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Eine Uzwiler Psychologin setzt sich mit Herzblut für ein unabhängiges Katalonien ein

Monika Diethelm-Knoepfel aus Uzwil kämpft für die Unabhängigkeit Kataloniens, weil ihr die Einhaltung der Menschenrechte wichtig ist.
Zita Meienhofer
Monika Diethelm-Knoepfel traf vor einem Jahr Joaquim Torra, Präsident der aktuellen katalanischen Regionalregierung. Als Zeichen der Solidarität und Unterstützung für Katalonien trägt sie stets den «Llaç groc» – die gelbe Schleife. (Bild: PD)

Monika Diethelm-Knoepfel traf vor einem Jahr Joaquim Torra, Präsident der aktuellen katalanischen Regionalregierung. Als Zeichen der Solidarität und Unterstützung für Katalonien trägt sie stets den «Llaç groc» – die gelbe Schleife. (Bild: PD)

Seit zwei Jahren ist Monika Diethelm-Knoepfel stark mit den Katalanen verbunden. Damals, als sie im Süden von Spanien in den Ferien weilte, erfuhr sie aus den Medien, was sich im Norden des Landes ereignete. Am 1. Oktober 2017 brachte die katalanische Regionalregierung ein Unabhängigkeitsreferendum zur Abstimmung, das zur Ausrufung einer unabhängigen Republik führen sollte. Es kam zu Gewaltanwendung der spanischen Polizei.

Letztlich wurden die katalanischen Regierungsmitglieder durch die spanische Regierung entmachtet. Monika Diethelm- Knoepfel war erschüttert, als sie sah, wie Wähler, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens einsetzten, von spanischen Polizisten verprügelt, wie Wahlurnen gestohlen wurden, welche Gewalt herrschte.

«Inakzeptabel, dass Leute verprügelt werden»

Für die in Uzwil lebende Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie waren diese Bilder der Auslöser, sich für die Unabhängigkeit Kataloniens zu engagieren. «Es ist inakzeptabel, dass Leute, die abstimmen gehen, von der Polizei verprügelt werden. Und das in einem Land, das der EU angehört und zwei Flugstunden von der Schweiz entfernt ist», sagt sie entsetzt. Sie weiss auch, weshalb Madrid «alles unternimmt», um eine Unabhängigkeit zu verhindern:

«Es ist vor allem die wirtschaftliche Situation, weil Katalonien mehr Geld an Madrid liefert, als es von Madrid bekommt.»

Inzwischen hat sie die katalanische Sprache gelernt, liest katalanische Zeitungen, ist auf sozialen Netzwerken aktiv, gehört der Community «Foreign Friends of Catalonia» an und ist Mitglied der ANC Schweiz (Assemblea Nacional Catalana), einer Bürgerinitiative, welche die Unabhängigkeit Kataloniens anstrebt und sich für dieses Ziel einsetzt. Seit zwei Jahren wendet sie täglich Zeit auf, um sich zu informieren, um Leserbriefe zu schreiben, um Texte auf Twitter zu verfassen und um den Kontakt mit den inhaftierten Regierungsmitgliedern brieflich sowie jenen mit den Angehörige via E-Mail aufrecht zu erhalten.

Einen intensiven Austausch pflegt sie mit Anna Forn Masvidal, der Tochter des ehemaligen Innenministers, der am 14. Oktober zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurde. Anna Forn Masvidal publizierte in Zusammenarbeit mit Kindern weiterer Gefangener ein Buch über die Gefühle, wenn der Vater, die Mutter inhaftiert ist. Sie beantwortete dieser Zeitung nachstehende Fragen.

Bis zu 40 Jahre Haft möglich

Die spanische Regierung wirft der katalanischen Regierung Anstiftung zur Aufruhr und Rebellion vor, worauf bis zu 30 Jahre Haft stehen. Von Februar bis Juni fand der Prozess statt. Neun der damals 14 Regierungsmitglieder mussten sich vor Gericht verantworten, der Präsident und vier weitere ehemalige Minister sind im Exil. Vor drei Wochen wurden die Urteile verkündet. Die Freiheitsstrafen betragen zwischen neun und 13 Jahren. Den Prozess hat Monika Diethelm-Knoepfel genau verfolgt und ist der Ansicht, dass er eine Posse war. «Die Vorwürfe an die Inhaftierten konnten nicht belegt werden, das haben sogar namhafte Juristen entsprechend kommentiert», so die Uzwilerin. Das Urteil hat sie allerdings nicht erstaunt:

«Es war mit diesem Strafmass zu rechnen, da die Strafanträge sogar zwischen 16 und 25 Jahren lagen.»

Nach Bekanntgabe der Urteilsverkündung folgten Massenproteste in Barcelona, denen Ausschreitungen mit gewalttätigen Szenen folgten. Monika Diethelm-Knoepfel ist überzeugt, dass die Gewalttätigkeit teilweise im Dienst der spanischen Regierung erfolgte. «Es war bekannt, dass Demonstrationen stattfinden werden, dass es Leute allerdings ausnützen für Gewaltanwendung, damit habe ich nicht gerechnet.»

Auf die Strasse gegangen

Auch Monika Diethelm-Knoepfel ging am Abend nach der Urteilsverkündigung auf die Strasse. Sie nahm in Zürich an einer friedlichen Protestaktion teil, der 150 Personen folgten. Ihre Aktivitäten für die Unabhängigkeit Kataloniens haben sich seit der Urteilsverkündigung verstärkt. Sie erklärt: «Von katalanischer Seite wurde nie Gewalt angewendet, es war eine Abstimmung, wie sie in einem Land mit einer Rechtsordnung stattfinden soll.»

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