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Eine Uzwilerin und die Königin der Instrumente

Uzwil/Tänikon Die Kirchenmusik hat es der Uzwilerin Gertrud Mäder seit ihrer Jugend angetan. Bis zu ihrer Pensionierung wirkte sie lange Jahre als Primarlehrerin im Schulhaus Kirchstrasse in Nieder­uzwil. Als Organistin der Katholischen Kirchgemeinde Aadorf-Tänikon kann sie sich ihrer Passion nun noch intensiver widmen. An einer Veranstaltung des Vereins der Freunde der Klosterkirche Tänikon sprach sie über die Bedeutung der Musik und demonstrierte auf der Orgel die Technik des Orgelspiels.

Mit dem Orgelspiel habe sie mit 16 Jahren im Konservatorium begonnen, sagte Gertrud Mäder.Musik als universale Sprache übersteige Sprachbarrieren und könne Ausdruck von Gefühlen wie Freude, Trauer oder Sehnsucht sein. Aber auch wer nicht selber musiziere, lasse sich durch Musik berühren.

Herr über ein ganzes Orchester

Über die Entwicklung der Notenschrift kam die Referentin zur Königin der Instrumente und zum Orgelspiel. Drei Systeme müsse die Organistin gleichzeitig lesen: eines für das Spiel der rechten Hand, ein zweites für die linke Hand und eines für die Füsse. Durch das Zusammenspiel von linker und rechter Hand entstehe die besondere Klangcharakteristik. Mit den 56 Tasten des Manuals, den 30 Tasten des Pedals und den Registern stehe der Organistin ein ganzes Orchester zur Verfügung.

Organisten gibt es in zwei Ausprägungen: Kirchendienst oder Konzertpianist. Weil sich Orgeln meist in Kirchen befinden, stehen Organisten traditionell im Dienste von Kirchgemeinden. Früher war es der Dorfschulmeister, der den Gesang im Gottesdienst begleitete und den Kirchenchor leitete. Diese Funktion sei noch heute wichtig, betonte Gertrud Mäder, werde aber heute mehrheitlich von professionellen oder halbprofessionellen Musikliebhabern ausgeübt. Und verändert habe sich auch, was gespielt werde. Zu den klassischen Werken kämen heute auch moderne Stücke bis zu volkstümlichen Tänzen dazu. (jb)

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