Einen tierischen Farbtupfer gesetzt

Am Westernreitturnier «Säntis Color Show» im Ryterland Gillhof gab es am Wochenende eigentlich lediglich Sieger zu verzeichnen: Die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, deren Pferde und selbstverständlich auch die beachtliche Zuschauerschar.

Christine Gregorin
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Auch die Kleidung der Reiterinnen und Reiter gehört zur Show.

Auch die Kleidung der Reiterinnen und Reiter gehört zur Show.

HENAU. «Die gelebte Harmonie zwischen Pferd und Reiter», bringt eine Pferdebesitzerin ihre Faszination fürs Westernreiten auf den Punkt. Und diese komme umso mehr zum Tragen, je höher der Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe oder eines Parcours sich gestalte, betont sie weiter. Beim Westernreiten gehe es zudem nicht ganz so ernst zu und her wie zum Beispiel im Springreitsport. Sowohl Spass als auch Showfaktor und nicht zuletzt die familiäre Atmosphäre spielten ebenfalls enorm wichtige Rollen.

Überdies schätzt sie die Möglichkeit, sich dank Kleidung und Reittechnik individuell ausdrücken zu können beziehungsweise einbringen zu dürfen, um so die Attraktivität für den Betrachter noch zu steigern.

Appaloosa und Paint Horse

Appaloosa ist eine Pferderasse mit spanischen Wurzeln, die im 18. Jahrhundert nach Nordamerika importiert wurde. Ihre Entwicklung soll vom einst dort beheimateten Indianervolk der Nez Percé ausgehen. Es handelt sich um Freizeit- respektive Sportpferde, die sich vor allem im Westernbereich grosser Beliebtheit erfreuen. Zu ihren charakteristischen Merkmalen – an denen auch viele einfarbige Appaloosa zu erkennen sind – zählen das «Menschenauge» und die gefleckte Haut, überall sichtbar, wo sie nicht von Fell überdeckt wird: zum Beispiel an den Nüstern oder um die Augen.

Das Paint Horse ist eine gescheckte Pferderasse, die ihren Ursprung im American Quarter Horse hat. Man unterscheidet drei Zeichnungsmuster, Pattern genannt: Tobiano, Overo und Tovero. Der Tobiano hat weisse Beine, und sein Weiss kreuzt die Rückenlinie. Der Kopf weist die Abzeichen eines einfarbigen Pferdes auf. Beim Overo kreuzt kein Weiss die Rückenlinie, vielmehr scheint das Weiss vom Bauch auszugehen. Oft hat er viel Weiss im Gesicht und dementsprechend blaue Augen, häufig sind die Beine dunkel.

Der Tovero stellt eine Mischung aus beiden oben beschriebenen «Coatpattern» dar.

Ansteckende Kameradschaft

Während des Turniers gibt es neben den wendig-kompakten Vierbeinern jedoch weit mehr zu bewundern. Verschiedenste Prüfungen machen die Vielfalt des Westernreitens deutlich. Meist wirken die Aufgaben stark angelehnt an die auf einer Ranch zu verrichtenden Arbeiten.

Und die spontane Herzlichkeit, mit der selbst gänzlich unwissende «Greenhörner» innerhalb der Gemeinschaft auf- und an die Hand genommen werden, verbreitet gute Laune und sammelt lauter Sympathiepunkte.

Verschieben seitwärts gehört ebenfalls zu den schwierigen Elementen. (Bilder: Christine Gregorin)

Verschieben seitwärts gehört ebenfalls zu den schwierigen Elementen. (Bilder: Christine Gregorin)