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Interview

«Einfach anfragen»: Wie das «Muuz» auch musikalische Grössen nach Uzwil lockt

Zum vierten Mal findet in der Uzwiler Bar Muuz ein Clubfestival statt. Es hat sich zur festen Grösse gemausert.
Tobias Söldi
Nah beim Publikum: Baba Shrimps aus Zürich zeigten keine Berührungsängste am vergangenen Clubfestival im «Muuz». (Bilder: PD)

Nah beim Publikum: Baba Shrimps aus Zürich zeigten keine Berührungsängste am vergangenen Clubfestival im «Muuz». (Bilder: PD)

Am Freitag geht es los mit dem zweitägigen Clubfestival im «Muuz». Bereitet Ihnen das schlaflose Nächte?

Samuel Tanner: Nein, das nicht gerade. Aber die Nervosität wächst natürlich schon.

Wie liefen die Vorbereitungen?

Am Mittwoch haben wir die Bühne aufgestellt, am Donnerstag ist der Techniker gekommen und heute Freitag treffen schon Bands ein für den Soundcheck. Da wir in den vergangenen Jahren viel in die Infrastruktur investiert haben – Lichtanlage, Bühnenelemente und so weiter– sind wir mittlerweile recht effizient beim Aufbauen.

Samuel Keller, Vereinsmitglied, Booking

Samuel Keller, Vereinsmitglied, Booking

Mit der Band Stahlberger ist es Ihnen gelungen, eine grosse Nummer nach Uzwil zu holen. War da Vitamin B im Spiel?

Nein. Ich habe als Booker die Erfahrung gemacht, dass man grössere Bands einfach anfragen muss. Vielleicht sind sie interessiert, mal in einer anderen Location oder an einem anderen Ort zu spielen. Bei Stahlberger habe ich auch zum richtigen Zeitpunkt angeklopft, unmittelbar nachdem das neue Album herausgekommen ist. Da war die Band wohl gerade auf der Suche nach Auftritten.

Welche Bands würden Sie gerne nach Uzwil bringen?

Das Saint City Orchestra hätten wir gerne gehabt oder Dabu Fantastic, was aber beides nicht geklappt hat. Ideen habe ich noch viele, es gibt zahlreiche tolle Schweizer Bands.

Woran ist in den erwähnten Fällen gescheitert?

Einmal an den Preisvorstellungen, einmal am Terminplan. Es braucht auch etwas Glück mit dem Zeitpunkt: Taucht eine neue, junge Band auf, wartet man vielleicht erst noch zu, und ein Jahr später sind sie plötzlich zu bekannt, zu gross. Das geht manchmal sehr schnell.

Troubas Kater im «Muuz»

Troubas Kater im «Muuz»

Im «Muuz» finden auch übers Jahr verteilt Anlässe statt, ausserdem kann das Lokal gemietet werden. Wer steckt eigentlich dahinter?

Wir sind ein Verein mit 15 Leuten zwischen 25 und 40 Jahren, alle mit Bezug zu Uzwil und Umgebung. Ein Teil der Mitglieder kann man als Gönner bezeichnen. Sie unterstützen uns mit ihren Mitgliederbeiträgen, sind aber nicht aktiv. Die andere Hälfte der Mitglieder ist sehr engagiert. Das sind meistens diejenigen, die auch sonst in Uzwil aktiv sind. So haben wir gute Verbindungen etwa zur Gemeinde und kennen viele Leute.

Und alle leisten ehrenamtliche Arbeit?

Ja. Jeder macht so viel, wie er will.

Viele Vereine klagen, dass es ihnen an Nachwuchs fehlt.

Das ist aktuell auch bei uns ein Thema. Wir suchen nach mehr Unterstützung. Diesen Herbst haben wir unter dem Motto «Kulturplatz Muuz» ein dichtes Programm zusammengestellt. Da wären ein paar zusätzliche helfende Hände gut.

Wie steht man finanziell da?

Für einen Verein haben wir natürlich hohe Ausgaben, die wir bis jetzt aber immer auffangen konnten mit Mitglieder-, Sponsoren- und Kulturbeiträgen und mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf und der Bar.

Das Kulturangebot in den umliegenden Städten ist gross. Wie behauptet sich da das «Muuz»?

Wir positionieren uns lokal: Unser Zielpublikum kommt aus der Region, aus Uzwil und den umliegenden Dörfern. Hier machen wir auch Werbung, zum Beispiel an Chilbis und Dorffesten. Im «Muuz» kennt man sich, der Rahmen ist familiär. Am Festival laden wir neben bekannteren Bands auch immer lokale Vorbands ein, dieses Jahr zum Beispiel Lotta und Aendael.

Auch die Festivalkonkurrenz hierzulande ist gross.

Das ist ein Grund, weshalb wir unser Festival im Herbst durchführen. Dann finden weniger Festivals statt. In Uzwil selbst ist die Konkurrenz aber nicht gross.

Das Clubfestival findet zum vierten Mal statt. Wie hat es sich entwickelt?

Die Abläufe sind sicher einfacher geworden. Im Bereich Booking habe ich in den letzten Jahren viele Kontakte mit Bands und Booking-Plattformen geknüpft. Wir haben unsere Verträge und anderen Abläufe standardisiert, was die Vorbereitungen vereinfacht. In diesem Jahr haben wir erstmals den Vorverkauf über eine Ticket-Plattform eingeführt. Und das Festival ist sicher zum Highlight des Vereinsjahres geworden.

Und wie sieht die Zukunft des Festivals aus?

Nächstes Jahr feiern wir ja fast ein kleines Jubiläum. Aber ob wir das Festival verändern, vergrössern oder verlängern, das muss der Verein entscheiden. Wir schauen von Jahr zu Jahr.

Was ist Ihr Highlight an diesem Wochenende?

Ich freue mich darauf, in die Geschichten und die Musik von Stahlberger einzutauchen. Im «Muuz» ist die Band auch nahe beim Publikum. Ich glaube, das wird gut. Und der Samstag wird dann ein Abend mit Feelgood-Musik zum Tanzen.

Klein, aber fein

Auch in diesem Jahr findet im Muuz an der Bahnhofstrasse 111 in Uzwil wieder ein Clubfestival statt, und zwar am Freitag, 8. November, und am Samstag, 9. November. Am Freitag stehen Lotta und die St. Galler Lokalmatadoren Stahlberger auf der Bühne. Den Abend beschliesst DJ Damuuz. Am Samstag treten Aendael aus St. Gallen sowie das Gitarrenduo Kids of Adelaide aus Stuttgart auf. Abgerundet wird der Samstag von DJ Shake Daniels. Weitere Informationen und Tickets unter www.muuz.ch. Beide Abende starten um 20 Uhr. Ende ist um 2.30 Uhr. (tos/pd)

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