fussweg besteht, wie Keel weiter ausführt.

Mit der Etappierung des Gebietes ist beabsichtigt, dass auch in fünf und zehn Jahren noch attraktive Bauplätze zur Verfügung gestellt werden können.