EINHEITSGEMEINDE: «Da ist doch keine Liebe im Spiel»

Zusammenschluss oder nicht? In dieser Frage sind sich die Politische Gemeinde und die Volksschulgemeinde Münchwilen nicht einig. Hitzige Debatten sind die Folge.

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Diskutieren über Pro und Kontra der Einheitsgemeinde: von links Moderator Mario Testa, die Schulbehördenmitglieder Florian Stotz und Pia D’ Angelo sowie Gemeindepräsident Guido Grütter. (Bild: Sandra Grünenfelder)

Diskutieren über Pro und Kontra der Einheitsgemeinde: von links Moderator Mario Testa, die Schulbehördenmitglieder Florian Stotz und Pia D’ Angelo sowie Gemeindepräsident Guido Grütter. (Bild: Sandra Grünenfelder)

«Guido Grütter, Sie wollen doch gar nicht heiraten», heisst es provokativ aus dem Publikum. Da sei doch keine Liebe im Spiel. «Es ist mir egal, ob ich jemanden lieb habe oder nicht», entgegnet der Gemeindepräsident von Münchwilen. «Ich mache hier meinen Job. Wenn das Stimmvolk diese Fusion will, gilt es, diesen Auftrag auszuführen.»

Genau um diesen Grundsatzentscheid, der im Mai in der Gemeinde Münchwilen ansteht, ging es an der Informationsveranstaltung am Mittwoch. Sollen sich die Politische und die Volksschulgemeinde zu einer Einheit zusammenschliessen? Unter der Moderation von Mario Testa, Redaktor bei der «Thurgauer Zeitung», diskutierten Vertreter der beiden Behörden über die Chancen und Risiken. Zudem berichteten Eva Zwick, Schulpräsidentin aus Salenstein, und die beiden Sirnacher Fusionsvorreiter Gemeindepräsident Kurt Baumann und Schulpräsident Urs Schläpfer über ihre Erfahrungen in einer Einheitsgemeinde. «Wir befürworten die Fusion», sagte ­Gemeindepräsident Grütter. Die Politische Gemeinde sei der Überzeugung, durch eine Zusammenlegung liessen sich die Bildungs- und Schulbelange stärken. «Die Vorteile überwiegen für uns klar.» Dem widerspricht Florian Stotz. Der Vizepräsident der Schulbehörde sieht den Stellenwert der Bildung durch eine Fusion gefährdet: «Die Verbesserung unseres Bildungsauftrags steht in keiner Weise im Vordergrund.» Unter dem Verlust einer eigenständigen Körperschaft würde das Schulwesen leiden. Beide Behörden sind sich einig, dass die Entscheidung bei den Stimmbürgern liegt. Legen diese am 21. Mai ein Ja in die Urne, müsste eine neue Gemeindeordnung ausgearbeitet werden. Die Einheitsgemeinde könnte frühestens 2020 Einzug halten. (sag)