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Einer von 8000 Wilern politisiert im Bundeshaus: Die Wahlen könnten die Quote sogar erhöhen

Die Stadt Wil ist seit Jahren gut vertreten im Bundeshaus. Das dürften auch die bevorstehenden Wahlen nicht ändern.
Gianni Amstutz
Von allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: KeystoneVon allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: Keystone
Von allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: KeystoneVon allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: Keystone
Von allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: KeystoneVon allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: Keystone
Von allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: KeystoneVon allen Kandidaten, die am 20.Oktober wieder antreten, erzielte Lukas Reimann (SVP) vor vier Jahren das beste Resultat. Bild: Keystone
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Vom Stadtparlament ins Bundeshaus

Die Stadt Wil kann sich nicht über fehlende Vertretung in der nationalen Politik beklagen. Im Jahr 2012 kam ein Mandat in Bundesbern auf 4552 Einwohner. Damit hatte Wil wohl eine der höchsten Dichten an Bundespolitikern im ganzen Land.

Das war allerdings noch vor der Gemeindefusion mit Bronschhofen, als die Einwohnerzahl erst 18206 betrug und nicht wie heute knapp 24000 Personen. Zudem politisierten damals vier Wilerinnen und Wiler in Bern. Es waren dies Yvonne Gilli (Nationalrätin, Grüne), Lukas Reimann (Nationalrat, SVP), Barbara Gysi (Nationalrätin, SP) und Karin Keller-Sutter (Ständerätin, FDP). Gilli verpasste danach im Jahr 2015 jedoch die Wiederwahl, wodurch sich die Zahl der Wiler Politiker in Bern auf drei reduzierte. Doch noch immer ist immerhin rund jeder 8000. Wiler im Bundeshaus. Eine beachtliche Quote.

Das Stadtparlament als politisches Sprungbrett

Am Ursprung dieser Entwicklung dürfte das Wiler Stadtparlament stehen. Politikerinnen und Politiker sammeln hier erste Erfahrungen und empfehlen sich dadurch für höhere Aufgaben in Kanton und Bund. Barbara Gysi (1997 bis 2000), Yvonne Gilli (2000 bis 2005) und auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter (1992 bis 2000) starteten ihre politische Karriere im Stadtparlament. Einzig Reimann politisierte nie auf Gemeindeebene. Er machte sich als Präsident der Jungen SVP des Kantons St.Gallen und Vorstandsmitglied der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) einen Namen und schaffte so 2004 direkt den Sprung in den Kantonsrat, bevor er drei Jahre später auch im Rennen um einen Sitz im Nationalrat reüssierte.

Zwei parteiinterne Schwergewichte

Die Chancen, dass nach den Wahlen am 20. Oktober wieder vier Wilerinnen und Wiler im Bundeshaus wirken, sind intakt. Kaum Sorgen um seinen Sitz muss sich Lukas Reimann machen. Mit fast 72000 Stimmen erzielte er 2015 kantonsweit das zweitbeste Resultat – und das mit einigem Abstand auf den drittplatzierten Thomas Müller. Einzig der inzwischen zurückgetretene Toni Brunner vermochte noch mehr Wähler von sich zu überzeugen. Reimann geht also aus einer absoluten Spitzenposition in die Wahlen.

Die zweite amtierende Wiler Nationalrätin Barbara Gysi dürfte die Wiederwahl ebenfalls schaffen. Die Chancen stehen zumindest gut. Gemäss Umfragen dürfte die SP ihren Wähleranteil und damit auch ihre zwei Sitze im Kanton in etwa halten. Die SP liebäugelt gar mit einem dritten Sitz. Auch wenn das für die Sozialdemokraten ein Wunsch bleiben sollte, startet Gysi aus einer guten Position. Ihre Bekanntheit, die mit der Kandidatur um das Präsidium des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes nochmals gestiegen ist, sowie ihr Status als Bisherige dürften ihr im internen Rennen auf der SP-Liste zupasskommen. Bei den letzten Wahlen 2015 erzielte Barbara Gysi sogar das beste Resultat der SP im Kanton.

Die Ehemalige und der Newcomer

Eine weitere Wilerin steigt zwar nicht mit dem Ehemaligen-Bonus ins Rennen. Yvonne Gilli will es nach ihrer Abwahl vor vier Jahren nochmals wissen. Damals verloren die Grünen ihren Sitz im Kanton St.Gallen. Für die Partei hat sich das Blatt aber gewendet. Das dominierende Thema der Wahlen ist der Klimawandel, bei dem Gillis Partei und der GLP die grössten Lösungskompetenzen zugerechnet werden. Ein Sitzgewinn scheint in Reichweite. Die Frage wird sein, ob die Wilerin sich parteiintern durchsetzen kann. Mit Ständeratskandidatin Franziska Ryser, die durch ihre Kandidatur für die kleine Kammer von einer grossen Medienpräsenz profitiert, hat Gilli parteiintern eine erstzunehmende Konkurrentin. So könnte es dazu kommen, dass die Grünen zwar einen Sitzgewinn verbuchen, am Ende aber Ryser anstatt Gilli auf der grünen Welle den Sprung ins Parlament schafft.

Ein vierter Nationalratskandidat, dem bei den Wahlen Beachtung geschenkt werden muss, ist Arber Bullakaj von der SP. Im Wahlkampf gibt der Wiler Vollgas und wird dabei auch von der Operation Libero unterstützt. Ob ihm das im Kanton St.Gallen die nötigen parteiübergreifenden Sympathien und Stimmen bringt, bleibt abzuwarten. Um nächstes Jahr in der grossen Kammer politisieren zu können, muss für ihn einiges zusammenpassen. Entweder muss er eine der bisherigen SP-Nationalrätinnen überflügeln oder auf einen Sitzgewinn seiner Partei hoffen. Dann stünden die Chancen für ihn gut, war er doch bei den Wahlen 2015 an dritter Stelle bei den Sozialdemokraten.

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