Einen Unfall nicht zu melden ist strafbar

REGION. Die Tage werden kürzer, und damit werden auch Wildunfälle vermehrt ein Thema. Wenn die Tiere unterwegs in ihre Wintergebiete sind und Strassen überqueren, werden sie zur Gefahr. Wird ein Unfall nicht gemeldet, ist das gleichbedeutend mit Fahrerflucht.

Raffaela Arnold
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Sobald ein solches Schild auftaucht, ist das Tempo zu reduzieren. (Bild: pd)

Sobald ein solches Schild auftaucht, ist das Tempo zu reduzieren. (Bild: pd)

2014 verendeten laut Jagdstatistik 273 Rehe in Folge eines Wildunfalles. Auch 478 Füchse, 192 Dachse, 7 Rothirsche und 156 Steinmarder fanden auf den Strassen ihren Tod. Laut Urs Büchler, Wildhüter im Kreis 6, passieren Wildunfälle vermehrt im Winterhalbjahr. Dann ziehen die Tiere in ein tiefer liegendes Gebiet, um auch in der kalten Jahreszeit genügend Futter zu finden. Im Frühling jedoch ereignen sich die meisten Wildunfälle, sagt Büchler. «Wenn die Revierkämpfe der Rehe beginnen, sind die Rehe mehr in Bewegung.»

Sicher in der Dunkelheit

In der Nacht sind die Wildtiere häufiger unterwegs als am Tag, weshalb sich Wildunfälle auch eher bei Dunkelheit ereignen. «Die Tiere fühlen sich sicherer in der Dunkelheit und trauen sich aus dem Wald heraus», sagt Büchler. Hinzu komme, dass sich Autofahrer in der Nacht mehr auf die Strasse konzentrieren müssen und dabei leicht ein Tier am Strassenrand übersehen. «Wichtig ist, dass die Autofahrer das Strassenschild, welches einen Wildwechsel anzeigt, beachten und sich dementsprechend verhalten.» Dazu gehöre das Reduzieren der Geschwindigkeit, besondere Vorsicht und das Beobachten des Strassenrandes. Oftmals überqueren Wildtiere die Strasse an der gleichen Stelle, die oft dort liegt, wo der Wald nah am Talboden ist. Dort gebe es jeweils auch gehäuft Wildunfälle. Wenn tatsächlich ein Tier vor einem Auto auftaucht, sollte man auf Abblendlicht umschalten, langsam fahren und wenn nötig ganz anhalten.

Unbedingt melden

Falls es dennoch zu einer Kollision kommt, so sollte dies unbedingt der Polizei (117) gemeldet werden. Auch wenn das Tier nur gestreift oder angefahren wurde, kann es sein, dass es verletzt ist. Oftmals flüchten die Tiere nach dem Unfall. «Die Polizei kontaktiert den zuständigen Wildhüter, der sich auf die Suche nach dem Tier macht, es von seinen Schmerzen erlöst und es gegebenenfalls verwertet», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Die Kollisionsstelle sollte angezeichnet und die Fluchtrichtung des Tieres gemerkt werden. Falls Schäden am Auto entstanden sind, braucht es eine Bestätigung des Jägers, damit die Teilkaskoversicherung den Schaden vergütet. Wird ein Unfall nicht gemeldet, wird Fahrerflucht begangen, was strafbar ist. «Es nützt niemandem, wenn der Unfall nicht gemeldet wird», sagt Polizeisprecher Krüsi.

Folien und Pfeifgeräte

Es gibt mehrere Methoden für die Prävention von Wildunfällen. So sorgen zum Beispiel Reflektierfolien an den Strassenpfählen dafür, dass das Wild das Licht eines Autos eher und besser sieht und somit vorgewarnt wird. Auch Wildwarngeräte wurden eingesetzt. Auf Teststrecken wurden Geräte montiert, die pfeifen, sobald sie ein Lichtkegel eines Autos trifft.

Der Erfolg dieser Geräte hielt sich jedoch in Grenzen: «Die Tiere überqueren die Strassen sowieso. Sobald ein solches Gerät angebracht war, überquerten die Tiere die Strasse einfach ein paar hundert Meter weiter», sagt Büchler. Die wirksamste Methode zur Verhütung von Wildunfällen sei und bleibe die Vorsicht und die Beachtung der Wildwechseltafeln.

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