Einen guten Namen geschaffen

Die Hilpertshauser AG in Niederwil, ein Metallverarbeitungsbetrieb, feierte am Wochenende das 25-Jahr-Jubiläum. Aus einem Ein-Mann-Betrieb ist während dieser Zeit ein Unternehmen mit 17 Mitarbeitern geworden.

Zita Meienhofer
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Claire und Jakob Hilpertshauser mit ihren Söhnen Pascal (links) und Michel sowie Tochter Yvonne vor ihrem «Flaggschiff», einem vollautomatischen Stanz- und Laserzentrum. (Bild: zi.)

Claire und Jakob Hilpertshauser mit ihren Söhnen Pascal (links) und Michel sowie Tochter Yvonne vor ihrem «Flaggschiff», einem vollautomatischen Stanz- und Laserzentrum. (Bild: zi.)

NIEDERWIL. Wie so oft verläuft das Leben nicht nach Plan. Das passierte vor etwas mehr als 25 Jahren auch Jakob Hilpertshauser aus Niederwil. Der gelernte Stickerei-Kaufmann war bei der Ernst Künzler AG in Uzwil tätig, bildete sich zum Technischen Kaufmann und zum Product Manager weiter und wusste eigentlich, was er beruflich erreichen wollte. Doch die Stelle, die er wollte, bekam er nicht. Folglich machte er sich selbständig und gründete die Hilpertshauser AG, einen Ein-Mann-Betrieb, der damals Schubladenauszüge für Büro- und Küchenmöbel verkaufte. Ein Jahr später konnte Jakob Hilpertshauser die Werkstätte übernehmen, in der die nach Kundenwunsch angefertigten Metallteile hergestellt wurden.

17 Millionen Franken investiert

Nun sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangenen. Aus dem Kleinbetrieb ist eine ansehnliche Firma geworden, ein Unternehmen, das kundenspezifische Metallkomponenten herstellt. Jakob Hilpertshauser hat in der Zwischenzeit die Werkstätte von Lenggenwil nach Niederwil gezügelt (1997), hat sie ausgebaut (2000) und viel Geld in das Unternehmen gesteckt. In den vergangenen 20 Jahren waren es nicht weniger als 17 Millionen Franken, die die Hilpertshauser AG in Maschinen und Gebäude investiert hat. Mit ihren 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie zudem zum grössten Arbeitgeber im Dorf geworden.

Rückschläge einstecken müssen

Von Rückschlägen blieb das Familienunternehmen nicht verschont. «1992 haben wir wegen eines Konkurses 350 000 Franken verloren», sagt Jakob Hilpertshauser. Das sei ein rechter Schlag gewesen. Das Aktienkapital musste erhöht werden. Seither ist die Firma keine reine Familien-Aktiengesellschaft mehr – die Mehrheit der Aktien blieb allerdings in Familienbesitz. Es folgte der 11. September 2001. Die Auftragsbücher blieben leer, Kurzarbeit musste angeordnet werden, sogar Entlassungen. «Und nun spüren wir die Eurokrise», sagt Claire Hilpertshauser, «wir sind zwar nicht im Export tätig, aber unsere Kunden.» Er spüre den Druck täglich, sagt Jakob Hilpertshauser, belastend empfinde er jedoch die Krisenzeiten, dann, wenn voraussichtlich Kündigungen ausgesprochen werden müssen. «Wir haben ein familiäres Verhältnis, da fallen solche Entscheide nicht leicht», sagt er.

Nachfolge geregelt

Die Hilpertshauser AG hat sich in den vergangenen 25 Jahren einen Namen geschaffen. Dies nicht zuletzt dank der guten Ideen des Firmenpatrons und der steten Erneuerung des Maschinenparks. «Wir müssen zu den Schnellsten und Besten gehören, sonst verdienen wir keinen Rappen», erklärt Jakob Hilpertshauser, der sich in den vergangenen Wochen nicht nur mit der Jubiläumsfeier, sondern auch mit der Nachfolgeregelung beschäftigt hat.

«Freiwillig», und darauf legen Claire wie auch Jakob Hilpertshauser grossen Wert, «sind unsere beiden Söhne in unsere Firma eingestiegen.» Michel, gelernter Werkzeugmacher, und Pascal, gelernter Möbelschreiner, werden sich künftig gemeinsam um die Geschicke der Firma kümmern. Claire und Jakob Hilpertshauser freut es: «Wir haben kürzlich alles geregelt.» Einen Anteil der Aktien besitzt auch Tochter Yvonne, die zurzeit als Oberärztin im Spital Herisau tätig ist. Doch vorerst steht der 63-Jährige noch mit beiden Beinen im Geschäft, bestimmt noch bis Michel Hilpertshauser sein Ingenieur-Studium absolviert hat. «Solange bin ich mit meinem vierten Kind verbunden», sagt Jakob Hilpertshauser lachend und widmet sich wieder seinen Gästen, die in Scharen kamen, um mit ihm das Jubiläum zu feiern.