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Einmal Spätzli für den Mathelehrer

Am Tag der Hauswirtschaft lancierte der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband eine nationale Kampagne. Im Schulhaus Lindenhof in Wil bereiteten daher zwei Schulklassen ein Mittagsmenu für die Lehrerschaft zu.
Nicola Ryser
Bitte nichts verschütten: Die Schüler gehen beim Kochen des Mittagsmenus konzentriert ans Werk. Bild: Nicola Ryser

Bitte nichts verschütten: Die Schüler gehen beim Kochen des Mittagsmenus konzentriert ans Werk. Bild: Nicola Ryser

Schwingende Besen, geschlagene Eier, kochendes Wasser – in den beiden Küchen der Hauswirtschaftsklassen im Lindenhof herrschte am Donnerstagmorgen Hochbetrieb. Die Schülerinnen und Schüler zweier Oberstufenklassen betätigten den Herd, schnitten Zutaten in kleine Stücke und kneteten Teig mit dem Ziel, ein Mittagessen für die Lehrer zuzubereiten. Das Menu: Spätzligratin mit Landjäger, serviert mit einem Wintersalat und einer Süssmostcreme als Dessert.

Hintergrund der Aktion war keineswegs eine Bestrafung der Schüler, sondern der Welttag der Hauswirtschaft, der seit 1982 jedes Jahr am 21. März stattfindet. Für den Tag hat der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) eine nationale Kampagne organisiert. Nebst der Oberstufe Lindenhof wurden in 29 weiteren Schulen und Institutionen, verteilt auf 21 Kantone, ähnliche Anlässe geplant und durchgeführt.

Eine gute Übung für das selbstständige Leben

«Mit der Aktion, die das erste Mal in dieser Form stattgefunden hat, wollen wir wieder vermehrt auf den Tag der Hauswirtschaft aufmerksam machen. Der geriet in letzter Zeit ein wenig in Vergessenheit», sagte Wiler Parlamentarierin Ursula Egli (SVP), die im Vorstand des SBLV fungiert. Der Welttag solle uns bewusst machen, wie wichtig der Haushalt in unserem Leben sei. «Solange wir niemanden haben, der ihn für uns macht, kommen wir selbst nicht drum herum.» Für die Schüler sei der Tag somit eine gute Übung für das spätere, selbstständige Leben.

Doch nicht nur das Zubereiten des Essens, bereits das Besorgen der Zutaten sei ein essenzieller Teil des Kochens. «Wir wollen die Jugendlichen darauf sensibilisieren, vermehrt regionale Produkte für das Kochen zu verwenden», erklärte Egli. Für den Aktionstag an der Schule Lindenhof wurde fast ausschliesslich Nahrungsmittel aus der Ostschweiz angeschafft.

Die Klasse stellte eine Liste zusammen: Vom Wiler Hofberg stammten Ziegenkäse und Essig, in St. Margarethen wurden unter anderem Mehl, Apfelmus, Eier und Karotten besorgt, der Käse und die Salatsauce kamen aus Dreibrunnen und das Rindfleisch aus Rossrüti. Der Salat wurde hingegen in einem Grosswarenladen eingekauft, da zu dieser Jahreszeit keinen angebaut werde. Auch hierbei konnten die Schüler etwas lernen: «Es gehört bei der Planung eines Menus dazu, saisonal zu denken.»

Haushaltstheorie statt praktischer Unterricht

Doch beim Kochen und Einkaufen höre der Haushalt noch lange nicht auf. Weitere Komponenten seien ebenfalls fester Bestandteil, darunter das Erstellen des Haushaltsbudgets, das Putzen und Waschen, Bügeln sowie das Handwerken. «Das wird den Jugendlichen durch diesen Aktionstag wieder mehr bewusst.» Die Schüler zeigten indes Interesse am Anlass, schienen motiviert.

«Da sie für eine grosse Gruppe kochten, war ihnen wohl wichtig, dass es auch schmeckte.»

Ursula Egli wie auch Sonja Ruckstuhl, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Rossrüti, und Sandra Fitze, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Bronschhofen, liessen aber nicht nur die jungen Köche walten, sondern legten auch selbst Hand an. «Praktische Erfahrung ist beim Kochen schliesslich sehr wichtig», betont Egli. Jedoch gebe es das in den Schulen vieler Kantone kaum mehr. «Heute steht bei einigen im Stundenplan das Fach ‹Wirtschaft, Arbeit, Haushalt›. Und das ist eher theorielastig.» Immerhin würden im Lindenhof in der 2. und 3. Oberstufe weiterhin die praktischen Lektionen durchgeführt.

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